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Youtuber Rezo schlägt im Video auf Youtube wieder zu: Politiker aus der Region im Visier

Zerstörung Teil 2 – Klima-Katastrophe : Harte Vorwürfe – Youtube-Star Rezo schlägt wieder zu und knöpft sich Politiker aus der Region vor (mit Video)

Kurz vor der Bundestagswahl am 26. September meldet sich der Videoblogger Rezo erneut zu Wort. Nach seinem vernichtenden Urteil gegenüber der CDU vor zwei Jahren legt er jetzt beim Thema Klima nach. Er wirft Politikern aus Rheinland-Pfalz vor, sich schmieren zu lassen. Und belegt dies mit Zahlen.

Er lässt nicht locker, legt nach. Und das mit einem wieder mal ausführlichen Beitrag. Erneut schafft es der politische Videoproduzent Rezo damit, die Aufmerksamkeit auf sich und seine Botschaften zu lenken. Seit Samstag (4. September) ist sein neuester Film bei Youtube zu sehen: Zerstörung Teil 2: Klima-Katastrophe. Mehr als 30 Minuten weist er auf die Fakten des Klimawandels hin und die aus seiner Sicht bewussten Unzulänglichkeiten der Politik, daran etwas zu ändern. Innerhalb weniger Stunden wurde dieser Beitrag weit mehr als 1,2 Millionen Mal aufgerufen.

Bereits zu Beginn wirft Rezo der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD vor,  dass sie „nicht nur in ihren eigenen Zielen scheitert, sondern auch verfassungswidrige Gesetze beschließt und sogar Fortschritt aktiv verhindert“. Dabei geht er auf den Stand der Klimakrise mit Details ein. Vom weltweiten Temperaturanstieg, der seit 1880 bis heute 1,2 Grad im Mittelwert betrage. In Deutschland liege er sogar bei zwei Grad. Die Daten stammen demzufolge vom Bundesumweltministerium, wie er im Bild einblendet.

Er verweist auf Hitzewellen, die zehnmal wahrscheinlicher geworden sind. Er führt Waldbrände und Dürren auf, die viele Regionen Deutschlands beträfen. Vor anderthalb Jahren seien bei einem Waldbrand in Australien allein 500 Millionen Tiere gestorben. Die verbrannte Gesamtfläche stellt er zum Vergleich auf einer Landkarte dar. „Stellt Euch vor, die Hälfte von Deutschland würde einfach verbrennen. Das ist die Größenordnung“, kommentiert er dies.

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Gleichzeitig schmelze das Eis immer schneller. 39 Millionen Menschen hätten sich zuletzt aufgrund von Klimaereignissen nicht mehr ausreichend ernähren können, bilanziert Rezo, der seinen bürgerlichen Namen geheim hält.

Anschließend knöpft er sich einzelne Politiker vor. So zum Beispiel Nicola Beer von der FDP. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments behauptete in einem Interview beim TV-Nachrichtensender ntv, das Rezo in Ausschnitten einspielt: „Forscher, die solche Veränderungen über Jahrzehnte betrachten, die sagen: Das sind kleine Ausschläge an der Stelle. Das ist über die Jahrhunderte betrachtet eben nichts.“ Rezo hält sofort gegen: „Nein, das sagen sie halt nicht. Das ist völliger Bullshit und widerspricht völlig jedem wissenschaftlichen Stand.“

Direkt darauf kommt er auf die CDU zu sprechen, die er sich bereits im Mai 2019 mit einem Aufsehen erregenden Video zur Brust genommen hat. Insbesondere die Werteunion hat es ihm hierbei angetan. Sie leugne den menschengemachten Klimawandel und fügt dazu folgenden Auszug aus einem Papier der Werteunion aus Bayern an: „Politische Klimamaßnahmen sind wegen des geringen Einflusses der Menschen auf die Klimaveränderung unsinng.“ Somit unterstütze sie die Klimaleugner und verstärke deren Auffassung einer Verschwörung. Mit einem weiteren Zitat aus der Bayern-Union will Rezo dies belegen, indem sie die Wissenschaft diskreditiere: „Hinzu kommen Mitläufer, die ihren Anteil aus dem großen Topf staatlicher Fördergelder für ‚Klimawandelforschung’ abgreifen wollen.“ Vertreter dieser Ansichten: unter anderem Bundestagsabgeordnete, die er auch namentlich in dem Beitrag in Schriftform auflistet.

Rezo wechselt das Thema, schaut sich bei den Lobbyisten aus der Wirtschaft um und arbeitet sich am Stromerzeuger RWE ab. Dieser verdiene viel Geld mit Gas- und Kohlekraftwerken, die aber wegen der Verbrennung fossiler Stoffe zum Klimawandel beitragen.   RWE habe ein „riesiges finanzielles Interesse daran, so einen Kohleausstieg so lang wie möglich nach hinten zu schieben.

Die enge Zusammenarbeit mit der Politik funktioniere. Das sehe man „allein daran, wenn hohe CDU-Politiker:innen später im Vorstand von RWE landen oder wenn sich der Vorstandsvorsitzende von RWE mit dem Kanzleramtsminister in seinem Jagdhaus trifft, um abseits von der Bevölkerung Dinge zu besprechen“.

Rezos Vorwürfe wiegen schwer, weil „RWE massig Politiker einfach direkt bezahlt“. Konkret sollen ein Drittel der Landräte in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr Geld von Energiekonzernen bekommen haben. Der Videoblogger blendet dazu eine Liste derer sowie den entsprechenden Zuwendungen ein. Es gehe um jeweils vier- bis sechsstellige Beträge.

„Zirka 130 000 Euro“ sollen an den Landrat des direkt ans Saarland grenzenden Kreises Trier-Saarburg, Günther Schwartz (CDU) geflossen sein.  Damit sei seine Haupteinnahmequelle „faktisch RWE“ gewesen. Zum Vergleich: Das übliche Salaire aus Steuergeld betrage für Landratsposten in der Regel bis zu 120 000 Euro. Damit habe er in seiner Nebentätigkeit mehr verdient. „Und was er dafür im Gegenzug getan hat, weiß letztlich nur er selbst.“ Und Rezo schließt diesen Fall damit: „Aber seine Gegenleistung scheint einen sehr hohen Wert für RWE gehabt zu haben.“ Dabei handle es sich nicht um einen Einzelfall. Schon seit vielen Jahren seien diese Methoden üblich.

Rezo appelliert schließlich an die ältere Generation, ihre Wahlmacht für die Zukunft der jungen Generation zu nutzen. „Ihr entscheidet über die Zukunft der jungen Generationen. „Das sind dieselben Generationen, die während der Corona-Krise ihre Freiheiten für die Älteren eingeschränkt haben.“ Um etwas zu verändern, bräuchten die Jüngeren jetzt die Älteren.