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Neuer internationaler Studiengang an der HTW: „International Business“

„International Business“ : Neuer internationaler Studiengang an der HTW

An der Saarbrücker Hochschule beschäftigen sich Studierende seit diesem Wintersemester mit der globalisierten Unternehmenswelt.

180 Bewerberinnen und Bewerber auf 45 Studienplätze: Der neue Bachelor-Studiengang International Business (IB) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken stößt schon in seinem ersten Jahr auf großes Interesse. Das Besondere daran: Alle Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Professorin Petra Garnjost, Studienleiterin des International Business Programms, erklärt: „Der IB, den die HTW erstmals zum Wintersemester 2020/21 anbietet, wird auch international beworben, damit die Studierenden in multikulturellen Teams lernen und kommunizieren können. Dadurch erweitern sie vom ersten Tag an ihre interkulturellen Kompetenzen.“ Auch die Auslandsphase im vierten Semester trage dazu bei. Zur Wahl stehen neben vielen europäischen Partnerhochschulen auch Hochschulen in den USA, Mexiko, Neuseeland, China und Japan. Zudem sind Doppelabschlüsse, bei denen sowohl ein Studium im Saarland als auch im Ausland absolviert wird.

Mit dem neuen Studiengang setzt die HTW einen zentralen Strategiebaustein ihres Leitbildes um: die Forcierung der Internationalität. Dies trage zur Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Hochschule bei, sagt Professor Steffen Hütter, der Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. „Wir sind zwar regional verankert aber auch international ausgerichtet“, bringt er es auf den Punkt. Der neue Studiengang behandle die großen Wirtschaftsthemen unserer Zeit, unter anderem unternehmerisches Denken, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die für jede global agierende Firma von großer Wichtigkeit sind.

Die Regelstudienzeit des Studiengangs International Business beträgt sechs Semester. Auf dem Lehrplan stehen aktuelle Theorien sowie Konzepte im Bereich International Business, zum Beispiel eine Analyse der Unternehmensumwelt unter Verwendung des VUCA-Modells. Der Begriff setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Wörter Volatility (Veränderungsrate), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit) zusammen. Er beschreibt die zunehmend schwierigen, immer komplexer werdenden Rahmenbedingungen, mit der sich Unternehmensführungen heutzutage auseinandersetzen müssen. „Wir haben besonderen Wert auf die Praxisrelevanz der Themen gelegt. Dazu tragen unter anderem Projekte mit Firmen bei“, betont Wirtschaftswissenschaftlerin Garnjost. Für sie ist es besonders wichtig, dass die Studierenden anstelle von geduldigem Zuhören und Mitschreiben bei frontalen Vorlesungen untereinander und mit den Dozenten im interaktiven Dialog arbeiten können. „Dabei geht es um reale Fragestellungen, denen sich international agierende Unternehmen stellen müssen. Die Studierenden erwerben dabei nicht nur Fachwissen, sondern auch andere wichtige Kompetenzen wie zum Beispiel Analysieren von komplexen Zusammenhängen und lösungsorientiertes Handeln.“

In den ersten drei Semestern steht der Erwerb wirtschaftswissenschaftlicher Grundlagen im Fokus, anschließend folgen die Spezialisierung und dann die Auslandsphase. Für die Spezialisierung stehen International Marketing, International Logistics oder Accounting und Financial Reporting zur Auswahl, das sind zentrale Unternehmensbereiche für global agierende Unternehmen. Für Absolventen gibt es dann auch vier weiterführende Masterstudiengänge: International Management (Englisch), Marketing Science (Deutsch), Rechnungs-, Prüfungs- und Finanzwesen (Deutsch) sowie Supply Chain Management (Deutsch). Der direkte Berufseinstieg ist ebenso möglich: „Viele Unternehmen – auch im Saarland – agieren in globalen Märkten. Dabei stellt sich die Frage, wie die Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den ausländischen Niederlassungen erfolgreich gestaltet werden kann. Die fortschreitende Digitalisierung sowie die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen stellen Unternehmen zusätzlich vor große Herausforderungen“, erklärt Professorin Petra Garnjost. Sie ist davon überzeugt, dass IB-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sein werden.

Ende Oktober gab es für die neuen Studierenden die Möglichkeit sich mit ihren Mentoren zu treffen. In kleinen Gruppen erhielten sie Gelegenheit sich kennenzulernen. Nach derzeitiger Planung werden die meisten Veranstaltungen des Wintersemesters 2020/21 online stattfinden. Dass der Studiengangs-Start den Corona-Maßnahmen unterliegt, findet die Studiengangleiterin zwar bedauerlich, aber sie sieht darin auch Vorteile: „Ebenso wie in den Unternehmen finden bei uns derzeit die Lehre und studentisches Arbeiten online statt. Die Studierenden erwerben dabei wichtige digitale Kompetenzen, die ihnen für ihre künftigen Berufsfelder sicherlich von Nutzen sein werden.“ Trotzdem hofft Professorin Garnjost, dass bald wieder Präsenzveranstaltungen erlaubt sind, um so auch das persönliche Netzwerk weiter auszubauen.