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Nadine Schön: Holt Armin Laschet jetzt die Saarländerin in sein Team?

Bundestagsabgeordnete soll im Wahlkampf helfen : Ihr Name fällt immer wieder: Holt Laschet eine Saarländerin in sein Team?

In Umfragen macht CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet derzeit keine gute Figur. Jetzt soll es sein Team richten. Wenn es darum geht, wer dazu gehören soll, fällt immer wieder der Name einer Saarländerin, die in Berlin bereits eine steile Karriere hingelegt hat.

Auf ein Schattenkabinett verzichtet CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet. Woche für Woche will er nun aber Personen vorstellen, die bestimmte Themen in der Öffentlichkeit vertreten sollen. Es wäre nicht überraschend, wenn diesem Team mindestens eine Saarländerin angehören wird.

In der Partei wird immer wieder der Name von Nadine Schön aus Tholey genannt. Sie steht auch nach Informationen unserer Hauptstadt-Redaktion oben auf der Liste, wenn es nach der Wahl ans Ämterverteilen geht. Schön spricht von einer „medialen Debatte“ und mahnt, „den Ball flachzuhalten“. Zuerst müsse die Union die Wahl gewinnen.

Schöns Name nannte am Sonntagabend allerdings auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), als er gefragt wurde, wer dem Team Laschet angehören soll. Spahn sieht auch Annegret Kramp-Karrenbauer in dem Team. Nach Informationen der Zeitung Welt soll Schön dem Thema „Digitale Modernisierung von Staat und Wirtschaft“ ein Gesicht geben.

Die 38-jährige Juristin Nadine Schön, die 2004 als Studentin in den Landtag gewählt wurde und ihr Studium während ihrer Abgeordnetenzeit abschloss, hat in Berlin eine steile Karriere hingelegt. 2009 erstmals in den Bundestag gewählt, wurde sie 2014 zu einer der Vize-Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, zuständig für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Profil gewann sie vor allem als Digitalpolitikerin. Für das Thema haben sich in Berlin in der Vergangenheit nicht allzu viele interessiert, bis in der Corona-Pandemie schlagartig klar wurde, was in Deutschland alles nicht funktioniert und Ämter zum Teil noch das Faxgerät nutzen, um Daten auszutauschen.

Im vergangenen Jahr legte Schön gemeinsam mit ihrem Abgeordnetenkollegen Thomas Heilmann ein Buch namens „Neustaat“ vor, in dem sie für eine radikale Staats- und Verwaltungsreform plädieren. Die Kernthese lautet: „Um unseren Wohlstand und unsere Werte langfristig zu sichern, muss sich unser Staat in den nächsten 10 Jahren mehr verändern als in den letzten 70 Jahren zusammen.“ Thesen des Buches schafften es erst in ein Papier der CDU/CSU-Fraktion und anschließend auch ins Wahlprogramm der CDU.

Wenn jemand Laschets Lieblings-Slogan vom „Modernisierungsjahrzehnt“ ein Gesicht gebe, dann sei es Nadine Schön, analysierte unlängst die Süddeutsche Zeitung und bezeichnete die Saarländerin als „treibende Kraft“ der CDU in Sachen Digitalisierung.

Die Tholeyerin will dafür kämpfen, dass der Staat deutlich moderner und digitaler wird. Er soll künftig besser in der Lage sein, technologische Entwicklungen früher zu erkennen und zu fördern, anstatt sie – wie bei der Blockchain-Technologie – zu behindern. „Ein Innovationsland darf sich nicht nur auf den Maschinenbau konzentrieren, sondern muss auch Disruptionen zum Durchbruch verhelfen“, sagt sie.

Bei der Lösung sozialer Probleme setzt sie auch auf soziale Innovationen: Im ersten Lockdown hätten zum Beispiel junge Tüftler innerhalb kürzester Zeit eine Plattform programmiert, die Lehramtsstudenten mit Schülern zusammenbringt. „Es gibt nicht ein Kultusministerium, das Vergleichbares auf den Weg gebracht hat“, sagt Schön.

Einige sehen die zweifache Mutter – für den Fall einer CDU-geführten Regierung, die ja alles andere als sicher ist – bereits als Staatsministerin für Digitalisierung im Kanzleramt. Schön selbst gibt sich zufrieden mit ihrem aktuellen Job als Fraktionsvizin: Dort habe sie die größte politische Wirkungskraft.