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Zu wenig Corona - Impfstoff für Booster - Kampagne auch im Saarland

Bundesweite Sorge über Booster-Kampagne : Impfstoff-Unsicherheit für das erste Quartal auch im Saarland

Der Bund meldet Impfstoff-Mangel für das erste Quartal. Auch das Saarland ist davon betroffen. Wie die Impfstoffversorgung in den nächsten Wochen aussehen wird, haben wir deshalb im Gesundheitsministerium nachgefragt.

(hem/ulb/dpa) Das Saarland sieht seine Booster-Kampagne gegen Corona trotz neuer bundesweiter Sorgen wegen eines Impfstoff-Mangels vorerst gesichert. „Bis Mitte Januar kriegen wir das gestemmt“, sagte am Mittwoch der zuständige Abteilungsleiter im Saar-Gesundheitsministerium, Bernd Schnabel, der SZ. Man wisse zwar, dass es in den kommenden Wochen weniger Impfstoff vom Bund geben werde. Die Versorgung im Saarland sei aber durch das „intelligente Impfstoffmanagement“ gesichert. Man rechne damit, dass bis Ende des Jahres 50 Prozent der Saarländer eine Auffrischungsimpfung erhalten haben – alle jene, deren Zweitimpfung fünf Monate her ist, so Schnabel. Derzeit sind 30 Prozent aller Saarländer geboostert.

Allerdings hat das Saar-Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben noch keine Impfstoff-Lieferbestätigungen für das erste Quartal des kommenden Jahres durch den Bund. Hier gibt es bundesweit Verunsicherung, nachdem der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nach einer Inventur mitgeteilt hatte, die Reserven und Bestellungen für Januar bis März reichten überraschenderweise nicht für die angestrebten Impfungen. Allerdings deutete sich gestern hier Entspannung an. Lauterbach kündigte an, für 2,2 Milliarden Euro Impfstoffe nachzukaufen. Die Union bezweifelte die Notlage ganz: „Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen – obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt“, schrieb der Gesundheits-Sprecher der Fraktion, Tino Sorge (CDU).

Derweil waren allein in den vier saarländischen Impfzentren am Mittwochabend über tausend Buchungstermine frei, ganz überwiegend in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres. Schnabel wies darauf hin, dass allein durch die Öffnung des Impfzentrums Saarbrücken 1000 tägliche Termine dazugekommen seien. Jeder könne nach fünf Monaten geboostert werden.

Das Saarland fördert derweil weiterhin die Bereitschaft zum Boostern durch praktische Vorteile. Wer doppelt geimpft ist und eine Auffrischungsimpfung erhält, ist weiterhin sofort von der Testpflicht bei 2G-Plus-Events befreit. Die Saar-Regierung verlängerte diese Regelung nach Informationen der SZ jetzt im Rahmen einer leichten Anpassung der Corona-Verordnung bis Ende des Jahres. Damit weicht das Land vorerst von einer Vereinbarung der Gesundheitsminister der Länder ab. Sie hatten sich am Dienstag nach Aussage des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) auf eine bundesweite Sonderbehandlung von Geboosterten verständigt, die aber erst 15 Tage nach der Auffrischungsimpfung einsetzen sollte. Keine Änderung gibt es für jene, die sich nach einer doppelten Impfung infizieren. Die Infektion gilt weiter nicht als Boosterung.