1. Saarland

Gesundheit: Warum Frauen anders krank werden als Männer​

Genderspezifische Medizin : Warum Frauen anders krank werden als Männer

Oft haben Frauen in Sachen Medizin gehörige, folgenschwere Nachteile zu ertragen. Doch es tut sich etwas.

Die Corona-Pandemie hat erneut deutlich gemacht, dass Frauen und Männer unterschiedlich erkranken können. Männer hatten nach einer Covid-19-Infektion häufiger einen schweren Verlauf und starben häufiger. Das Immunsystem der Frauen konnte sich in der Regel besser gegen das Virus zur Wehr setzen. Das wurde auch bei Aids und Hepatitis-C-Infektionen beobachtet.

Frauen oft mit medizinischen Nachteilen

Heute weiß man, dass die Sexualhormone dabei eine Rolle spielen. Das weibliche Östrogen beschleunigt das Immunsystem, das männliche Testosteron bremst es. Vor 40 Jahren fiel auf, dass Männer bei einem Herzinfarkt über Schmerzen in Brust und Armen klagen, Frauen hingegen Schmerzen zwischen den Schulterblättern und im Nacken verspüren.

Nur die männlichen Symptome galten damals als typische Anzeichen, weswegen Frauen nach einem Herzinfarkt oft zu spät medizinisch behandelt wurden.

Es tut sich was in Sachen geschlechterspezifischer Medizin

Aus solchen Erkenntnissen hat sich die geschlechterspezifische Medizin entwickelt. Sie berücksichtigt, dass die Unterschiede zwischen Frauen und Männern großen Einfluss darauf haben, wie Erkrankungen entstehen und verlaufen. Das Ziel ist es, bei den Diagnosen und Therapien diese Unterschiede zu beachten.

Die Barmer Saarland hat jetzt in einer Informationsveranstaltung zur geschlechterspezifischen Medizin auch darauf hingewiesen, dass Frauen lange Zeit von Studien zur Erprobung neuer Medikamente ausgeschlossen waren. Die Ergebnisse beruhten nur auf den Daten männlicher Teilnehmer und wurden einfach auf Frauen übertragen. Noch heute sind Medikamente auf dem Markt, die für Frauen zu hoch dosiert sind.

Doch es tut sich was. Im Saarland diskutierten die Hausärzte auf einer Tagung im Jahr 2017 das Thema, der Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland hatte 2021 eine entsprechende Vortragsreihe organisiert. Was können aufgeklärte Patientinnen und Patienten machen? Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.