1. Saarland
  2. Blick zum Nachbarn
  3. Rheinland-Pfalz

Ukraine-Gipfel in Ramstein hat Folgen für Himmel über Saarland​

Verteidigungsminister-Treffen auf US-Airbase : Heutiger Ukraine-Gipfel in Ramstein hat Folgen für den Himmel über dem Saarland

Verteidigungsminister treffen sich am heutigen Freitag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein. Zum dritten Mal kommt die Ukraine-Kontaktgruppe seit dem Kriegsausbruch zusammen. Dieser Besuch hat Auswirkungen auf den Luftraum über dem Saarland.

Inhalt des Artikels

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat Amtskollegen der Ukraine-Kontaktgruppe erneut zu Beratungen geladen. Sie kommen dazu auf dem rheinland-pfälzischen US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein nahe der Grenze zum Saarland zusammen.

Westliche Verteidigungsminister sowie hochrangige Militärs wollen dort über weitere Hilfen für die Ukraine beraten. Das Land wurde vor knapp einem Jahr von Russland angegriffen und befindet sich seitdem mit seinem östlichen Nachbarn im Krieg.

Wer für den Luftraum in Ramstein verantwortlich ist

Um über Waffenlieferungen für Kiew zu sprechen, treffen sich die Regierungsvertreter nach September vergangenen Jahres schon zum zweiten Mal in der Pfalz. Insgesamt gab es bereits drei solcher Termine. Zum ersten Mal dabei am heutigen Freitag, 20. Januar: Boris Pistorius. Er ist neuer Verteidigungsminister Deutschlands. Der Politiker erhielt am Donnerstag seine Ernennungsurkunde, nachdem seine Vorgängerin Christine Lambrecht (beide SPD) am Montag ihren Rücktritt erklärt hatte.

Doch was bedeutet die Konferenz mit zahlreichen Gästen aus aller Welt für den Luftraum über der Air-Base und dem angrenzenden Saarland? Grundsätzlich ist die Deutsche Flugsicherung (DFS) mit ihren Fluglotsen dafür verantwortlich, dass Maschinen sicher starten, sicher in der Luft unterwegs sind und sicher landen. Dabei kümmert sich das Unternehmen DFS sowohl um zivile als auch militärische Luftfahrt über Deutschland.

Da es sich in Ramstein um einen militärisch genutzten Flughafen handelt und dieser unter der Kontrolle der USA steht, hat die DFS hier keine Vertreter am Tower. Dabei handelt es sich um die Einrichtung am Boden, von wo aus Starts und Landungen im direkten Einzugsbereich des größten amerikanischen Luftwaffenstützpunktes außerhalb der USA koordiniert werden.

Die DFS, eine Gesellschaft im alleinigen Besitz der Bundesrepublik, regelt darüber hinaus den Luftverkehr im Umfeld, So auch, damit die am Freitag erwarteten Minister und Militärvertreter mit dem Flieger gefahrlos an- und abreisen können.

Wer während der Konferenz nicht über die Air-Base Ramstein fliegen darf

In der Regel werde dafür der Luftraum für weitere Flugzeuge, zumeist zivile Maschinen gesperrt. Davon ausgenommen sind beispielsweise medizinische Rettungsflüge. Polizeieinsätze aus der Luft sind ebenso möglich, wie eine DFS-Sprecherin auf SZ-Anfrage berichtet.

So sei es durchaus möglich, dass es wegen des Treffens der Verteidigungsminister zu weniger Fluglärm als üblich kommt. Die Flugverbote beziehen sich dabei nicht nur auf Passagiermaschinen. „Das Bundesverkehrsministerium hat für die Veranstaltung ein sogenanntes Flugbeschränkungsgebiet festgelegt“, sagt auf SZ-Anfrage DFS-Sprecherin Ute Otterbein.

Das bedeutet im Detail: Alle Flüge sind bis in einer Höhe von drei Kilometern vom Boden aus untersagt. Das betreffe insbesondere Sportflugzeuge und Drohnen über dem eigentlichen Flugplatz.

Diese Städte und Gemeinden im Saarland sind von Flugeinschränkungen betroffen

Dieser Umkreis, in dem es ebenfalls Einschränkungen gibt, erstreckt sich in Ost-West-Ausdehnung von Bad Dürkheim bis Friedrichsthal. Damit umfasst der Radius um Ramstein weite Teile im Ost-Saarland. So gehören Nohfelden, Namborn, St. Wendel, Marpingen, Ottweiler, Neunkirchen, Schiffweiler, Bexbach, Homburg, Kirkel und Blieskastel in diese Zone. Hier ist es nur solchen Maschinen erlaubt zu verkehren, deren Piloten per Sprechfunk jederzeit zu erreichen sind, oder die mit Radar erfasst werden können. Segelmaschinen beispielsweise besitzen solche Transponder für Radarsignale wegen deren Gewichts normalerweise nicht.

Dieses Flugbeschränkungsgebiet rund um Ramstein gilt an diesem Freitag von 7 bis 18 Uhr. In dieser Zeit ist das Treffen vorgesehen. Ob dies Auswirkungen auf den regulären Flugverkehr der Air-Base hat, sei von der DFS nicht abzuschätzen.

Ein Auge oder besser ein Ohr wollen die Verantwortlichen der Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung in Kaiserslautern haben. Wie deren Vorstandsmitglied Horst Emrich der SZ ankündigt, „werden wir genau darauf achten, was sich an dem Tag da tut“.