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Saarbrücken: Betrunkener Autofahrer verletzt vermissten Jungen bei Unfall

Schwerer Unfall in Saarbrücken : Betrunkener Autofahrer verletzt vermissten Jungen (12)

Der Aufprall des Wagens war so heftig, dass Trümmerteile ein Kind im Gesicht verletzten. Der Fahrer rollte dann über Gleise weiter. Die Polizei fand kurz darauf noch mehr heraus.

Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich am frühen Freitagmorgen, 17. Dezember, in der Saarbrücker Innenstadt ereignet. Nahe der Johanneskirche geriet nach Polizeiangaben ein Autofahrer mit seinem schweren Wagen von der Straße ab und prallte frontal gegen ein Wartehäuschen der Saarbahn. Das hatte weitreichende Folgen, konnte den Verursacher aber zuerst nicht davon abhalten, seine brachiale Tour fortzusetzen.

Gegen 4 Uhr war es zu dem Unglück gekommen, heißt es dazu in einem Bericht. Fatal: Als der 30-Jährige mit seinem schwarzen BMW gegen den Haltestellenunterstand raste, hielt sich ganz in der Nähe ein Kind auf. Dies bekam herumfliegende Trümmerteile ab, die ihm im Gesicht Schnittwunden zufügten.

Doch das Opfer und der angerichtete Schaden scherten den Merziger am Steuer recht wenig. Er raste über die Gleise weiter, bis er dann zum Beethovenplatz abbog. Dort stellte er die verbeulte Karosse ab. 

Die Polizei entdeckte ihn dort aber recht zügig. Das konnte ihn  immer noch nicht bremsen: Er wehrte sich heftig gegen die Beamten. Dabei stellten diese fest, dass er ziemlich viel getrunken hatte. Ein erster Atemtest ergab 1,7 Promille.

Im Auto an seiner Seite saß eine 25 Jahre alte Frau. Die Beifahrerin aus Rehlingen-Siersburg wurde bei dem harten Aufprall leicht verletzt.

Anders der Zwölfjährige: Seine Schnittwunden mussten im evangelischen Krankenhaus behandelt werden. Da wussten die Ermittler bereits, dass es sich bei dem jungen Saarbrücker um einen Ausreißer handelt. Seine Eltern hatten ihn schon als vermisst gemeldet und durch die Polizei nach ihm fahnden lassen. Nach der Behandlung in der Klinik brachte sie ihn nach Hause.

Unterdessen kann sich der betrunkene Autofahrer auf einige Verfahren einstellen: So ist er zumindest fürs Erste seinen Führerschein los. Außerdem geht es ihm wegen des aggressiven Widerstands gegen die Beamten an den Kragen. Der Schaden ist erheblich. Erste Schätzungen gehen von 50 000 Euro aus. Das überdachte Wartehäuschen ist völlig hinüber.