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Saarland – Corona-Fälle in Kliniken: Nur 2 Bundesländer sind schlechter dran

Neue Daten aus den Kliniken : Corona-Patienten im Krankenhaus: Nur zwei Bundesländer stehen schlechter da als das Saarland

Die Inzidenz wird unwichtiger für die Corona-Politik von Bund und Ländern. Entscheidend soll nun die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus sein. Wie steht das Saarland bei der sogenannten Hospitalisierung da?

Wer seinen Tag mit den Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beginnt, wird mal wieder umlernen müssen. Über ein Jahr hing die Lage der Nation gefühlt von der Sieben-Tage-Inzidenz ab, den Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Nachdem nun mehr als 60 Prozent der Deutschen über einen Impfschutz verfügen, gerät eine andere Kennzahl in den Blick der Politik: Wie viele Menschen mit Covid-19 müssen ins Krankenhaus?

Praktisch für alle, die sich an die Sieben-Tage-Inzidenz gewöhnt haben: Auch für die sogenannte Hospitalisierung errechnet das RKI einen Inzidenzwert. Bei den Krankenhauspatienten lag dieser am Montag bei 1,64 pro 100 000 Einwohner. Das bedeutet einen leichten Rückgang. Am vergangenen Freitag hatte die Bundesbehörde die Hospitalisierungsrate für ganz Deutschland noch mit 1,83 angegeben. Wie sehen die Zahlen aus dem Saarland aus?

Die aktuellsten Daten stammen vom vergangenen Donnerstag. Für das Saarland bestimmte das RKI eine Krankenhaus-Inzidenz von 2,33 (Stand: 2. September). So viele Krankenhausaufnahmen pro 100 000 Einwohner wurden dem RKI im Laufe einer Woche aus der Region übermittelt. Im Ländervergleich ist das die drittschlechteste Quote. Bremen führt die traurige Tabelle mit 4,55 an, der Bundesschnitt lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 1,74. Eine Inzidenz gibt das RKI auch für die Belegung der Intensivstationen mit Covid-Kranken an. Hier erreicht das Saarland einen negativen Spitzenwert: Auf 100 000 Einwohner kamen 2,74 Intensivpatienten – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Wie ist die Hospitalisierungsrate von 2,33 zu bewerten? Fest steht, dass diese Zahl weit entfernt ist von den Höchstständen im vergangenen Winter. Das ergibt sich aus einer nachträglichen Übersicht, die das RKI seiner aktuellen Präsentation hinzugefügt hat. Demnach soll die Inzidenz bei der Krankenhausbelegung zur Januarmitte im Saarland bei 12,97 gelegen haben.

Verwunderlich ist das Abschneiden des Saarlandes in der neuen Krankenhaus-Statistik nicht. Schließlich bewegen sich die Fallzahlen im kleinsten Flächenland auf einem angehobenen Niveau, bei den Neuinfektionen fällt die Sieben-Tage-Inzidenz überdurchschnittlich aus. Noch ist allerdings unklar, wie nah die RKI-Zahlen zur Hospitalisierung an die Wirklichkeit heranreichen.

Seit Juli müssen die Kliniken umfangreichere Daten zur Behandlung von Covid-Patienten an die Behörden melden. Über deren Vollständigkeit lässt sich gegenwärtig nur spekulieren. Hinzu kommt der übliche Meldeverzug. Nach einem Bericht des Deutschlandfunks berücksichtigt das RKI bei der Berechnung der Krankenhaus-Inzidenz keine Kranken, die wegen eines anderen Leidens aufgenommen und dabei positiv getestet worden sind.