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Brutale Schlägerei in Wadern: Berüchtigte Familie beteiligt

Ermittlungen laufen : Nach brutaler Schlägerei in Wadern – Zeugen berichten von langer krimineller Vergangenheit einiger Beteiligter

Was war der Auslöser für die blutige Auseinandersetzung am Busbahnhof in der Hochwaldstadt? Beobachter wollen da konkrete Kenntnisse haben. Sie berichten von der Vorgeschichte einiger, die daran beteiligt gewesen sein sollen. Und diese deutet auf eine lange kriminelle Vergangenheit hin.

Eine Schlägerei mit zurzeit drei bestätigten Verletzten beschäftigt weiterhin die Polizei. Zu der war es am vergangenen Montagabend am Waderner Busbahnhof gekommen. Bislang stochern die Ermittler jedoch weitgehend im Nebel. Denn bei den Beteiligten stießen sie auf eine Wand des Schweigens, wie ein Landespolizeisprecher am Freitag sagt. Zurzeit sei kaum etwas aus den Vertretern der beiden verfeindeten Gruppen mit jeweils bis zu vier Anhängern herauszubekommen. Sie waren mit Schlagwerkzeugen aufeinander losgegangen.

Dabei wurde ein Opfer mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Fahnder schlossen anfänglich aufgrund der augenscheinlich schweren Blessuren nicht einmal aus, dass der 58-Jährige aus Wadern in Lebensgefahr schweben könnte. Außerdem wurde dessen Frau (46) verletzt. Und ein 65-Jähriger aus Weiskirchen, der dem Waderner die herben Schläge auf den Kopf versetzt haben soll. Anfänglich ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, stufte dies aber bald schon auf gefährliche Körperverletzung ab. Der mutmaßliche Schläger ist mittlerweile wieder frei.

Nach Berichten aus Wadern könnte der Auslöser für den folgenreichen Zwist ein Streit um ein missglücktes Drogengeschäft gewesen sein. Demnach habe ein Mann aus der Gruppe um den Weiskircher beim Sohn des schwerverletzten Waderners Drogen bestellt und ihm dafür schon Geld bezahlt. Allerdings sei das Rauschgift nicht beim Besteller angekommen.

Dies habe sich der so Geprellte nicht bieten lassen wollen und schritt zur Tat, wollte sich mit Gewalt die Moneten zurückholen. Ein Beobachter schildert: „Da hat er mal Hausbesuch bei denen gemacht.“

Der Vater des angeblichen Dealers verteidigte ihn. Was ihm nach Polizeiangaben letztlich die Prügel des älteren Weiskirchers einbrachte, womöglich der Großvater des abgezockten Rauschgift-Bestellers. Als sich die Frau des später verletzten Waderners einmischte, bekam sie ebenfalls Prügel ab. Und der Weiskircher selbst soll seine Dresche aus den eigenen Reihen bezogen haben. Zu dieser Darstellung machten die Ermittler auf Nachfrage keine Angaben.

Zeugen, die Beteiligte der blutigen Fehde kennen, wundert es nicht, dass es am Montag gegen 17.30 Uhr zu solchen Auswüchsen kam. So bestehe die eine Gruppe um den Weiskircher aus einer Sippe, die dafür seit Jahrzehnten bekannt sei, immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. „Das ist bei denen Familientradion“, erklärte ein Anwohner. Demnach handle es sich bei den Hauptbeteiligten um eine Familie, die ursprünglich aus dem Weiskircher Ortsteil Thailen stammt. „Wenn Du früher zu einer Disko in die Waderner Stadthalle gegangen bist, hast Du um die immer einen großen Bogen gemacht“, schildert ein Zeuge. Denn sie seien immer schon auf Krawall ausgewesen. Das setze sich bis heute fort.

Die Polizei bestätigte indes lediglich, dass zumindest einer aus diesem Umfeld gebürtiger Thailener ist. Welche Gegenstände aus dem Kofferraum des Autos, mit dem sie nach Wadern gekommen sind, letztlich als Waffe eingesetzt wurde, stehe noch nicht fest. Auch hier greift bislang das Schweigen der Beteiligten.