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FC Homburg will sich mit Sieg gegen Hoffenheim ins neue Jahr verabschieden

Fußball-Regionalliga : Göcer: Brauchen Leistung, keine Rechenspiele

Fußball-Regionalligist FC Homburg tritt an diesem Freitagabend zum letzten Spiel des Jahres bei der TSG Hoffenheim II an. Mit einem Sieg würden die Grün-Weißen die Tabellenspitze zumindest noch mit dem Fernglas sehen. Serkan Göcer will Trainer Wenzel „Vertrauen zurückzahlen“.

Fußball-Regionalligist FC Homburg trifft im letzten Punktspiel vor der Winterpause am Freitagabend auswärts auf die U21 der TSG Hoffenheim. „Das 1:1 am letzten Spieltag gegen RW Koblenz war enttäuschend. Wir werden alles daran setzen, uns mit einem Sieg in die Winterpause zu verabschieden“, verspricht Homburgs Serkan Göcer. Seine Mannschaft, die in der Tabelle auf Rang sechs liegt, braucht beim 13. im Dietmar-Hopp-Stadion einen Sieg, um die Ligaspitze zumindest mit Sicherheitsabstand im Auge zu behalten. Tabellenführer Offenbach hat bereits neun Punkte mehr auf dem Konto und noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.

 Mittelfeldspieler Göcer hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Es war der 26. September vergangenen Jahres als der 28-Jährige im Auswärtsspiel beim KSV Hessen Kassel unglücklich im Rasen hängen blieb und sich einen Kreuzbandriss in linken Knie zuzog. Zahllose Schichten ackerte Göcer in der Reha und im Aufbautraining, ehe er fast ein Jahr später wieder in einem Pflichtspiel auf dem Rasen stand. Und das ausgerechnet an jener Stelle, an der er sich seine schwere Verletzung zugezogen hatte. Am 4. September dieses Jahres wurde er in Kassel in der Schlussphase eingewechselt. Trotz der Freude über das Comeback „war es auch ein schmerzhafter Tag, den wir am liebsten alle vergessen würden“, sagt Göcer. Homburg verlor die Partie am fünften Spieltag mit 0:3, hatte auch davor noch kein Spiel gewonnen und rutschte auf den letzten Tabellenplatz ab.

Inzwischen sieht die Situation sowohl für den Spieler als auch für das Team deutlich freundlicher aus. Der FCH hat sich immerhin in das vordere Tabellendrittel gearbeitet – und Göcer ist wieder Stammspieler auf seiner Lieblingsposition: Als „Sechser“ vor der Abwehrkette. „Nach so einer langen Verletzungspause war es für mich nicht einfach, wieder reinzufinden. Umso schöner, dass es so schnell ging. Für mich war es wichtig, dass der Trainer sieht: Er kann mir vertrauen. Dieses Vertrauen möchte ich einfach mit Leistung zurückzahlen“, sagt Göcer.

Seine Saisonanalyse: „Den Start haben wir natürlich richtig in den Sand gesetzt. Jetzt liegen wir auf Kurs. Nicht nur was die Ergebnisse angeht, wir haben uns auch spielerisch stabilisiert. Diesen Weg müssen wir weitergehen, damit Ausrutscher wie letzte Woche gegen Koblenz nicht mehr passieren.“ Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gebe seine Mannschaft noch immer zu viele Punkte gegen jene Gegner ab, die für ein ambitioniertes Team wie Homburg schlagbar sein sollten. So gerät der Angriff der Saarpfälzer auf die Tabellenspitze immer wieder ins Stocken. Und das obwohl der FCH mit Steinbach, Mainz II, Ulm und Elversberg zuletzt vier Gegner bezwang, die unter den ersten fünf der Tabelle zu finden sind. Nur gegen Spitzenreiter Offenbach verloren die Grün-Weißen im Heimspiel trotz Überlegenheit nach einem Patzer von Torwart Niklas Knichel unglücklich mit 0:1.

Hätte der FCH die Partie gewonnen, betrüge der Rückstand auf Platz eins heute fünf Punkte. Nun sind es deren neun. Die Frage, ob in der Restrunde trotzdem noch etwas drin ist für die Saarpfälzer möchte Göcer nicht klar beantworten. „Es kann immer etwas passieren, sowohl im Positiven, als auch Negativen. Wir tun gut daran, uns immer auf das nächste Spiel zu konzentrieren, Leistung zu bringen und uns nicht mit irgendwelchen Rechenspielen zu beschäftigen.“

Bei der TSG Hoffenheim II wollen er und seine Mannschaft sich ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk unter den Tannenbaum legen. „In Ulm haben wir ja vor zwei Wochen erst gezeigt, dass wir auch auswärts für die Dreier gut sind“, sagt Göcer.

Ähnlich sieht es Trainer Timo Wenzel: „Für uns ist es eine riesige Motivation, nach dem mäßigen Auftritt gegen Koblenz nochmal ein gutes Spiel zu zeigen. Danach gehen die Jungs in den Urlaub.“ Wenzel schlägt aber auch warnende Töne an. Er sieht die Hoffenheimer als „spielerisch sehr starke Mannschaft“, die seinem Team bereits im Hinspiel im Waldstadion das Leben schwer machte. Am Ende musste sich Homburg nach 3:1-Pausenführung mit einem 3:3 begnügen.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Außenverteidiger Tim Stegerer (erkrankt) und von Loris Weiss, der gegen Koblenz einen Schlag auf den rechten Fuß bekam. Definitiv nicht dabei ist der gesperrte Mart Ristl (5. Gelbe).