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Anträge auf Ausbaustopp abgelehnt: Mehr Windräder im Saarland?

Krach im Landtag : Anträge auf Ausbaustopp abgelehnt: Bekommt das Saarland bald mehr Windräder?

Das Saarland will die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien vor allem mit Windkraft bis 2030 verdoppeln. Zwei Fraktionen im Landtag kämpfgen gegen den Ausbau an – und sind gescheitert. Kommen jetzt mehr Anlagen im Saarland?

Die Landtagsfraktionen der AfD sowie der fraktionslose Abgeordnete Lutz Hecker haben am Mittwoch in der Landtagssitzung Anträge gestellt, nach denen das Parlament die Landesregierung auffordern solle, den Bau von Wind­rädern im Saarland zu stoppen. Die Fraktion der Linken will den Bau in den Wäldern stoppen. Hintergrund der Anträge: Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) will im Saarland doppelt so viele Flächen wie bisher für Windräder ausweisen. Das sieht der Energiefahrplan 2030 vor, den der Ministerrat vergangene Woche verabschiedete.

„Die Umwelt zerstören, um sie angeblich zu schützen, das passt nicht“, erklärte Ralf Georgi von der Linken. Vor allem die „Zerstörung geschlossener Waldflächen mit dem Klimaschutz zu begründen, ist ein schlechter Witz, wir brauchen einen intakten Wald als CO2-Speicher.“ Rudolf Müller begründete den AfD-Antrag damit, dass die „Schäden durch Windräder immens sind“. Sie seien nur teilweise in Zahlen zu fassen. „Vögel, Insekten, Infraschall, Schlagschatten, Vibrationen, Bodenbrüter ziehen sich zurück“, erklärt Müller. Windräder würden auch die Gesundheit von Menschen gefährden, anliegende Häuser würden an Wert verlieren. „Unsere schöne Heimat wird verschandelt für Windkraftinvestoren“, wetterte Müller.

Magnus Jung von der SPD verteidigte die Pläne. „Wenn Sie einen einzelnen Baum beweinen, kommen Sie mal zu mir nach Hause auf den Peterberg.“ Duch den Klimawandel habe der Borkenkäfer bereits Tausende Bäume befallen. Beim Umbau der Energiewirtschaft „brauchen wir angemessene Betrachtungsweisen und keine romantischen.“ Jeder auf der Welt habe „einen Beitrag zu leisten, auch wir im Saarland“. Dazu gehöre die Wind­energie.

Stefan Thielen von der CDU sieht eh kaum noch (konfliktfreie) Flächen für Windkraft im Saarland,  die Investoren auch tatsächlich ausbauen wollen und können. Er sieht CO2-Einspar-Potenziale eher in der hiesigen Stahlindustrie. Die Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden sei auch noch nicht ausreichend ausgebaut, dazu gebe es auch noch Potenzial im Ausbau von Wärmedämmungen.

Die Koalitionsparteien CDU und SPD lehnten die Anträge ab.