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Betreiber planen Verkauf von Diakonie-Klinikum in Neunkirchen

Nur wenige Jahre nach Übernahme : Neunkirchen: Diakonie-Klinikum soll verkauft werden

Erst vor wenigen Jahren übernahm die Stiftung Kreuznacher Diakonie von der Stadt Neunkirchen das Klinikum. Nun kommt sie finanziell nicht mehr damit klar und will das Haus loswerden. Was bisher geplant ist.

Die Kreuznacher Diakonie will das ehemalige städtische Krankenhaus in Neunkirchen, das sie erst im Jahr 2016 übernommen hat, schon wieder verkaufen. Nach SZ-Informationen haben Kuratorium und Vorstand der Stiftung beschlossen, ein sogenanntes Markterkundungsverfahren einzuleiten – mit dem Ziel des Verkaufs. Darüber will die Spitze des Krankenhausträgers am Donnerstag (9. September) in einer Betriebsversammlung die rund 600 Beschäftigten informieren.

Unternehmensintern ist die Rede davon, dass die finanziell ohnehin stark angeschlagene Stiftung die notwendigen Investitionen nicht mehr schultern kann. Ein Gutachten hatte 2017 ergeben, dass in dem 309-Betten-Haus in den nächsten Jahren fast 50 Millionen Euro investiert werden müssten – mehr als in allen anderen Kliniken des Saarlandes.

Die Stiftung Kreuznacher Diakonie betreibt im Saarland drei Krankenhäuser: das Diakonie-Klinikum, das jetzt verkauft werden soll, das auf Psychiatrie und Psychotherapie spezialisierte Fliedner-Krankenhaus (ebenfalls in Neunkirchen) und das Evangelische Stadtkrankenhaus in Saarbrücken. Für das Diakonie-Klinikum gab es in der Vergangenheit diverse Pläne, unter anderem für einen Neubau auf der grünen Wiese oder einen Neubau auf dem Gelände des Fliedner-Krankenhauses. Für einen Neubau hatte die Kreuznacher Diakonie gefordert, dass das Land rund 90 Prozent der Investitionskosten trägt.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) sagte zu den Verkaufsplänen, ein erstes Gespräch sei unter Einbeziehung von Oberbürgermeister Jörg Aumann und Landrat Sören Meng (beide SPD) geführt worden. Das Klinikum solle bis zum Abschluss des Markterkundungsverfahrens vom Träger weitergeführt werden. Wer als möglicher Käufer infrage käme, ist unklar. In der Branche wird immer wieder Marienhaus genannt, die in Neunkirchen die Klinik St. Josef Kohlhof betreibt. Auf Expansionskurs war in der Vergangenheit auch die Knappschaft, die gerne das Krankenhaus Lebach übernommen hätte.