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Ford-Werk Saarlouis: Armin Laschet in St. Wendel mit Botschaft an Autoindustrie

Hilfe für die Stahl- und Autoindustrie im Saarland : CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet in St. Wendel mit Botschaft für das Ford-Werk Saarlouis

Auf dem St. Wendeler Schlossplatz ging der CDU-Kanzlerkandidat vor allem auf den Strukturwandel der Auto- und Stahlindustrie im Saarland ein. Und er ließ erkennen, wie die CDU die Stimmung an den letzten Tagen noch zu ihren Gunsten drehen will.

St. Wendel Kurz vor seiner Rede auf dem St. Wendeler Schlossplatz schaute CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Mittwoch zusammen mit Ministerpräsident Tobias Hans noch am Grab des Heiligen Wendelin in der Basilika vorbei. „Weil das Glück bringt“, sagte Hans. Glück wird Laschet wohl brauchen, um die Bundestagswahl am Sonntag zu gewinnen.

Der NRW-Ministerpräsident ließ in St. Wendel, wo Bundeswehr-Gegner und Querdenker seine Rede mit Trillerpfeifen und lauten Rufen zu stören versuchten, aber keine Zweifel aufkommen: „Geschichte wird sich wiederholen“, sagte er mit Blick auf die Aufholjagd der CDU vor vier Jahren, der er seine Wahl zum Ministerpräsidenten verdankt.  

Dass diesmal nach Schätzungen der Polizei rund 800 Menschen zu Laschet nach St. Wendel kamen, deuteten Parteistrategen als Beleg, dass die Stimmung kurz vor der Wahl viel besser sei als die Umfragen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht die leicht steigenden Umfragen der letzten Tage als Hinweis auf eine beginnende Last-minute-Wählerwanderung.

Laschet, von Hans als Kämpfer für die saarländische Industrie angepriesen, ging in seiner Rede vor allem auf den Strukturwandel ein. Wenn im Saarlouiser Ford-Werk nach 2025 keine Autos mehr produziert würden, habe das Riesenauswirkungen auf das gesamte Saarland, sagte Laschet. „Deshalb helfen die ganzen Sprüche gegen das Auto nicht weiter. (…) Wir müssen alles dafür tun, dass in Köln, Saarlouis und Süddeutschland auch in Zukunft Autos produziert werden – die besten Autos der Welt.“ So einen „simplen Satz“ höre man von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nicht, von den Grünen schon gar nicht. Es sei deshalb im persönlichen Interesse der Menschen im Saarland, dass Rot-Rot-Grün keine Mehrheit bekomme.

Laschet warnte zudem vor einer Abwanderung der Stahlindustrie nach China oder Indien, wenn die CO2-Ziele immer weiter verschärft werden. „Unsere Klimabilanz ist dann ganz toll: Sechs Prozent weniger CO2-Ausstoß, aber tausende Arbeitsplätze sind verloren und dem Weltklima ist nicht gedient, wenn das CO2 anderswo ausgestoßen wird.“ Nicht Verbote seien Innovationstreiber, wie Annalena Baerbock es gesagt hatte, sondern Anreize und neue Technologien. Wirtschaftsminister Altmaier habe der Stahlindustrie beim Weg zur Klimaneutralität mit Milliarden geholfen.

Für die letzten Tage des Wahlkampfs, das wurde in St. Wendel deutlich, setzt die CDU vor allem auf die Warnung vor einem rot-rot-grünen Bündnis, das den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands auf Spiel setze und Bundeswehr und Polizei nicht ausreichend unterstütze. Wenn es eine rechnerische Mehrheit für SPD, Grüne und Link gebe, „dann werden sie es diesmal machen“, sagte Laschet.

Er gab sich aber auch selbstkritisch: „Es ist auch manches schiefgelaufen“, sagte er über den Wahlkampf und nannte seinen Lacher im Flutgebiet. Nun gehe es aber um eine Richtungsentscheidung.