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Merz neuer CDU-Chef: So reagiert Nadine Schön auf Niederlage von Helge Braun

Ringen um CDU-Vorsitz : So reagiert Nadine Schön auf Niederlage ihres Favoriten Braun gegen Merz

Sie wäre mit Helge Braun in die CDU-Spitze aufgestiegen. Doch der Kandidat ist klar gescheitert beim Ringen um den Parteivorsitz. In der SZ spricht die Saarländerin Nadine Schön jetzt über die Niederlage ihres Favoriten gegen Friedrich Merz. MP Tobias Hans lädt den neuen Vorsitzenden ins Saarland ein.

Die saarländische Bundestagsabgeordnete Nadine Schön hat mit einem Aufruf zur Geschlossenheit der CDU auf die Niederlage ihres Favoriten Helge Braun im Rennen um den CDU-Vorsitz reagiert. Schön, die Braun zusammen mit der NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler in sein dreiköpfiges Bewerbungsteam geholt hatte, forderte Unterstützung für den  künftigen Vorsitzenden Friedrich Merz. „Wir haben gesehen, wie sich mangelnde Solidarität mit dem Vorsitzenden auswirkt. Dieser Fehler darf sich nicht wiederholen“, sagte sie am Freitag zur Saarbrücker Zeitung. Auch CDU-Landeschef Tobias Hans forderte, nun die Reihen zu schließen. Er freue sich, dass „das bleierne Vakuum in der Führung der CDU beendet ist“, sagte Hans.

„Bereichernde Zeit“

„Helge Braun in seiner Kandidatur zu unterstützen, war für mich Ehrensache“, sagte die St. Wendeler Bundestagsabgeordnete Schön. Aber die Mitglieder der CDU hätten sich „mit einer deutlichen Mehrheit“ für Merz entschieden. „Für mich war es dennoch eine bereichernde Zeit“, sagte sie mit Blick auf ihre Kampagne an der Seite von Braun. Dieser hatte die frühere NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler als seine Kandidatin für das Amt der Generalsekretärin vorgestellt, Schön wäre neben ihr Leiterin der Programm- und Strukturabteilung der Partei geworden, hätte Braun die Wahl gewonnen. Der nun designierte CDU-Chef Merz hat dagegen angekündigt, die Berliner Ex-Sozialsenator Mario Czaja als Generalsekretär auf die baden-württembergische Kommunalpolitikerin Christina Stumpp als stellvertretende Generalsekretärin vorzuschlagen.

Hohe Beteiligung

„Ich habe eine lebendige Partei erlebt und viele Ideen ausgetauscht über Inhalte, aber auch über Strukturen und moderne Parteiarbeit", sagte Schön zur Kampagne mit Braun. Sie bezeichnete es als „starkes Zeichen, dass so viele Mitglieder ihre Stimme zum Wählen genutzt haben“. Insgesamt waren bei der Befragung rund 400 000 CDU-Mitglieder aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Nach Parteiangaben beteiligten sich rund zwei Drittel der CDU-Mitglieder. Dabei erhielt Merz 62,1 Prozent der Stimmen, Norbert Röttgen 25,8 und Braun 12,1. Die Vorentscheidung durch die Mitglieder wird voraussichtlich beim CDU-Parteitag am 22. Januar offiziell vollzogen werden.

Schön bleibt Fraktionsvize

Schön bleibt aber innerhalb der Union in herausgehobener Position. Die 38-Jährige wurde vor wenigen Tagen erneut zur stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion gewählt. Sie ist dort für Bildungs- und Forschungspolitik verantwortlich – zudem bleibt es bei ihrem Schwerpunkt Digitalisierung. Zuvor hatte sie die Verantwortung für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Schön gehört dem geschäftsführenden Fraktionsvorstand schon seit 2014 an. Ihr aktuelles Bundestagsmandat verdankt sie der Entscheidung von Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier, auf ihre bei der Wahl im September erworbenen Landeslisten-Sitze im Bundestag zugunsten der Nachrücker Schön und Markus Uhl zu verzichten, die ihre Direktmandate verloren hatten.

Hans lädt Merz ein

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans lud den designierten CDU-Chef Merz nach dem Sieg in der Abstimmung am Freitag sofort ins Saarland ein. Hans begrüßte es, dass es eine Entscheidung im ersten Wahlgang gab. Durch die Klärung der Führungsfrage könne man auf Bundesebene neue Kraft als Volkspartei schöpfen, sagte er mit Blick auf die Saar-Landtagswahlen im März. „Mit Helge Braun und Norbert Röttgen hatten wir zwei weitere herausragende Kandidaten, die zusammen mit ihren Teams wichtig für die Zukunft der CDU Deutschlands sind und auch bleiben“, bekräftigte Hans.