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Geldtransport in Saarlouis gesprengt – weitere Festnahme in Frankreich​

Polizei-Ermittlungen nach Raub : Geldtransport in Saarlouis gesprengt – weitere Festnahmen in Frankreich

Nach mehreren Festnahmen in Paris, die im Zusammenhang mit dem Raub auf einen Geldtransport in Saarlouis stehen, soll es einen weiteren Verdächtigen geben. Auch er soll zu der für den Überfall in Saarlouis verantwortlichen Bande gehören, die die Tat minutiös geplant haben soll.

Die Polizei hat einen weiteren Mann festgenommen, der mit dem spektakulären Raubüberfall auf einen Geldtransport in Saarlouis in Verbindung gebracht wird. Das berichtet der luxemburgische Radiosender RTL und beruft sich dabei auf Ermittlerkreise.

Demnach handelt es sich um die bereits sechste Festnahme nach der brutalen Tat vom vergangenen Freitag, 13. Januar. Der Verdächtige sei von Ermittlern in Haubourdin nahe der nordfranzösischen Stadt Lille gefasst worden. Er soll demzufolge zu einer Bande gehören, die den Überfall im Saarland von langer Hand geplant haben sollen. Auch seine Freundin sitze in Haft.

Nach Raubüberfall auf Geldtransport in Saarlouis: Was über die Festnahme in Nordfrankreich bislang bekannt ist

Über die Identität des jetzt Gefassten gibt es bislang keine weiteren Angaben. Nur so viel: Er stehe in Verbindung mit den mutmaßlichen Tätern, die der Polizei am Freitagabend bei Paris wenige Stunden nach dem Raub ins Netz gegangen waren. Sie sollen alle über jahrelange Erfahrung im kriminellen Milieu verfügen. Die sechste Festnahme soll es am Mittwoch, 18. Januar gegeben haben.

Bei dem Überfall in Saarlouis-Picard am Freitagmorgen hatten die Täter zunächst mit einem Wagen den Geldtransport gerammt, ihn so ausgebremst und mit einer Bombe den eigentlichen Tresor geknackt, um an die Beute zu gelangen. Bei dem Überfall fielen auch Schüsse. Ein Mitarbeiter der Geldtransport-Firma wurde verletzt. Mehrere Fahrzeuge gingen in Flammen auf.

Bei der anschließenden Flucht mit PS-starken Fahrzeugen nach Frankreich wurden Polizisten verletzt. Während die saarländischen Ermittler keine Angaben über die Zahl der betroffenen Kollegen machten, ist in anderen Berichten von drei Beamten die Rede.

Am selben Tag schnappte die Polizei bei Paris zunächst zwei Männer, die direkt an der Tat in Saarlouis beteiligt gewesen sein sollen. Die Tageszeitung Le Parisien meldete nach Informationen aus Ermittlerkreisen, dass es sich um zwei ältere Männer handeln sollte, die über entsprechendes Fachwissen verfügten. Zwei weitere Komplizen gehörten zur Bande, ein weiterer habe sich am Rande aufgehalten.

Zu den beiden Hauptverdächtigen zähle ein 56-Jähriger mit erheblich einschlägig krimineller Vergangenheit. Er sei wegen eines Überfalls 2005 – ebenfalls auf einen Geldtransport – zu 22 Jahren Haft verurteilt worden. Damals war bei der Tat ein Mensch ums Leben gekommen.

Angaben zur Beute nach Raubüberfall in Saarlouis

In Boulay bei Metz war noch am selben Tag ein ausgebrannter Wagen aufgetaucht. Dabei könnte es sich um ein Fluchtauto handeln. Darüber berichtete zuerst die Zeitung Le Républicain Lorrain. Es stand in der Nähe der Auffahrt zur A4. Die Autobahn verbindet Lothringen mit Paris.

Bei der Festnahme in Paris stellte die Polizei 500 000 Euro sicher, berichten Medien. Die Gesamtbeute könnte sich auf zwei Millionen Euro belaufen. Wie viel Geld in dem Transporter gelagert waren, darüber machten die Fahnder keine Angaben. Experten sprechen von mehreren Millionen Euro.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Überfall auf Geldtransporter in Saarlouis: Schüsse und Explosion vor Ort