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Friedensnetz Saar und Pax Christi setzen auf Glockengeläut

Ifor-Aktionstag im Saarland : Aufruf zum Glockengeläut für den Frieden

Der UN-Vertrag zur Ächtung von Atom-Waffen wird am 22. Januar zwei Jahre alt. Deutschland hat ihn nicht unterschrieben. Deshalb setzen Friedensnetz Saar und Pax Christi im Bistum Trier ihre Hoffnungen auf ein lautes Glockengeläut am kommenden Sonntag um 12 Uhr. Es soll die Politiker aufrütteln.

Das Bündnis Friedensnetz Saar und die katholische Friedensgruppe Pax Christi (Lateinisch für Frieden von Christus) im Bistum Trier rufen die Kirchengemeinden im Saarland dazu auf, am kommenden Sonntag um 12 Uhr die Glocken der Gotteshäuser läuten zu lassen. Zudem sollen im Saarland sichtbar Friedensflaggen gehisst werden. Der Grund für diese öffentlichkeitswirksame Aktion sei, dass am 22. Januar der UN-Vertrag zur Ächtung der Atom-Waffen zwei Jahre alt werde, sagte Waltraud Andruet, die für beide Organisationen spricht, der Saarbrücker Zeitung.

Der Aufruf gehe an alle Saarländerinnen und Saarländer, alle Kirchen und Religionen sowie die Kommunen, betonte Andruet. Es solle ein „Sunday for Future“ werden, erklärte die Saarwellingerin, die damit einen Betug zur Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ herstellte. Andruet betonte, dass es darum gehe, „die Politik radikal zu verändern“. Denn Deutschland habe den UN-Vertrag zur Ächtung der Atom-Waffen bisher nicht unterzeichnet. Neben den beiden saarländischen Friedensgruppen rufe auch der Internationale Versöhnungsbund Ifor (International Fellowship of Reconciliation) zu einem weltweiten Aktionstag am kommenden Sonntag auf. Dies sollw weltweit ein Zeichen setzen für Frieden und Versöhnung, für die sofortige Beendigung aller Kriege, für die Idee, dass Abschreckung nicht dem Frieden dient sowie insbesondere für die Ächtung von Atom-Waffen, betonte Andruet. „Die Welt braucht dringend eine radikale Abkehr von der herrschenden lebensfeindlichen wirtschaftlichen und militärischen Logik, die die Menschheit und unseren Planeten in die Katastrophe treibt. Wir erwarten und fordern von der Politik, dafür den Rahmen zu schaffen“, sagte Andruet.

Als wichtige erste Schritte forderten Friedensnetz und Pax Christi, dass Deutschland dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitrete und die auf dem Bundeswehr-Flugplatz Büchel/Eifel gelagerten Atomwaffen abziehe und vernichte. In Büchel sollen laut Medienberichten noch etwa zwei Dutzend US-Atom-Bomben oder -Raketen lagern, die im Kriegsfall von Bombern ins Zielgebiet getragen werden sollen. Im Dezember 2022 hatte der Bundestag die Anschaffung von 35 neuen F-35 Kampfjets im Wert von zehn Milliarden Euro für diese Aufgabe bewilligt.

„Es ist später als 5 vor 12“ betonte Andruet. Notwendig sei der Einsatz aller materiellen und menschlichen Ressourcen zur Lösung der globalen Menschheitsprobleme durch Abrüstung und Entwicklung gemeinsamer Sicherheitssysteme sowie durch die Überwindung des derzeitigen ungerechten und naturzerstörenden Weltwirtschaftssystems. Die weltweite Ächtung von Atomwaffen sei ein wichtiger Schritt in eine wirkliche „Zeitenwende“, dem viele andere Schritte folgen müssten, sagte die Sprecherin.