1. Saarland

Junge Saarländer schreiben Brief an Astronaut Matthias Maurer

Serie Mir sprooche üwwerALL : Von jungen Weltraum-Fans und der Saarschleife im All

Astronaut Matthias Maurer freut sich über die zahlreichen Fotos und Nachrichten, die er von den Menschen aus seiner Heimat erhält. Besonders die Unterstützung seiner jungen Fans bedeutet dem Himmelsstürmer viel.

Sie rasen mit 28 000 Stundenkilometern um die Erde, gleiten wie Superhelden durch die Raumstation und steigen in dicken Anzügen in das Vakuum des Weltalls hinaus – der Alltag eines Astronauten ist ganz schön aufregend. Das findet auch der vierjährige Mathis Mossal aus Bierfeld. Seit dem Start von Matthias Maurer ist er ein „absoluter Weltraumfan“ geworden, wie sein Papa Jeremias Öst berichtet. Gemeinsam haben Vater und Sohn daher eine Rakete aus Pappkartons gebastelt. Ihre Nachhaltigkeit dürfte auch dem saarländischen Himmelsstürmer gefallen, sind die beiden Hobbyingenieure überzeugt. Während sie noch mit dem Abheben beschäftigt sind, hat der kleine Till Franz schon an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt. Die Illusion ist perfekt: Dank einer Fotomontage schwebt der Nachwuchsastronaut aus Bergweiler hoch über unserem Planeten. „Im Hintergrund parkt sein Selbstgebauter Intergalaktischer Raumgleiter (SIR)“, erklärt seine Familie in einer E-Mail, die sowohl an die Redaktion als auch Matthias Maurer gerichtet ist.

Auch die Kinder der Eichhörnchengruppe und ihre Erzieherinnen von der Kita Griesborn in Schwalbach haben eine Nachricht an den Raumfahrer verfasst. Darin heißt es (auszugsweise): „Wir (. . .) haben Deinen Flug ins All zum Anlass genommen, uns mit dem Thema Weltraum zu beschäftigen. Wir verfolgten, was in den Medien über Dich berichtet wurde und fieberten dem Start der Rakete entgegen. (. . .) Ganz toll fanden wir die Videos, in denen Du die Fragen der Kinder beantwortet hast. (…) Durch Deine Antworten lernten wir jede Menge dazu. (…) Wir gestalteten eine Themenwand, an der unter anderem ein großes Foto von Dir seinen Platz fand. Wir wollten auch Astronauten sein und so flogen dort ganz viele Raumfahrer mit unseren Fotos an der blauen Wand. Rundherum schwirrten selbst gebastelte Raketen, die später zu Martinslaternen wurden. (. . .) Einige von uns sahen am 24. November um 17.46 Uhr wie angekündigt die ISS am sternenklaren saarländischem Abendhimmel. Schon irgendwie irre zu wissen, dass Du da drin sitzt und wie weit weg das ist und Du dennoch deutlich zu erkennen bist. (. . .) Alles alles Liebe und Gute, komm gesund wieder nach Hause. Grüße von dahemm. (...) P.S. So weit oben wie Du gerade bist, bist Du doch dem Christkind bestimmt ganz nah. Grüß es doch bitte lieb von uns und sag ihm, es soll unsere Wunschzettel lesen.“ Maurer freute sich über diese tolle Nachricht so sehr, dass er seinen jungen Fans antwortete: „Schwerelos zu schweben, ist echt wirklich wunderbar – eine Martinslaterne kann ich hier aber nicht anzünden, da wir kein offenes Feuer, auch nicht mal eine Kerze, anzünden dürfen. Aber mit Batterie geht natürlich schon. Liebe Grüße aus dem leuchtenden Pünktchen im Himmel, Euer Astronaut Matthias.“

Doch es sind nicht nur Botschaften von Kindern, die den Raumfahrer erreichen. Der 51-Jährige schaut sich regelmäßig auch die Fotos der erwachsenen SZ-Leser an. So etwa das Bild von Kevin Ehm aus Saarbrücken, der die Saarschleife abgelichtet hat. Das Wahrzeichen des Saarlandes würde sich bestimmt auch in der Cupola gut machen, dachte Maurer. Er öffnete das Foto auf seinem Tablet und ließ es vor den Panoramafenstern schweben, während er die Aussicht auf unseren schönen Planeten genoss. Auch das gehört zum Alltag eines Astronauten.

SZ-Leser Jeremias Öst und sein Sohn haben den vierten Teil der SZ-Aktion „Mir sprooche üwwerALL“ gewonnen.