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Corona im Saarland: Jede vierte Operation im Saarland muss verschoben werden

Situation in Kliniken kritisch : Jede vierte Operation im Saarland muss verschoben werden – in einem Fall droht Verlegung von Patienten

Die Corona-Situation in Kliniken im Saarland ist kritisch. In einem Fall sollen Patienten verlegt werden. Inzwischen muss jede vierte OP verschoben werden. Welchen eigentlich geplanten Eingriffen jetzt die Absage droht.

Die stark steigende Zahl von Covid-Patienten erschwert in den saarländischen Krankenhäusern zunehmend den Regelbetrieb. Um Intensivbetten für schwerkranke Virus-Patienten freizuhalten, wollen die Krankenhäuser ungefähr jede vierte geplante Operation verschieben. Das ist das Ergebnis einer Abfrage der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, an der sich elf Häuser beteiligt hatten. Seit Beginn der vierten Welle wurden demnach bereits 15 Prozent der planbaren Eingriffe abgesagt.

„Die Kliniken werden nicht umhinkommen, dass Elektivprogramm – soweit möglich – weiter zu reduzieren“, erklärte das Gesundheitsministerium. Verschoben werden nach Angaben von Klinikärzten unter anderem Adipositas-, Augen- oder Hüft-Operationen. Die Versorgung von Notfällen ist nach Angaben von Kliniken und Rettungsdienst aber sichergestellt.

Derzeit behandeln saarländische Krankenhäuser 344 Covid-Patienten, darunter 64 auf einer Intensivstation. Mit großen Schritten bewegt sich das Saarland auf die Höchstwerte der zweiten Welle zu, als um den Jahreswechsel 2020/21 bis zu 363 Covid-Patienten in Kliniken lagen, darunter bis zu 87 auf einer Intensivstation.

Die Klinikleitungen gehen von einem weiteren Anstieg der Zahl der Covid-Patienten aus, was nach Einschätzung der Saarländischen Krankenhausgesellschaft zur Folge hätte, dass noch mehr planbare Operationen abgesagt werden müssten. Zur Liquiditätssicherung fordern die Häuser nun Ausgleichszahlungen von Bund und Land wie vor einem Jahr.

Mehrere Kliniken nehmen keine Intensivpatienten mehr auf, in einem Fall droht die Verlegung von Patienten

Covid-Patienten belegen nach Zahlen des Gesundheitsministeriums rund 17 Prozent der Intensivbetten im Saarland – in einer Jahreszeit, in der die Intensivstationen auch ganz ohne Pandemie schon stark ausgelastet sind. Die Koordinierungsgruppe aus Klinik-, Rettungsdienst- und Regierungsvertretern stellte die  Krankenhaus-Ampel für die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-Patienten schon vor Tagen auf Orange. Für Nicht-Covid-Patienten steht sie bereits auf Rot. Von den 384 Intensivbetten im Saarland waren am Dienstag laut Gesundheitsministerium noch 25 frei.

Mehrere Kliniken haben bereits signalisiert, keine zusätzlichen intensivpflichtigen Covid-Patienten mehr aufnehmen zu können. In Krankenhaus-Kreisen heißt es, das Diakonie-Klinikum Neunkirchen sei so stark belastet, dass es bereits Überlegungen gebe, Intensivpatienten in andere Krankenhäuser zu verlegen.