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Klinik-Ärztin über Corona-Impfung für medizinisches Personal im Saarland

Corona-Kolumne: Klinik-Ärztin über den Impfstart in den Krankenhäusern : Corona-Impfung für Klinik-Personal – eine „Frage der Anerkennung“

In einer SZ-Kolumne berichten Ärzte und Pflegepersonal aus dem Saarland von ihren Corona-Erfahrungen. Diesmal schreibt Dr. Clara Braun vom Klinikum Saarbrücken über den Impfschutz für Ärzte und Pflegekräfte.

Wir versorgen in unserer Notaufnahme sowohl Non-Covid- als auch Covid-19-Patienten. Selbstverständlich in getrennten Räumlichkeiten mit getrennten Teams. Dadurch steigt die Dienstbelastung des Einzelnen, da wir doppelte Personalstärke brauchen, um die Strukturen aufrechterhalten zu können.

Viele sind erschöpft und ausgebrannt, noch aus der ersten Welle. Und doch kommen wir Tag für Tag zum Dienst, wir ziehen die Schutzkleidung an, wir kümmern uns um die Patienten. Abstand halten können wir nicht, wir müssen nah ran an den Menschen. Das zeichnet den Beruf aus, das ist unser Job – und den machen wir gerne. Aber jeder Tag birgt das Risiko, sich mit dem gefährlichen Virus zu infizieren. Bisher hatten wir außer Schutzkittel und FFP2-Masken wenig Möglichkeiten, uns zu schützen. Aber jetzt gibt es eine: die Impfung. Noch steht diese nur in begrenztem Rahmen zur Verfügung, sodass eine Priorisierung erfolgen musste.

Nach einem holprigen Start der Impfkampagne wird medizinisches Personal nun doch vorrangig behandelt und in den Kliniken geimpft. Dass wir an oberster Stelle stehen und jetzt gesondert den Impfstoff bekommen, ist auch eine Frage des Respekts und der Anerkennung für unsere Arbeit, die wir tagtäglich im Kampf gegen die Pandemie leisten.

Dr. Clara Braun (33) ist Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und arbeitet in der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Saarbrücken. In der Kolumne „Corona-Visite“ berichten Ärzte und Pflegepersonal vom Alltag in der Pandemie.