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Ford-Werk in Saarlouis droht wieder Kurzarbeit: Hoffnungen zunichte gemacht

Hoffnungen zunichte gemacht : Wieder Kurzarbeit im Ford-Werk in Saarlouis? Das hat gerade noch gefehlt

Die erneuten Lieferengpässe mit Mikrochips und Elektronik-Bauteilen belasten das Ford-Werk in Saarlouis heftig, dessen Überleben nach 2025 ohnehin nicht gewährleistet ist. Es ist eine Misere.

Schlimmer hätte es die rund 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ford-Werk Saarlouis sowie weiter 2000 Beschäftigte im benachbarten Industrie-Park wohl nicht mehr erwischen können. Erst kam die gute Nachricht mit einer Zwei-Schicht-Produktion nach den Werksferien, die zunächst bis Ende September andauern sollte. Und jetzt kommt über Nacht die große Keule, die alle bisherigen Hoffnungen wieder zunichte macht.

Ford-Werk Saarlouis: Tiefschlag mitten im Überlebenskampf

Die neu aufgetretenen Versorgungs-Probleme mit wichtigen Teilen für die Produktion kommen zur Unzeit. Denn das Werk Saarlouis befindet sich ohnehin schon mitten in einem heftigen Überlebenskampf. Immer noch gibt es keinerlei verlässliche Signale von der Ford-Spitze in Deutschland, schon gar nicht aus der Ford-Zentrale in Detroit, dass künftig überhaupt noch Fahrzeuge in Saarlouis gebaut werden. Zumal sich die Ford-Spitze selbst unnötig unter Druck gesetzt hat mit ihrer Ankündigung, ab 2030 nur noch Elektroautos zu bauen. Doch ob dafür dann überhaupt genug Nachfrage bestehen wird, ist gegenwärtig völlig unklar.

Update – den aktuellen Stand finden Sie in diesem Artikel:

Ford lässt Beschäftigte in Saarlouis im Regen stehen

Wenig seriös ist es zudem, wenn die Ford-Spitze schon verbindlich hohe Investitionen für das Ford-Werk in Köln zugesagt hat, das früh auf Elektromobilität umgestellt wird, und auch schon für das Ford-Werk in Valencia hohe Summen investiert worden sind.

Tausende Beschäftigte im Werk Saarlouis werden dagegen nach wie vor im Regen stehen gelassen. Das muss ein Ende haben. Denn wenn es Ford-Deutschland-Chef Gunnar Herrmann und der auch in Detroit einflussreiche Ford-Europa-Chef Stuart Rowley wirklich ernst meinen, dann hätten sich auch schon im Zusammenhang mit dem bereits grundsätzlich verkündeten Strategiewechsel hin zur Elektromobilität verkünden können, dass auch das Werk Saarlouis daran beteiligt sein wird. Man muss ja nicht schon ins Detail gehen, es ist aber ein Armutszeugnis, sich komplett bedeckt zu halten.

Während alle Beschäftigten im Ford-Werk Saarlouis täglich volle Leistung bringen und an der Zukunft ihres Werkes mitarbeiten, auch durch den Verzicht auf die dritte Schicht und den Verzicht auf Geld, kommt von der Ford-Spitze überhaupt nichts. Schweigen erzeugt Misstrauen. Es wird Zeit, das auch die Landespolitik verbindliche Duftmarken setzt. Deshalb sollte an der Spitze Ministerpräsident Tobias Hans jetzt einen Termin beim Ford-Europa-Chef Stuart Rowley in London einplanen. Er ist eine Schlüsselfigur im Kampf um die Zukunft des Ford-Werks Saarlouis und hat viel Einfluss. Rowley muss jetzt aus der Deckung kommen.