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Jetzt Bio: Die Erfolgsgeschichte der Brennerei Monter in Hemmersdorf

Schnapsideen und Bio-Edelbrände : Genusbrennerei Monter-Maffert in Hemmersdorf feiert Jubiläum – und wird Bio

Seit 30 Jahren führt Wolfgang Maffert die Genussbrennerei Monter in Hemmersdorf. Jetzt hat er auf Bio umgestellt – und erzählt von weiteren Plänen.

Wolfgang Maffert hat jede Menge Schnapsideen. Immer wieder lässt sich der 54-Jährige etwas Neues einfallen. Und das seit 30 Jahren. Seit 1992 ist Maffert Inhaber der Genussbrennerei Monter in Hemmersdorf, führt das Familienunternehmen in der 6. Generation. Pünktlich zum Jubiläum flatterte jetzt eine Urkunde ins Haus – das Bioland-Zertifikat. Seine Spirituosen gibt es nun also in Bio-Qualität. „Ab Januar 2022 werden unsere Produkte nach und nach entsprechend gekennzeichnet“, freut sich der Edelbrand-Sommelier.

Die Idee dazu hatte Wolfgang Maffert schon länger. Nachhaltiges Arbeiten im Einklang mit der Natur ist ihm schon immer ein Anliegen.  In und um Hemmersdorf im Saargau besitzt er auf 24 Hektar über 1400 Streuobstbäume. 

Von seinem Betrieb in der Lothringer Straße fahren wir den Berg hoch zur Gemarkung „Auf Strichen“. Hier oben – Südhang, mildes Klima – stehen die ältesten Obtsbäume von Wolgang Maffert. Es sind zwei Birnbäume, erfurchts- wie humorvoll „Madame“ und „Monsieur“ genannt. „Die sind mindestens 150 Jahre alt“, erklärt der Edelbrand-Spezialist. „Ein Baum in dieser Größe produziert etwa acht bis zehn Kilo Sauerstoff am Tag, das ist in etwa der tägliche Bedarf von drei Menschen.“ Und das ist nur ein Grund, warum Streuobstwiesen so wertvoll sind. Sie bieten außerdem Lebensräume für Kleintiere, Vögel und Insekten, fördern also die Erhaltung der Artenvielfalt. Gehölze haben beispielsweise eine überragende Bedeutung als Nahrungsquelle von Bienen. Alles Gründe, das Ganze auch biologisch zu bewirtschaften.

1992 übernahm Maffert die familieneigene Brennerei, die 1849 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, von seinem Urgroßvater Johann Monter.  Damals wurden im Stammhaus, einem Lothringer Haus, das seit gut 25 Jahren unter Denkmalschutz steht, die üblichen Obstsorten gebrannt: Williams, Mirabel, Kirsch. Doch Maffert hatte andere Schnapsideen. Er erweiterte das Programm nach und nach um Brände von weiteren, vor allem alten, vergessenen Obstsorten wie Hutzel-, Most- oder Nägelesbirne, Reineclauden (oder Renekloden), eine Edel-Pflaume, Quitten und – Mispeln (Mespilus germanica). Diese alte Kulturpflanze gilt als „Perle des Saargaus“ und wird wegen ihrer Form mit der aufklaffenden Fruchtspitze auch „Hundsarsch“ genannt. Monter-Maffert, die größte handwerkliche Brennerei im Saarland, besitzt etwa 200 Mispelbäume und ist mit ihrem fruchtig-herbem Mispelbrand und dem leckeren Mispellikör weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt. Wolfgang Maffert ist der größte Verarbeiter von Mispeln in Deutschland. In seiner vor zwei Jahren ins Leben gerufenen „I love nature“-Edition gibt es unter anderem auch einen im Barrique gereiften Edelbrand aus der Mispel.

Der Mispelbrand bereichert auch eine weitere Spezialität des Edelbrand-Sommeliers. Vor etwa sechs Jahren hatte Maffert mal wieder eine Idee: Gin. Die Wacholder-Spirituose ist seit einigen Jahren weltweit in aller Munde, meist als Longdrink Gin Tonic. Und da Maffert alles besitzt, was man zum Destillieren von Gin braucht, erweitere er erneut das Portfolio seiner Manufaktur. Herausgekommen ist eine absolute Spezialität, der OGMA Gin, benannt nach einem keltischen Gott und Kämpfer.  „Mespilus Infused Dry Gin“ steht auf der Flasche, neben der Mispel sind darin weitere edle Botanicals verarbeitet. Neben dem OGMA bietet Maffert weitere Gins an, zum Beispiel den Gin Louis (Saarlouis Dry Gin). Zum Jubiläum kommen demnächst außerdem drei ganz neue Bioland-Gins von ihm auf den Markt: Woodpecker (Grünspecht), Butterfly (Schmetterlinge) und Dragon Fly (Libelle). Sie sind so benannt wegen der Botanicals, die aus verschiedenen Bereichen stammen: nah am Wald, von Wiesen und von Gegenden mit Wasser. 

Derzeit richtet Maffert zusammen mit seiner Frau Cinthia in der Lothringer Straße 111a (schräg gegenüber vom Stammhaus) eine Erlebnisbrennerei ein. Auf 130 Quadratmetern wird sie Platz für Gruppen bis 50 Personen bieten, die Eröffnung ist für das Frühjahr 2022 geplant. Und für Herbst 2022 ist eine weitere Bereicherung der Produktpalette, zu der auch Weine und Sekte gehören,  vorgesehen: ein Whisky, aus Dinkel destilliert und im Rumfass gereift.  Wie gesagt: Wolfgang Maffert hat jede Menge Schnapsideen.

Genussbrennerei Monter, Inhaber: Wolfgang Maffert, Lothringer Straße 112, 66780 Rehlingen-Siersburg-Hemmersdorf, Tel. (0 68 33) 2 03.

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Hier geht es zur Bilderstrecke: Besuch bei der Brennerei Monter in Hemmersdorf