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Digitaler Impfpass: So erhalten Saarländer jetzt das Zertifikat

Das müssen Sie wissen : So erhalten Saarländer jetzt ihren digitalen Impfpass

Seit Montag sollen Apotheken den elektronischen Nachweis anbieten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum digitalen Impfnachweis im Überblick:

Vollständige Covid-19-Impfungen und überstandene Infektionen lassen sich bald auch durch ein Zertifikat auf dem Smartphone nachweisen. Seit Montag sollen Apotheken, auch etliche der 285 Apotheken im Saarland, den Nachweis ausstellen. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Was ist der digitale Impfnachweis?

Der Nachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, seinen Impfstatus zu dokumentieren. Geimpfte können damit – zusätzlich zum gelben Impfpass aus Papier – ihren Status sowie Impfdaten und Impfstoffe auf ihrem Smartphone speichern. Dabei handelt es sich um ein ausgedrucktes Dokument mit einem QR-Code oder Barcode. Über diesen wird das Zertifikat in geeignete Apps importiert.

Welche Vorteile bietet mir das?

Grundsätzlich alle, die auch eine Impfbescheinigung oder ein Impfpass mit entsprechenden Einträgen liefert – zum Beispiel die Befreiung von eventuellen Testpflichten oder Quarantänevorgaben. Außerdem erspart der digitale Nachweis das Mitführen des gelben Heftchens.

Wer kann den Nachweis bekommen?

Momentan alle vollständig geimpften Personen. Das waren am 11. Juni nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 20,6 Millionen Menschen in Deutschland und damit circa 25 Prozent der Bevölkerung.

Was kostet mich das?

„Das ist vom Ministerium als kostenfreie Leistung aufgesetzt“, sagt ein Sprecher des Deutschen Apothekerverbands. Das gilt für die Geimpften. Ganz kostenlos ist das System aber nicht: Die Apotheken rechnen den Nachweis mit dem öffentlichen Gesundheitssystem ab. „Der Mehraufwand ist aber vor allem ein personeller, denn die benötigte Telematik-Infrastruktur, mit der die Codes geordert werden können, ist bereits in allen Apotheken im Saarland vorhanden“, sagt der Geschäftsführer der Apothekerkammer des Saarlandes, Carsten Wohlfeil, auf Nachfrage der SZ. Ob Apotheken den zusätzlichen Arbeitsaufwand meistern könnten, müssten sie aber im Einzelfall selbst entscheiden.

Wo gibt es den Nachweis?

Grundsätzlich soll die Ausstellung dort erfolgen, wo Menschen geimpft worden sind – also in einem Impfzentrum oder in einer Arztpraxis. Er soll laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) dort generiert werden, sodass Geimpfte ihn in den entsprechenden Apps einfügen können. Wer also künftig geimpft wird, erhält das Dokument vor Ort. Bereits Geimpfte können sich den Nachweis nachträglich holen, erklärt das BMG – etwa durch Ärzte oder ab 14. Juni in teilnehmenden Apotheken. Die Hausärzte werden wohl erst nach den Apotheken elektronische Impfnachweise anbieten, heißt es von einer Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Saarland. „Nach unseren Informationen werden wir wohl in zwei bis drei Wochen in den Hausarztpraxen starten.“ Auch in anderen Bundesländern wollen die Hausärzte später starten. Viele Impfzentren sollen in den kommenden Tagen damit beginnen, bereits Geimpften die Zertifikate postalisch zu schicken. Wer kein Schreiben bekommt, kann den Weg über Apotheke oder Arztpraxis wählen.

Wie finde ich eine ausstellende Apotheke?

Nicht alle, aber viele Apotheken sollen ab Montag Impfnachweise ausstellen. Welche, zeigt dann das Online-Portal mein-apothekenmanager.de. „Ich gehe von einer signifikanten Anzahl an Apotheken aus, bei denen sich Saarländerinnen und Saarländer ab Montag einen digitalen Impfnachweis besorgen können“, sagt der Geschäftsführer der Apothekerkammer des Saarlandes, Carsten Wohlfeil. Über das Portal lasse sich dann per Postleitzahlensuche eine Apotheke in der Nähe finden. Die Vorsitzende des Saarländischen Apothekervereins, Susanne Koch, rät, wenn es sich vermeiden lässt, nicht gleich in den ersten Tagen zu kommen, damit die Systeme nicht überlastet werden. Auch Wohlfeil rät zunächst zur Zurückhaltung: „ Bitte nicht sofort am Montag die Apotheken stürmen: Es gilt auch hier das „Toilettenpapierprinzip“ – nur wer den Nachweis unbedingt sofort braucht, sollte den Dienst sofort in Anspruch nehmen. Der klassische Impfausweis gilt ja nach wie vor.“

Welche Dokumente brauche ich für die Ausstellung?

Wer sich die Impfung erst nachträglich nachweisen lässt, braucht Impfbescheinigung oder Impfpass und einen amtlichen Lichtbildausweis. Nach einer Prüfung der Dokumente wird der Nachweis dann erstellt. „Die Daten mit den Chargennummern der Impfung sowie die Angaben zur Person werden dann von den Mitarbeiterinnen händisch in den Computer eingegeben und vom RKI gegengeprüft“, sagt Koch. Anschließend werde der QR-Code generiert: „Die Apothekenkunden können den Code dann vor Ort abscannen oder wir drucken ihn für später aus, eigentlich keine große Sache“, betont die Vorsitzende des Saarländischen Apothekervereins.

Welche Apps kann ich für den Nachweis nutzen?

Geimpfte haben die Wahl: Sowohl die Corona-Warn-App (CWA) als auch die App CovPass können in der jeweils aktuellen Version per Scan des QR- oder Barcodes auf dem Impfnachweis die Zertifikate speichern. Die Apps speichern den Nachweis lokal auf dem Telefon. Beide Apps laufen auf allen aktuellen Android- und iOS-Smartphones (Betriebssysteme ab iOS12 oder Android 6). Wer sie nicht installiert hat, erhält sie kostenlos im jeweiligen App Store.

Welche Daten werden in dem Nachweis gespeichert?

Das Impfzertifikat enthält laut BMG Informationen zu Impfstatus, Impfdatum, Impfstoff, den Namen und das Geburtsdatum. Die erhobenen Daten werden nur für die Erstellung des Zertifikats gespeichert und anschließend gelöscht. Nach dem Einlesen in die App sind sie nur dort gespeichert. Eine zentrale Speicherung ist nicht vorgesehen. Wie beim gelben Impfheft gilt zugleich: Fotos vom digitalen Impfzertifikat in Social Media zu verbreiten ist eine schlechte Idee. Alles in allem sei der Datenschutz sehr hoch und das System vor Betrug recht sicher, sagt Wohlfeil: „Dadurch, dass wir in den Apotheken durch Eingabe der Chargennummern und Sichtung des Personalausweises eine Plausibilitätsprüfung durchführen, müsste die Sicherheit gewährleistet sein.“

Wird der digitale Nachweis Pflicht?

Nein. Der gelbe Impfausweis und die Bescheinigungen von Impfzentrum oder Impfarzt sind weiter gültig. Wer keinen digitalen Nachweis hat oder ihn nicht haben will, kann weiterhin das gelbe Heft nutzen. Auch deshalb bittet Koch, nur in dringenden Fällen zu Beginn den elektronischen Impfnachweis zu beantragen. „Ansonsten haben wir einen „Run“ auf die Apotheken wie damals, als die kostenlosen Masken in den Apotheken verteilt worden sind. Solch lange Schlangen will niemand.“ Dennoch rechne sie mit einem großen Andrang, da die Urlaubssaison vor der Tür stehe.

Kann ich mit dem Ausweis wieder auf Reisen gehen?

Das EU-Parlament hat am Mittwoch grünes Licht für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gegeben. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums erfüllt der digitale Impfnachweis die Anforderungen der europäischen Lösung „von vornherein“. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte dazu am Donnerstag: Ziel sei, dass das Zertifikat europaweit ausgelesen werden kann. Das liege aber in der Hand der einzelnen Länder, die für die technische Umsetzung verantwortlich seien.