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HTW-Studentin Magi Hanna bringt Saarland Wahrzeichen auf Instagram

Das ist der Mensch hinter „SaarlandinSkizzen“ : Diese Saar-Studentin ist ein Instagram-Star

Für ihre Motive ist sie im ganzen Saarland unterwegs. Und wenn die Architektur-Studentin Magi Hanna dann auf dem Social-Media-Kanal etwas postet, folgt ihr sogar die saarländische Polit-Prominenz. Wer steckt hinter dieser jungen Frau?

Bauingenieurswesen? Zu trocken. Ein Kunststudium? Auch nicht das Wahre. Aber Architektur, das stellt für sie die perfekte Synthese dar – ein Studiengang, der neben dem Fachlichen auch reichlich kreative Optionen eröffnet. Und die hat Magi Hanna, die auf dem HTW-Campus in Göttelborn Architektur im Bachelor studiert, bereits genutzt: Im April hat sie einen Instagram-Kanal namens „SaarlandinSkizzen“ gestartet, auf dem sie regelmäßig Zeichnungen von Motiven aus dem Saarland hochlädt – die meisten in schwarz-weiß, einige mit markanten farblichen Akzenten. Mittlerweile sind etwa 50 Bilder online, wöchentlich kommen rund zwei weitere dazu.

Auch die Zahl der Fans wächst stetig: Mehr als 1100 Leute haben ihre Seite abonniert, darunter nicht nur Kunst- und Architekturliebhaber, sondern auch Persönlichkeiten der Politik. Zu ihren Followern zählen etwa Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), die Völklinger Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD), Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) und sogar Außenminister Heiko Maas (SPD). Und wenn sich neben Gebäuden auch Lyonerringel, Urpils- oder Maggi-Flaschen auf ihrer Seite tummeln, dann liegt das daran, dass Magi als gebürtige Syrerin kulinarisch erfolgreich missioniert wurde – längst hängt sie ebenfalls am Tropf der Flüssigwürze, die in keiner saarländischen Küche fehlen darf. „Außerdem heiße ich so!“, sagt sie lachend.

Magi Hanna ist 26 Jahre alt und kam Ende 2013 ins Saarland, als ihre Familie vor dem Bürgerkrieg in Syrien flüchtete. Geboren und aufgewachsen ist die junge Frau in der Stadt Homs, wo sie bereits als Siebzehnjährige ein Architekturstudium begann und dabei erstmals ihr Talent fürs Zeichnen entdeckte. „Das war vorher überhaupt nicht mein Ding!“, beteuert Magi. In Deutschland stellte sie das Studium zunächst hintan; erst galt es anzukommen und Fuß zu fassen. Was ihr leicht fiel, weil sie die deutsche Kultur und Mentalität sehr schätzt. Binnen kürzester Zeit lernte Magi so gut Deutsch, dass die Agentur für Arbeit sie als Fachassistentin anstellte: Seit 2016 arbeitet sie im Leistungszentrum in Sulzbach, wo sie auch wohnt.

Den ehemaligen Vollzeitjob hat sie auf 15 Wochenstunden reduziert, seit sie ihr Architekturstudium an der HTW fortsetzt. Dort entdeckte sie ihre Liebe zur Kunst („Es war, als ob ein Vorhang weggezogen wurde!“) und trainierte ihre Fertigkeiten im Skizzieren: Beim Freihandzeichnen mit Professor Stefan Ochs und den beiden Dozenten Dirk Rausch und Arne Menzel ging's jeden Freitag an einen anderen Ort im Saarland. Dabei schulte Magi nicht nur ihren Blick, sondern entdeckte gleichzeitig ihre Liebe zur saarländischen Architektur, die sie als „offen“ beschreibt. „Damit meine ich die Vielfalt, die im Kontrast von ländlichen und urbanen Strukturen, aber auch im Nebeneinander von Historischem und Modernem liegt“, erläutert Magi.

Seither ist die 26-Jährige auf eigene Faust mit Block und Zeichenstift im ganzen Saarland unterwegs, um geeignete Motive fest zu halten. Suchen müsste sie nicht: Ihre Follower geben fleißig Tipps und äußern sogar Wünsche. Dennoch recherchiert Magi vorher ausführlich, denn ihr ist vor allem an Plätzen gelegen, die eine Geschichte zu erzählen haben, zu denen sie einen emotionalen Bezug entwickelt. Diese Leidenschaft möchte sie mit anderen teilen, um ihnen ihre persönliche Sicht zu vermitteln: Als Zugezogene, überlegt Magi, sei sie vielleicht besonders empfänglich für die Besonderheiten ihrer neuen Heimat, die anderen längst zur Gewohnheit geworden seien.

Auf ihrer Seite findet man etwa den saarländischen Landtag, die Völklinger Hütte oder das Friedrichsthaler Rathaus; aber auch Einblicke ins Nauwieser Viertel oder Innenansichten von Kirchen – besonders angetan hat es ihr St. Josef in St. Ingbert. Und zu allem postet Magi ein paar Erläuterungen oder formuliert Fragen in Quizform. Verblüfft stellt sie eine Entwicklung fest: „Meine Zeichnungen werden immer detaillierter, übersichtlicher und realistischer; sie sind weniger skizzenhaft und verspielt.“

Nun ist sie bereit, Auftragsarbeiten entgegen zu nehmen; ansonsten mag sie sich beruflich noch nicht festlegen. Vielleicht wird sie ja auch Unternehmerin: Als nächstes Projekt möchte sie den idealen Fineliner auf den Markt bringen, denn den optimalen Zeichenstift hat sie bislang noch nicht gefunden. Jetzt will sie einen nach ihren eigenen Erfahrungen und Anforderungen spezifizieren – fehlt nur noch die Firma, die ihn fabriziert.

Zugang zum Kanal unter www.instagram.com/saarlandinskizzen. Dort hat Magi Hanna übrigens ihre Skizze vom Saarländischen Staatstheater, bei der wir ihr für das Titelfoto über die Schulter geschaut haben, schon fertig gezeichnet hochgeladen.