1. Blaulicht

Wadern: Maskenverweigerer droht mit Attentat im Rathaus

Staatsschutz eingeschaltet : Maskenverweigerer drohte mit Rathaus-Attentat – Großeinsatz der Polizei in Wadern

Üble Drohung am Telefon: Dabei soll ein Waderner eine Bluttat angekündigt haben. Das rief sogar den Staatsschutz auf den Plan. Ermittler entdeckten bei ihm zu Hause auch eine Waffe. Es war nicht das erste Mal, dass er auffiel.

Offensichtlich ist einem Mann die Auskunft aus dem Waderner Rathaus zur Maskenpflicht übel aufgestoßen. Denn als Reaktion darauf bedrohte er die entsprechende Mitarbeiterin der Stadtverwaltung – und zwar erheblich. Er werde vorbeikommen und eine Bluttat anrichten.

Entsprechende Informationen der Saarbrücker Zeitung hat nun die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken bestätigt. Wie deren Sprecher Mario Krah der SZ berichtete, sei daraufhin die Wohnung des Beschuldigten durchsucht und dabei eine Schusswaffe entdeckt worden. Der Mann ist weiterhin auf freiem Fuß.

Der Zwischenfall liegt schon einige Wochen zurück, kam aber jetzt erst ans Tageslicht. Die Drohung soll im Zusammenhang mit der Bundestagswahl am 26. September stehen. Der Waderner habe sich Krahs Angaben zufolge einige Tage zuvor, am 21. September, bei der Stadt gemeldet. Er rief eine Mitarbeiterin an, die für die Wahl in der Stadt Wadern zuständig war. Er wollte während des Telefonats wissen, ob bei der Stimmabgabe im Wahlbüro Maskenpflicht besteht. Sie bestätigte. Das schien ihm wohl nicht in den Kram zu passen.

Denn jetzt spitzte sich die Lage zu. Er werde sich am Montag nach der Wahl in den Amtsstuben der Stadtverwaltung blicken lassen und dann um sich schießen – in der Absicht, Beschäftigte zu töten.

Konkret soll er sich auf ein Arztattest bezogen haben, das ihn von der Maskenpflicht befreie. So wollte er ins Wahlbüro im Stadtteil Löstertal erscheinen. Sollte er deswegen Probleme bekommen, werde er tags drauf zur Bluttat schreiten, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Die Bedrohte schenkte dieser Ankündigung anfänglich keine allzu große Beachtung. Erst das Attentat auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im nahen Idar-Oberstein, bei dem ein Maskenverweigerer auf sein Opfer die tödlichen Schüsse abgab, ließ die Waderner Verwaltungsmitarbeiterin aufschrecken. Sie informierte Bürgermeister Jochen Kuttler sowie den Landeswahlleiter. Letzterer alarmierte die Polizei, wie Stephan Laßotta, Sprecher des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken, der SZ mitteilte.

Schon bald darauf stand die Polizei in gehörigem Aufgebot vor der Haustür des Mittfünfzigers. Außerdem wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Mit einem richterlichen Beschluss in den Händen durchsuchten die Beamten die Wohnung und entdeckten eine Schusswaffe. Ob er diese besitzen durfte und sie überhaupt scharf ist, versuchen Kriminaltechniker herauszufinden.

Es war nicht das erste Mal, dass sich der Mann den staatlichen Auflagen zum Schutz vor der Corona-Pandemie widersetzte. Wie Behördensprecher Krah weiter berichtete, sei der Waderner bereits im vergangenen Jahr als Maskenverweigerer aufgefallen. Damals hatte er den Leiter eines Supermarktes angezeigt. Der Vorwurf: Nötigung.

Auslöser dafür: Der Marktleiter hatte von ihm, wie durch die Landesverordnung vorgeschrieben, verlangt, beim Einkauf im Geschäft eine Maske aufzusetzen. Da der Kunde das aber ablehnte, ließ ihn der Angestellte nicht rein. Das wollte der Kunde nicht auf sich sitzen lassen und deshalb den Mann aus der Kaufhalle vor den Kadi bringen.

Jetzt wird gegen den renitenten Waderner wegen seines Schreckanrufes ermittelt. Ein Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft erhebt: Störung des öffentlichen Friedens, weil er eine Straftat androhte.

An der Bundestagswahl soll er teilgenommen haben. Demnach erschien er zur Abstimmung in der Löstertalhalle. Ohne Maske, seine weibliche Begleitung mit Mund-Nasen-Schutz.