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Wahl im Saarland: AKK & Altmaier müssen zittern - die Chancen von SPD & CDU

AKK muss in Saarbrücken zittern : So stehen die Chancen von CDU und SPD in den vier Saar-Wahlkreisen

Mit ihrer Erststimme entscheiden die Wähler am 26. September über die Direktkandidaten. Im Saarland treten gleich mehrere prominente Bundespolitiker an. Wer aktuell die besten Chancen hat.

Bei der Bundestagswahl 2017 gewann die CDU drei der vier Wahlkreise im Saarland. Wie geht das Rennen um die Direktmandate diesmal aus? Die SZ gibt einen Überblick über die aussichtsreichsten Kandidaten und wagt auf der Basis von Berechnungen der Plattform election.de eine Prognose. In die Wahlkreisprognose von election.de fließen unter anderem bisherige Ergebnisse im Wahlkreis, aktuelle Umfragen-Trends und die nominierten Kandidaten ein. 2017 lagen die Experten mit ihren Prognosen nach eigenen Angaben in 93 Prozent der bundesweit 299 Wahlkreise richtig.

Wahlkreis 296

Saarbrücken

Dieser Wahlkreis war jahrzehntelang eine rote Hochburg. Zu den Siegern zählten früher Hajo Hoffmann, Oskar Lafontaine und Elke Ferner. 2009 und 2013 fiel der Wahlkreis jedoch knapp an die CDU (Anette Hübinger), bevor ihn Josephine Ortleb 2017 für die SPD ebenso knapp zurückeroberte. Die 34-Jährige ist Restaurantfachfrau und Fachwirtin im Gastgewerbe, im Bundestag ist sie zwischenzeitlich zur Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Fraktion aufgestiegen. Am 26. September bekommt sie es mit der ehemaligen saarländischen CDU-Ministerpräsidentin und heutigen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (59) zu tun.

Prognose: Kramp-Karrenbauer hat zweifellos einen deutlichen Bekanntheits-Vorsprung. Doch den Bundestrend kann dieser Bonus wohl nicht ausgleichen. Die politische Großwetterlage spricht dafür, dass dieser traditionell rote Wahlkreis auch diesmal an die Sozialdemokraten geht. Laut election.de stehen die Chancen für einen Sieg Ortlebs bei 91 Prozent.

Wahl im Saarland: AKK & Altmaier müssen zittern - die Chancen von SPD & CDU
Foto: SZ/Müller, Astrid

Wahlkreis 297

Saarlouis

Der bundesweit einzige Wahlkreis, in dem zwei Bundesminister aufeinandertreffen. CDU-Mann Peter Altmaier, seit 1994 im Bundestag, gewann den Wahlkreis, den früher regelmäßig der SPD-Linke Ottmar Schreiner holte, erstmals 2009 und verteidigte ihn 2013 und 2017. Der 63-Jährige aus Rehlingen blickt auf eine lange Karriere an der Seite Angela Merkels zurück, seit 2012 gehört er dem Bundeskabinett an. Sein Gegenkandidat Heiko Maas (54), von 2013 bis 2018 Justiz- und seither Außenminister, hofft darauf, endlich mal eine Wahl zu gewinnen: Drei Mal als SPD-Spitzenkandidat bei Landtagswahlen gescheitert, verlor er 2017 auch den Kampf ums Direktmandat gegen Altmaier.

Prognose: Altmaiers Vorsprung war 2017 nicht so groß, dass Maas nun chancenlos wäre. Der Bundestrend macht das Minister-Duell richtig spannend, aktuell mit leichten Vorteilen für Maas. Die Wahlkreisprognose von election.de sieht den Außenminister mit einer Wahrscheinlich von 64 Prozent vorn.

Wahlkreis 298

St. Wendel

Der Wahlkreis war bei den zurückliegenden Wahlen dank schwarzer Hochburgen im St. Wendeler Land eine sichere Bank für die CDU. Die Tholeyerin Nadine Schön (38), die seit 2009 im Bundestag sitzt, will ihr Direktmandat verteidigen. Die Juristin ist seit 2013 Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion und Digital-Expertin ihrer Partei. Ihr Gegenkandidat ist SPD-Mann Christian Petry (56) aus Illingen, der seit 2014 im Bundestag sitzt. Petry, einst Verwaltungsbeamter im Innenministerium, ist in Berlin europapolitischer Sprecher seiner Fraktion. Außerdem ist er Generalsekretär der Saar-SPD. Die SPD gewann den Wahlkreis zuletzt 2005.

Prognose: Die besseren Chancen dürfte auch diesmal, trotz desolater Umfragewerte im Bund, die CDU haben. Nach der Prognose von election.de wird Nadine Schön mit einer Wahrscheinlichkeit von 69 Prozent den Wahlkreis gewinnen. Allzu sicher sollte sich die CDU aber nicht sein.

Wahlkreis 299

Homburg

2009 gewann mit Alexander Funk erstmals seit 40 Jahren ein CDU-Mann das Direktmandat. Sein Nachfolger Markus Uhl (41) verteidigte das Mandat 2017 – allerdings nur knapp gegen den SPD-Kandidaten Esra Limbacher (32). Nun kommt es zur Neuauflage des Duells von 2017. Uhl ist ehemaliger Landeschef der Jungen Union und arbeitete bis zu seinem Einzug in den Bundestag als Referatsleiter in der Staatskanzlei. Limbacher ist Jurist, der bis zu seinem Einzug in den Landtag in diesem Jahr im Wirtschaftsministerium arbeitete.

Prognose: Berücksichtigt man die Historie des Wahlkreises und den Bundestrend, ist Esra Limbacher der klare Favorit auf den Gewinn des Direktmandats. Dafür war der Vorsprung Uhls 2017 einfach zu knapp. Election.de beziffert die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg des SPD-Kandidaten mit 82 Prozent.