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Neue Corona-Regeln im Saarland: Lockerungen nur mit Booster-Impfung

Überblick : Neue Corona-Regeln im Saarland: Lockerungen nach Booster-Impfung, Einschränkungen für Veranstaltungen

Ab heute gelten im Saarland neue Corona-Regeln. Bereits Geboosterte profitieren dann von Lockerungen, für Veranstaltungen gibt es hingegen zusätzliche Einschränkungen. Die betreffen auch Fußballfans. Ein Überblick.

Ab Samstag müssen Menschen mit einer Auffrisch-Impfung keinen zusätzlichen Test mehr vorlegen. Sie sind dann von der Testpflicht dort, wo die 2G-Plus-Regel gilt, befreit, etwa in Restaurants, in Fitnessstudios und beim Friseur. Das hat der saarländische Ministerrat beschlossen und die Corona-Rechtsverordnung dementsprechend angepasst.

Anders als zuvor diskutiert, gilt diese Ausnahme nicht für Menschen, die bislang nur zweitgeimpft sind, und auch nicht für Genesene. Die Landesregierung begründet das mit der Virus-Mutante Omikron, die sich weiter ausbreitet. Am Donnerstag wurde die Mutante erstmals im Saarland nachgewiesen. Ein Reiserückkehrer aus Südafrika hat sich mit der Variante infiziert.

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte: „Die Corona-Pandemie hat uns leider immer noch fest im Griff. Aber wir sind nicht machtlos: Wer sich impfen und boostern lässt, trägt entscheidend dazu bei, Corona die Stirn zu bieten. Gerade wegen Omikron ist das Boostern jetzt noch entscheidender. Dank unserer Impfallianz aus Arztpraxen, mobilen Teams, Krankenhäusern, Impfzentren und vielen Sonderaktionen in den Kommunen haben wir im Saarland erneut den Impfturbo gezündet. Wir werden alles daransetzen, den Turbo am Laufen zu halten und möglichst vielen Saarländerinnen und Saarländern noch in diesem Jahr eine Booster-Impfung anzubieten. Ich danke allen, die dazu beitragen!“ 

 Die stelltvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) erklärte: „Boostern hilft, über den Winter zu kommen. Boostern ist derzeit auch das, was nach allem was man derzeit weiß, am besten zur Eindämmung der Omikron-Variante hilft. Deshalb müssen wir alles tun, um möglichst viel zu Boostern und natürlich weiter auch die allgemeine Impfquote zu erhöhen.“

Ab wann gilt die Auffrischungs-Impfung?

Wie die Landesregierung der SZ auf Nachfrage mitteilte, ist die Auffrischungs-Impfung auch direkt ab dem Tag der Impfung gültig.

Obergrenzen für Veranstaltungen

Außerdem wurden die Obergrenzen für Veranstaltungen, auf die sich der Bund und die Länder bereits vergangene Woche geeinigt hatten, in der Rechtsverordnung erfasst. Demnach sind bei privaten Feiern in Innenräumen nur noch mit maximal 50 Personen erlaubt, im Außenbereich dürfen höchsten 200 Personen feiern. Innen wie außen gilt die 2G-Regel.

Bei öffentlichen Veranstaltungen im Inneren dürfen die Räume höchstens bis zu 30 Prozent ausgelastet werden, die Obergrenze liegt bei maximal 5000 Personen. Auch hier gilt die 2G-Regel, zudem eine Maskenpflicht. Bei öffentliche Veranstaltungen im Freien dürfen maximal 15 000 Menschen zusammenkommen, die Höchstgrenze der Auslastung ist auch hier 30 Prozent.

Auswirkung auf FCS-Spiel am Samstag

Die Obergrenzen haben auch Auswirkungen auf das Spiel von Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken am Samstag. Die Saarbrücken empfangen im Ludwigspark die zweite Mannschaft des SC Freiburgs. In das Stadion passen 16 000 Fans, wegen der 30-Prozent-Obergrenze dürfen jetzt allerdings nur noch 4800 Menschen ins Stadion.

FCS stoppe Kartenverkauf

Unmittelbar nach Bekanntwerden der neuen Regeln stoppte der FCS am Freitagmorgen den Kartenverkauf für die Drittliga-Begegnung. In einer Mitteilung des Vereins hieß es dazu, dass damit das Spiel ausverkauft sei.

Erweiterung des 2G-Bereichs

Auch in Bibliotheken gilt künftig die 2G-Regel, ausgenommen davon bleiben universitäre Bibliotheken.

2G-Optionsmodell für Hochschulen

Die Einführung eines Optionsmodells ermöglicht es Hochschulen, neben der Anforderung eines 3G-Nachweises für den Präsenzunterricht auch einen 2G-Nachweis als Voraussetzung zur Teilnahme vorzusehen.

Testpflicht weiter für alle beim Besuch von Pflegeeinrichtungen

Die Testpflicht für alle, auch für Geboosterte, bleibt jedoch bestehen beim Besuch von Pflegeeinrichtungen. Das Saar-Gesundheitsministerium erklärt auf Nachfrage: „Für Besucherinnen und Besucher in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen, besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe, ambulanten Pflegediensten, Krankenhäusern sowie Reha-Einrichtungen gibt es generell keine Testbefreiung.“ 

Alle anderen Regeln gelten weiter

Maskenpflicht im öffentlichen Raum

Sie gilt auch im Freien, und zwar dort, wo ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Die Maskenpflicht entfällt für Kunden, Besucher oder Teilnehmer von Veranstaltungen nur in Einzelfällen, wenn jemand Speisen oder Getränke zu sich nimmt, während des Sports, beim Schwimmen oder in der Sauna. Für Personal soll es keine Ausnahmen mehr geben.

Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte

 Ungeimpfte müssen ihre Kontakte auf den eigenen Haushalt und höchstens eine weitere Person beschränken, die nicht dazu gehört. Ausgenommen sind Minderjährige und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Auch bei Verwandten in direkter Linie sowie Ehe- und Lebenspartnern greift die Kontaktbeschränkung nicht.

Clubs und Diskos müssen schließen

Clubs und Diskotheken wird der Betrieb durch die Regierung untersagt. Begründet wird das mit einem erhöhten Infektionsrisiko.

Erweiterte Testpflicht an Schulen

In Schulen wird die Testpflicht auf Schüler, Lehrkräfte und anderes Personen ausgeweitet, die bereits geimpft oder genesen sind. Sie müssen sich zweimal wöchentlich testen lassen.

Wo gelten 3G, 2G oder 2G-Plus?

3G (Geimpft, genesen, getestet):

  • Arbeitsmarktdienstleistungen

2G (Geimpft oder genesen):

Im Freien:

  • Besuch von Freizeitparks und andere Freizeitaktivitäten
  • Teilnahme an kulturellen Betätigungen in Gruppen
  • Teilnahme am Freizeit- und Amateursport, allerdings: Sport alleine und Sport mit dem eigenen Hausstand sind von der 2G-Regelung ausgenommen.
  • Als Zuschauer beim Sport im Außenbereich
  • Besuch von Kneipen und Restaurants
  • Besuch von Veranstaltungen

 In Innenräumen:

  • Besuch von Ladenlokalen, die nicht der Grundversorgung dienen – hier gilt eine Übergangsfrist bis zum 6. Dezember: Zur Grundversorgung gehören Bäckereien, Supermärkte, Banken oder Abhol- und Lieferangebote
  • Betrieb von Fahrschulen und Flugschulenberufliche Aus-, Weiter- und Fortbildung
  • Integrationskurse
  • außerschulische Bildungsveranstaltungen zur Durchführung von Maßnahmen zur Verhütung übertragbarer Krankheiten, zum Beispiel von Corona-InfektionenErste-Hilfe-Kurse
  • Ausbildung und Prüfung von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern
  • pädagogisch begleitete Seminararbeit für Freiwillige nach dem Jugendfreiwilligendienstgesetz (JFDG) und dem Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG).
  • Bei mehrtägiger pädagogisch begleiteter Seminararbeit für Freiwillige mit Übernachtung
  • Betrieb von Hundeschulen
  • Betrieb von Bildungseinrichtungen für Jagd und Fischerei

2G-Plus (Zweifach-geimpft oder genesen, plus aktueller Test) Geboosterte ab Samstag von Testpflicht befreit:

  • körpernahe Dienstleistungen, zum Beispiel Friseure und Barbershops, Fußpflege, Kosmetik- oder Nagelstudios 
  • Übernachten in Hotels oder Pensionen
  • Besuch von Freizeitparks und andere Freizeitaktivitäten im Innenbereich
  • Teilnahme an kulturellen Betätigungen in Gruppen im Innenbereich
  • Besuch von Schwimm- und Spaßbädern, Thermen und Saunen im Innenbereich
  • Teilnahme am Freizeit- und Amateursport
  • Tanzschulen
  • Fitnessstudios und vergleichbare Sporteinrichtungen im Innenbereich, es gelten Ausnahmen für Profisportler
  • Besuch des Wettkampf- und Trainingsbetriebs, des Freizeit- und Amateursports sowie des Berufs- und Kadersports als Zuschauer im InnenbereichBesuch von Spielhallen und Spielbanken sowie von Wettannahmestellen privater Anbieter im Innenbereich
  • Besuch von Kneipen und Restaurants sowie von Gastronomiebetrieben jeder Art im Innenbereich
  • Betriebskantinen und Mensen im Innenbereich, ausgenommen sind Raststätten an Autobahnen und gastronomische Betriebe an Autohöfen, die Abgabe von Speisen zum Mitnehmen bleibt möglich, in Uni-Mensen gilt parallel zum Präsenzunterricht an Hochschulen die 3G-Regel, optional kann die 2G-Regel für den Unterricht eingeführt werden
  • touristische Reisebusreisen, Schiffsreisen oder ähnliche AngeboteBesuch von Museen, Theatern, Konzerthäusern, Opern und Kinos
  • Teilnahme an öffentlichen sowie privaten Veranstaltungen im Innenbereich, eine Nachweispflicht besteht nicht bei dienstlich, betrieblich, betriebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtlich veranlassten Veranstaltungen und Zusammenkünften von Betrieben und Einrichtungen. Hier sind die jeweils geltenden Hygienevorschriften einzuhalten
  • außerschulische Bildungsveranstaltungen im privaten und öffentlichen Bereich
  • künstlerischer Unterricht in Kunst- oder Musikschulen
  • Inanspruchnahme von sexuellen Dienstleistungen und Prostitution

Ausnahmen von den G-Regeln

  •  Ausnahmen bestehen für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht gegen Covid-19 impfen lassen können. 
  • Minderjährige Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder, die älter sind als sechs Jahre, sind während der bevorstehenden Weihnachtsferien auch ohne das Schul- bzw. Kitazertifikat mit Testnachweis von den 2G/2G-Plus-Regelungen ausgenommen – sie benötigen in dieser Zeit allerdings einen tagesaktuellen Test.
  • Für Kinder unter sechs Jahren besteht weiterhin keine Nachweispflicht.