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Wie „Saarland artenreich“ Wiesen blühen lässt

Kostenpflichtiger Inhalt: Blumen im ganzen Land : Land sät Wildblumen auf stillgelegten Äckern

Die Aktion „Saarland artenreich“ der saarländischen Jäger und der Landesentwicklungsgesellschaft läuft nun landesweit.

Gelbgold leuchtende Sonnenblumen, weiße Schafgarben, fröhlich-bunte Bienenweide- und lila Malvengewächse in der Landschaft statt öder Äcker und verdorrter Wiesen: Das Saarland blüht immer mehr auf, um so vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten wie der Wildbiene, einigen Schmetterlingsarten oder auch der Feldlerche und Hasen im Land mehr Schutz und Nahrung zu bieten. Das haben die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) am Donnerstag zum Start einer neuen jetzt landesweiten gemeinsamen Aktion „Saarland artenreich“ auf einer exemplarischen Blühfläche an der Gimbweiler Straße in Nohfelden-Wolfersweiler veranschaulicht. Bei der Blühaktion für mehr Artenschutz und Artenvielfalt stellt die LEG von ihr finanziertes Saatgut kostenlos zur Verfügung, das dann auf Flächen ausgesät wird, die Kommunen und Landwirte für mehrere Jahre zur Einsaat und Stillegung bereitstellen.

„Im Saarland sind bereits in diesem Sommer auf einer Fläche von über 40 Hektar neue Blühlandschaften entstanden“, sagte der LEG-Aufsichtsratschef, Justiz-Staatssekretär Roland Theis (CDU): „Dafür haben die Landesentwicklungsgesellschaft und die Jägerschaft gemeinsam mit zahlreichen saarländischen Gemeinden auf einer Fläche, die der Größe von über 50 Fußballplätzen entspricht, ein spezielles regionales Saatgut aus 60 unterschiedlichen Blumen und Kräutern ausgesät und so einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt an der Saar geleistet.“ Zusammengemixt in Behältnissen bis zu 25 Kilogramm wird das Saatgut vom Integrationsbetrieb Haseler Mühle in Neunkirchen, erklärt David Beyer (Urexweiler) von der rund 3400 Mitglieder zählenden Vereinigung der Jäger des Saarlandes. Der Integrationsbetrieb, eine Tochtergesellschaft der Neue Arbeit Saar GmbH, beschäftigt Menschen mit und Behinderung.

Erste erfolgreiche Anfänge hatte die neue Blühaktion laut Beyer schon vor wenigen Jahren mit Hilfe der Jägerschaft im Landkreis Saarlouis. Sie wurde dann dieses Frühjahr vor allem im Kreis St. Wendel forciert und soll jetzt auch in den Kreisen Saar-Pfalz und Neunkirchen verstärkt Einzug halten. „Die Blühaktion nutzt allen Vogelarten, die sich von Insekten ernähren. Aber auch bedrohte Tierarten wie das Rebhuhn sowie der Fasan und die immer weniger werdenden Hasen und Wildkaninchen finden so mehr Nahrung und Deckung vor natürlichen Feinden wie Füchsen und Dachsen“, erklärt Jäger Beyer. Er spricht von einem „Projekt für die Zukunft, das der Natur etwas zurückgibt“. Für Staatssekretär Theis gehört zum Leitbild einer nachhaltigen Landesentwicklung neben wirtschaftlichen Projekten wie dem Ferienpark Bostalsee oder dem Saarland-Thermenresort in Rilchingen auch die ökologische Nachhaltigkeit.

LEG-Saar-Geschäftsführer Valentin Holzer betonte: „Zu unseren Zielen zählt, die Öffentlichkeit für das Thema Artenvielfalt zu sensibilisieren. Schließlich ist sie ein wesentlicher Teil der Entwicklung unseres Landes.“ Gemeinsam mit den Gemeinden, den unterstützenden Verbänden und den saarländischen Landwirten „wollen wir Vorreiter bei der Schaffung einer für die Artenvielfalt bedeutenden insektenreichen Kulturlandschaft sein“, erklärt er. Landesjägermeister Josef Schneider erklärte: „Die Jagd steht vor allem im Dienst der Erhaltung der Natur. Demzufolge ist es für uns unerlässlich, Artenschutzprojekte, wie auch das Projekt „Saarland artenreich“ zu unterstützen.“