1. Blaulicht

Verfolgungsfahrt von Dillingen nach Merzig – Fahrer lässt Freundin zurück​

Von Dillingen bis Merzig : Wilde Verfolgungsfahrt mit Polizei endet im Wald – Fahrer lässt Freundin einfach zurück

Eine Polizei-Kontrolle mündete am späten Dienstagabend in eine gefährliche Verfolgung. Die Fahnder und sogar Feuerwehr suchten nach dem Autofahrer, der sich in einem Wald versteckt hielt.

Etliche Kilometer hat sich eine Verfolgungsfahrt erstreckt, an der viel Polizei aus dem Saarland und zuletzt sogar Feuerwehr-Leute beteiligt waren. Am späten Dienstagabend hatte sich ein Autofahrer nicht kontrollieren lassen wollen und war deshalb vor den Ermittlern geflüchtet.

Die wilde Fahrt begann gegen 23.10 Uhr an der Aral-Tankstelle in Dillingen. Dort wollten Beamte einen Opel und dessen Insassen kontrollieren. Als dies der Fahrer bemerkte, soll er aufs Gas gedrückt haben, wie ein Sprecher des polizeilichen Verkehrsdienstes in Merzig am Mittwochmorgen auf SZ-Anfrage berichtet.

Flucht vor der Polizei-Kontrolle endet im Wald bei Merzig

Der 33-Jährige fuhr rasant erst einmal in Richtung Beckingen. Von dort ging es nach Merzig weiter. Mittlerweile beteiligten sich an der Verfolgung nicht nur Landes-, sondern auch Bundespolizei. Denn der Wagen war mit französischen Kennzeichen unterwegs. So befürchteten die Fahnder, dass der Mann ins Nachbarland abhauen könnte. In Deutschland ist die Bundespolizei grundsätzlich für Grenzen verantwortlich.

Die Fahrt führte den Flüchtenden mit großer Geschwindigkeit nach Merzig. Dort geriet er mit seinem Wagen am Ende einer Straße in einen Wald. Dort soll sein Fahrzeug in Hecken steckengeblieben sein. Das hinderte den Franzosen jedoch nicht daran, seine Flucht fortzusetzen. Jetzt aber zu Fuß.

Dabei interessierte es ihn offensichtlich wenig, wie es seiner Freundin (22) erging. Die ließ er auf dem Beifahrersitz und für die Polizei zurück. Er verschwand fürs Erste im Dickicht.

Um ihn aufzuspüren, riefen die Ermittler die Feuerwehr zu Hilfe. Mit einer Wärmebildkamera machten sie der Mann, der sich verduftet hatte, ausfindig. Er lag im Wald auf dem Boden.

Polizei: keinen Führerschein, dafür Drogen

Nach seiner vorläufigen Festnahme stellten Polizisten fest, dass er Drogen genommen hatte. Doch damit nicht genug: Er besaß keinen Führerschein. Und das Auto war weder versichert noch zugelassen. Im Wagen selbst fanden die Beamten Rauschgift, darunter Heroin.

Die Karosse gehört nicht ihm. Über die französischen Behörden fand die Saar-Polizei den Besitzer heraus. Der soll nun sein im Forst gestrandetes Fahrzeug abholen. Bei der wilden Verfolgungsfahrt soll niemand verletzt worden sein, meldet der Polizeisprecher. Der Einsatz zog sich bis nach Mitternacht hin.