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Amokfahrt von Trier: Polizisten schildern Festnahme des Angeklagten

Erste Zeugen werden vernommen : Mutmaßlicher Amokfahrer von Trier vor Gericht: Darum geht es heute am zweiten Prozesstag

Heute Morgen geht der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer von Trier vor dem Landgericht weiter. Am zweiten Prozesstag werden Details zu der Tat und der Festnahme des Tatverdächtigen erwartet, der des fünffachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes angeklagt ist.

Mit der Vernehmung von Zeugen wird am Freitag der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer von Trier fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat den 51-jährigen Tatverdächtigen wegen fünffachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes angeklagt. Der Amokfahrer sei am 1. Dezember vergangenen Jahres wahllos und gezielt auf Passanten zugefahren und habe „möglichst viele Menschen töten oder zumindest verletzen“ wollen, heißt es in der 79-seitigen Anklageschrift.

Erste Zeugen beim Amokfahrt-Prozess in Trier

Am zweiten Prozesstag werden die Polizisten befragt, die den aus dem Trierer Stadtteil Zewen stammenden Angeklagten kurz nach seiner tödlichen Fahrt durch die Innenstadt festgenommen haben. Der Tatverdächtige stand damals rauchend neben seinem Fahrzeug in der Christophstraße nahe der Porta Nigra. Der 51-Jährige soll sich heftig gewehrt haben, als die Einsatzkräfte ihn überwältigten.

Auf dem seinerzeit von einem  Augenzeugen aufgenommenen Video ist zu sehen, wie drei Polizisten den Mann vor der geöffneten Kofferraumklappe seines Autos auf den Boden drücken. Zwei weitere Männer sicheren den Zugriffsort ab. Ein weiterer Polizist telefoniert. 

Um die Details der Festnahme und den genauen zeitlichen Ablauf wird es am zweiten Verhandlungstag bei der Vernehmung der als Zeugen geladenen Polizisten gehen. Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, will das Gericht unter der Vorsitzenden Petra Schmitz am Freitagvormittag insgesamt sechs Kriminalbeamte hören.

Die Plätze im großen Sitzungssaal des Landgerichts sind wie schon beim Prozessauftakt kontingentiert: 13 Plätze sind für Journalisten reserviert, 23 Plätze für Zuschauer. In der eigens für das Verfahren erlassenen sechsseitigen sitzungspolizeilichen Verfügung heißt es, dass keine Reservierungen möglich seien und Zuhörer „in der Reihenfolge ihres Eintreffens“ in den Sitzungssaal gelassen würden. Der Prozess beginnt um 9 Uhr.

Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Amokfahrer

Der erste Prozesstag vor zwei Wochen war schon nach einer knappen halben Stunde wieder beendet. Oberstaatsanwalt Eric Samel verlas die Anklage, dann wurden noch kurz die Personalien des Angeklagten erörtert: geboren 1969 in Trier, ledig, keine Kinder, gelernter Elektroinstallateur.

Über seine Verteidigerin Martha Schwiering ließ der Angeklagte erklären, dass er sich zunächst weder zu seinem Lebenslauf noch zu den Vorwürfen äußern werde. Der Mordprozess ist bis Ende Januar terminiert, insgesamt 26 Verhandlungstage sind angesetzt.

Nach dem Termin am Freitag geht der Prozess erst am Dienstag in zweieinhalb Wochen weiter. Auch am Tag danach, dem 52. Geburtstag des Angeklagten, ist ein Prozesstag angesetzt.

Nach Einschätzung eines psychiatrischen Sachverständigen leidet der mutmaßliche Täter an einer Psychose. Über das vorläufige Gutachten hatte sich am ersten Prozesstag ein Streit entzündet, weil die Staatsanwaltschaft und die beiden Verteidiger des Angeklagten sich geweigert hatten, dieses den Nebenklagevertretern auszuhändigen. Möglich, dass auch dieser Streit am zweiten Verhandlungstag erneut ein Thema werden könnte.