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Corona: Gelber Impfpass zählt im Saarland nicht mehr als Impfnachweis

Ministerium bestätigt Verordnung : Gelber Impfpass zählt im Saarland nicht mehr als Impfnachweis

Die Kinos und die Gastronomie im Saarland stehen wegen der Corona-Verordnungen unter Druck. Jetzt macht ihnen auch noch eine neue Regelung für 2G Plus zu schaffen. Mit dem gelben Impfpass kommen Besucher nämlich nicht mehr weit.

„Es ist zum Verzweifeln“, klagt Anna Reitze, Theaterleiterin im  Saarbrücker Kino Camera Zwo. Seit dem 2. Dezember gilt in Kinos und der Gastronomie die 2G+-Regelung. Doch das ist nicht alles: Laut der jüngsten  Rechtsverordnung der saarländischen Landesregierung ist in allen Bereichen, in denen 2G oder 2G+ gilt, nur noch ein Impfnachweis in digital lesbarer Form gestattet. Und genau das wissen etliche Leute nicht.

 Anna Reitze, Theaterleiterin des Kinos Camera Zwo in der Futterstraße in Saarbrücken, kritisiert die CDU/SPD-Landesregierung wegen der nicht gut kommunizierten 2Gplus-Einlassregeln für Kinos. Manche Besucher kämen ohne den QR-Code als Impfnachweis und hätten nur ihr gelbes Impfbuch dabei. Auch die DeHoGa Saar sieht hier noch Auflärungsbedarf.
Anna Reitze, Theaterleiterin des Kinos Camera Zwo in der Futterstraße in Saarbrücken, kritisiert die CDU/SPD-Landesregierung wegen der nicht gut kommunizierten 2Gplus-Einlassregeln für Kinos. Manche Besucher kämen ohne den QR-Code als Impfnachweis und hätten nur ihr gelbes Impfbuch dabei. Auch die DeHoGa Saar sieht hier noch Auflärungsbedarf. Foto: GMLR

„Vor allem ältere Besucher kommen zu uns ins Kino, haben aber nur ihren Impfpass oder ein Kärtchen vom Impfzentrum und den Test dabei“, berichtet Anna Reitze. Die dürfe sie dann schweren Herzens nicht ins Kino lassen. „Das verärgert die Leute und tut uns sehr weh.“ Und dass die Aufklärung über die Regeln den Kinos überlassen werde, sei nicht richtig.

Digitaler Nachweis der Corona-Impfung zwingend notwendig

In der Rechtsverordnung, die am 2. Dezember in Kraft trat, heißt es: „Impfnachweise sind in digital auslesbarer Form vorzulegen.“ Das wurde Anna Reitze auf Nachfrage beim saarländischen Gesundheitsministerium auch bestätigt. „Personen, die Ihr Kino betreten, müssen daher einen QR-Code in digitaler Form oder in Papierform mit sich führen.“ Das  große Problem für die Camera Zwo: „Das hat ja noch niemand mitgekriegt und sollte dringend breit kommuniziert werden“, so die Theaterleiterin. Auch an Verbände wie dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) Saar. „Sonst sind wir am Ende wieder die einzigen, die Gäste wegschicken müssen und an anderen Orten ist alles egal. Ich finde die Regel gut – sie muss nur auch breit angewendet werden“, sagt Anna Reitze.

Zum Impfnachweis benötigen Besucher nicht unbedingt ein Smartphone, informiert die Camera Zwo auf ihrem Facebook-Auftritt. Das digitale EU-Zertifikat mit aufgedrucktem QR-Code in Papierform (aus der Apotheke oder direkt vom Impfzentrum) gelte genauso.

Andere Kinos im Saarland sind von dieser Bestimmung nicht so stark betroffen. „Es kommt schon mal vor, dass Besucher den QR-Code nicht dabei haben, aber das ist bei uns kein großes Problem“, sagt Peter Martin, Inhaber des Thalia Kinos in Bous. „Wir haben das Glück, dass unsere Kunden da in der Regel sehr gut informiert sind.“ Aber vor allem bei älteren Leuten könne durchaus die Gefahr bestehen, dass sie die Regelungen nicht in allen Einzelheiten mitbekommen.

Auch in der Gastronomie ist diese Regelung ein Thema. „Wir sind der Meinung, dass hier mehr Aufklärung nötig ist“, sagt Frank C. Horath, der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa) im Saarland. Das Problem sei in der Tat, dass diese Regelung mit dem QR-Code nicht bekannt sei. „Vor allem ältere Leute sind da benachteiligt.“ Er regt an, dass die Landesregierung eine andere Regelung finde oder bestimmte Ausnahmen für Seniorinnen und Senioren gestatte. 

 Update: Nach dem SZ-Artikel weist auch das Gesundheitsministerium auf die neue Regelung hin. Laut der jüngsten Rechtsverordnung der saarländischen Landesregierung werden in allen Bereichen, in denen 3G, 2G oder 2G-Plus gilt, Corona-Impfnachweise demnach nur noch in digital lesbarer Form akzeptiert. Der Nachweis müsse aber nicht auf einem Smartphone gespeichert sein. Das Papierdokument mit einem auslesbaren QR-Code genüge.

Das digitale Impfzertifikat ist laut Ministerium nur gemeinsam mit der Vorlage eines amtlichen Ausweisdokuments wie Personalausweis oder Reisepass gültig. Dies sei erforderlich, um die Echtheit der Zertifikate besser kontrollieren zu können und damit die Sicherheit für Betreiber sowie Kunden beziehungsweise Besucher zu erhöhen.