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Kommentar zu #allesdichtmachen

Kommentar zu #allesdichtmachen : Dümmlich bis erschreckend

Hysterisch muss man jetzt nicht werden. Oder den „Tatort“ aus Münster  boykottieren. Aber man kann schon den Ekel bekommen. Da gibt es ein, zwei originelle Beiträge: von Hanns Zischler etwa, der sich von allem distanziert, einschließlich sich selber.

Ansonsten aber schlagen die Beiträge auf den Magen: Wenn Martin Brambach einen Neo-Blockwart parodiert, der am liebsten Menschen ohne Maske schikaniert. Oder Nina Gummich erzählt, sie habe sich eine eigene Meinung abtrainiert, der Karriere wegen. Oder Inka Friedrich, die ihren Sohn verprügelt, weil das sonst die Polizei tut – dann doch lieber Mutti. Sie alle zeichnen das Bild einer Duckmäuser-Republik mit einer Regierung, die aus Spaß reglementiert. Das ist jene dümmliche Mentalität, die eine Maske einen „Maulkorb“ nennt und sich dabei für ach so kritisch hält.

Erschreckend ist das Statement von Jan-Josef Liefers: Ironisch dankt er „allen Medien“, die uns konsequent unter der Knute der Angst halten. Dass er so die Mär einer „gleichgeschalteten“ Presse unterfüttert, müsste ihm klar sein. Da wundert er sich, dass ihn die AfD bejubelt, von der er sich „glasklar“ distanziert? Die bastelt derweil, nach der kritischen Reaktion auf die Aktion, am üblichen Opfer-Mythos, nach dem man in diesem Land nichts Kritisches sagen dürfe. Doch, darf man.