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Die Pläne für den ÖPNV sind ehrgeizig – aber es gibt noch viele Baustellen

Neuerungen bei Bus und Bahn : Die Pläne für den Saar-ÖPNV sind ehrgeizig und sinnvoll – aber es gibt noch viele Baustellen

Die neuen Pläne für den ÖPNV sind ein echter Fortschritt. Aber sie reichen nicht, findet SZ-Chefkorrespondent Daniel Kirch. Er hat ein paar Ideen, wo noch was passieren sollte.

Im öffentlichen Nahverkehr des Saarlandes ist derzeit so viel Bewegung wie seit Jahrzehnten nicht. Die neuen Tarife sind ein echter Fortschritt, wenn auch nicht alle gleichermaßen profitieren. Ein 365-Euro-Jahresticket wäre ideal. Aber das Geld ist im Saarland halt knapp. Es wird daher auch nicht gelingen, jedes Dorf an den Busverkehr anzubinden. Ein Großteil der Saarländer, gerade im ländlichen Raum, wird im Alltag dauerhaft aufs Auto angewiesen bleiben. Alles andere sind Träumereien.

Gemessen daran sind die Pläne der Verkehrsministerin ehrgeizig und sinnvoll. Nebenbei bemerkt lässt sich damit vortrefflich Wahlkampf machen, die ersten Schnellbusse fahren ja auch pünktlich zur Landtagswahl. Ein S-Bahn-Netz mit einer Verbindung zwischen Saarlouis, Völklingen, Saarbrücken und St. Ingbert im 15-Minuten-Takt, wie es angedacht ist, wäre eine prima Sache. Sinnvoll ist auch die Reaktivierung alter Bahnstrecken. Die Ampel-Koalition hat hohe Erwartungen geweckt, sowohl was schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren als auch was mehr Geld für den öffentlichen Nahverkehr betrifft. Nichts wäre enttäuschender, als wenn die saarländischen Projekte sich in Studien als sinnvoll erweisen, dann aber das Geld für die Investitionen nicht zusammenkommt.

Davon unabhängig gibt es nach wie vor große Baustellen. Heruntergekommene Bahnhöfe, oft ohne Aufzüge und mit Graffiti-verhunzten Unterführungen, sind ein Problem. Warum bei Einzelfahrten noch das komplizierte Wabensystem über den Preis bestimmt, hat bisher niemand schlüssig erklärt. Das gilt erst recht für die Kleinteiligkeit des Saar-VV mit 15 Anbietern. Hier besteht in den nächsten Jahren Nachbesserungsbedarf, der aber in der Politik erkannt wird, das muss man fairerweise dazusagen. Das Wichtigste für den Moment scheint mir: Die Weichen sind erstmal richtig gestellt.