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Diakonie-Klinik Neunkirchen: Heftige Debatte zeigt, was Betreiber vernachlässigten

Diakonie-Krankenhaus in Neunkirchen : Heftige Debatte um geplanten Klinik-Verkauf zeigt, was die Betreiber vergaßen

Die Debatte um den geplanten Verkauf der Diakonie in Neunkirchen wird heftig geführt. Dabei gibt es wichtige Aspekte wie Patienten und Belegschaft, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Beim Verkauf eines Krankenhauses kann es nicht alleine um betriebswirtschaftliche Belange gehen. Auch die Befindlichkeiten der Beschäftigten, die Bedürfnisse der Patienten und selbst die Interessen der Bürgermeister und kommunalen Politik müssen berücksichtigt werden.

Dass wenigstens der Aufsichtsrat eines Klinikbetreibers über die Pläne der Geschäftsführung Bescheid weiß, erscheint selbstverständlich. Doch beim geplanten Verkauf des Diakonie-Krankenhauses Neunkirchen und der Neuausrichtung des Betreibers hin zur Altenpflege klagen sogar Mitglieder des Kuratoriums, des Aufsichtsrates, über mangelnde Transparenz. Deshalb haben die saarländischen Vertreter Christian Weyer, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises  Saar-West, Jürgen Bender, Pflegebeauftragter des Saarlandes, und Susann Breßlein, langjährige Geschäftsführerin des städtischen Klinikums Saarbrücken und Kandidatin für den Aufsichtsrat, ihren Rücktritt erklärt.

Was haben die 85 Ärzte, 304 Pfleger und 137 Mitarbeiter in der Verwaltung und in anderen Bereichen des Diakonie-Klinikums empfunden, als sie vom geplanten Verkauf erstmals über die SZ erfahren haben? Ein gutes Betriebsklima lässt sich nur schaffen, wenn die Beschäftigten den Informationen trauen können, die von der Geschäftsführung kommen.

Heute haben auch Kliniken mit einem Mangel an Ärzten und Pflegepersonal zu kämpfen. Junge Mediziner können sich aussuchen, in welchem Krankenhaus sie arbeiten wollen. Negative Schlagzeilen sind da keine gute Visitenkarte. Darauf reagieren auch viele Patienten abweisend. Die Kreuznacher Diakonie hat jetzt angekündigt, den Prozess „transparent und verantwortungsvoll im Dialog mit allen Betroffenen voranzutreiben“. Das hätte man den Betroffenen von Anfang an gewünscht.