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Erneut 100 Neuinfektionen - Luxemburg wird zum Risikogebiet erklärt

Virus-Ausbreitung : Erneut 100 Neuinfektionen - Luxemburg wird zum Risikogebiet erklärt

Das Robert-Koch-Institut hat Luxemburg wegen steigender Corona-Infektionen zum Risikogebiet erklärt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen ins Nachbarland. Politiker äußern sich zu möglichen Grenzkontrollen.

Luxemburg scheint die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen nicht in den Griff zu bekommen. Von Montag auf Dienstag ist die Zahl erneut um 100 gestiegen. Auch die Zahl der im Krankenhaus behandelten Infizierten steigt deutlich an auf 47, drei davon auf Intensivstationen.

Das für die Gesundheitsüberwachung in Deutschland zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) hat Luxemburg heute offiziell als Risikogebiet eingestuft, genau wie unter anderem Afghanistan, Ägypten, Brasilien und die USA.

In den Ländern besteht laut RKI ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2. „Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen“, heißt es auf der Internetseite des RKI. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik warnt vor „nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen nach Luxemburg“.

Vorerst nicht geplant sind Schließungen der Grenzen: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte gestern nachdrücklich, erneute Beschränkungen zu vermeiden. „Die aufgrund der Corona-Pandemie zeitweiligen Schließungen vieler Grenzübergänge zu unseren Nachbarn haben herbe Einschnitte für die Menschen in Rheinland-Pfalz bedeutet“, sagte Dreyer am Dienstag in Mainz. Die „Landesregierung war deshalb sehr erleichtert, dass die Bundesregierung die Reisebeschränkungen zum 15. Juni wieder aufgehoben hat. Aus meiner Sicht ist es enorm wichtig, dass wir aus diesen Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate lernen.“ Die Landesregierung stehe deshalb im Kontakt zur Bundesregierung um deutlich zu machen, dass erhöhte Infektionszahlen keinesfalls eine erneute Grenzschließung rechtfertigen.

Und auch Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sich bereits am Montag vorerst gegen neue Grenzkontrollen zu den Nachbarländern ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen „nicht die besten Erfahrungen gemacht“, sagte der CSU-Politiker im Innenausschuss des Europaparlaments. Es habe sich gezeigt, dass Europa sich in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in den Grenzregionen positiv entwickelt habe, etwa was den Austausch im Bildungssystem, im wirtschaftlichen oder menschlichen Bereich angehe.

Er sei dafür, dass man in einer Region mit zunehmenden Infektionen künftig dafür sorge, „dass die Menschen sich vernünftig verhalten, also Kontaktsperren, Mundschutz und ähnliches“. Mit Blick auf das Elsass sagte Seehofer, sollte dort wieder ein Corona-Hotspot auftreten, wäre er nicht für stationäre Grenzkontrollen an der Grenze zu Frankreich, „sondern dann müsste die französische Regierung dafür sorgen, dass die Menschen sich im Elsass eben beschränken“. Es ist davon auszugehen, dass er nun auch mit Blick auf Luxemburg vorerst keine weiteren Einschränkungen plant.