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Corona-Pandemie: Asselborn warnt vor Grenzschließungen

Corona-Pandemie : Luxemburgischer Außenminister warnt vor Grenzschließungen

Erhöhte Zahl von Corona-Neuinfektionen in Luxemburg: Außenminister Jean Asselborn warnt im Gespräch mit unserer Zeitung am Sonntagabend vor Grenzschließungen.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn setzt bei der Frage nach möglichen neuen Grenzschließungen auf Diplomatie. Asselborn sagte am Sonntagabend gegenüber unserer Zeitung, dass er beim Außenministertreffen an diesem Montag in Brüssel seinen deutschen und belgischen Kollegen einen Brief überreichen will, in dem er erklärt, warum die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Luxemburg derzeit höher ist als in den Nachbarländern.

Asselborn verwies im Gespräch auf die hohe Zahl von Tests, die in seinem Land durchgeführt werden. Allein in der vergangenen Woche seien es über 9000 gewesen. In keinem anderen Land der EU würde mehr auf Sars-Cov-2 getestet. Auch Grenzgänger würden in Luxemburg getestet.

Seit einigen Tagen verzeichnet das Nachbarland eine erhöhte Zahl von Neuinfektionen, täglich werden mehr als 50 neue Fälle gemeldet. Premierminister Xavier Bettel führt dies darauf zurück, dass sich zunehmend Menschen nicht an geltende Regeln gehalten haben, etwa bei Partys.

Asselborn sieht die große Zahl an Tests als Grund für die steigende Zahl an Neuinfektionen. Das wolle er den anderen Ländern deutlich machen, sagte der Minister.

Einige Länder wie Dänemark oder Zypern haben Luxemburg wegen der hohen Infektionszahlen zum Risikogebiet erklärt. Einreisende aus Luxemburg müssen dort zunächst zwei Wochen in Quarantäne. Auch Belgien hat für das Nachbarland eine Warnstufe ausgerufen.

„Neuerliche Grenzschließungen wären eine Katastrophe“, sagte Asselborn. Während der Corona-Krise hatte Deutschland die Grenzen unter anderem zu Luxemburg geschlossen. Das hatte Asselborn deutlich kritisiert.