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Merian Scout gibt 200 Freizeit- und Ausgehtipps für das Saarland

Bekannte Adressen und Geheimtipps : Merian Scout gibt 200 Freizeit- und Geheimtipps für das Saarland: „Region bewusst wahrnehmen“

Ausgehen in Saarbrücken, essen im Bliesgau, entdecken im Dreiländereck: Ein neues Merian-Reiseheft stellt das Saarland mit 200 Tipps sowohl Touristen als auch Einheimischen neu vor. Von Perl bis Schwarzenacker, von Nohfelden bis Kleinblittersdorf. Gelingt der Versuch?

„Die Corona-Zeit hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie besonders unser Dreiländereck ist“, sagt Katharina Schmitt, Winzerin vom Weingut Schmitt-Weber in Perl. Mit den Grenzschließungen war es plötzlich nicht mehr möglich, wie gewohnt einfach um die Ecke einzukaufen – weil die Ecke in Frankreich oder Luxemburg lag. Dabei gehört das Ineinanderfließen der Grenzen doch hier zum Leben und zur direkten Sichtweite. „Gerade der Blick vom Hasenberg, von dem man nach Frankreich und nach Luxemburg schaut, ist etwas Besonderes.“

Nun, da das Rüber und Nüber wieder normal geworden ist, gibt Schmitt ihre Lieblingstipps zum Einkaufen und Essen im Dreiländereck weiter. Im neuen Merian-Scout-Heft „200 x Saarland“ verrät sie mit einem knappen Dutzend Adressen ihre Lieblingsorte rund um Perl. Dazu gehören Restaurants, Weingüter, Märkte, Bistrots und Hofläden wie die Maimühle, die Domaine Ruppert, die Ferme de Belmach und der Schengener Monatsmarkt – natürlich aus drei Ländern. „Bei den Adressen, die ich empfehle, gehen wir auch privat einkaufen oder nutzen sie für unsere Veranstaltungen“, sagt die Jung-Winzerin.

Was Katharina Schmitt auf zwei Heftseiten für das Dreiländereck übernommen hat, tut ihr Sternekoch Cliff Hämmerle für den Bliesgau gleich – und verrät, wo er joggt, auswärts frühstückt, Eis isst und Käse kauft. Darunter sind bekannte Adressen und Orte wie der Gräfinthaler Hof, das Blieskasteler Eiscafé, das Grünbachtal, der Neukahlenberger Hof und der Gollenstein. „Sightseeing und Genuss lassen sich bei uns eben bestens verbinden“, wird Hämmerle im Bliesgau-Abschnitt des Heftes zitiert.

Merian Scout gibt 200 Freizeit- und Ausgehtipps für das Saarland
Foto: Jahreszeiten Verlag

Mit Dreiländereck und Bliesgau bekommen Anfänger in Sachen Saarland also konkrete Ziele vorgeschlagen. Praktisch für den Schnelleinstieg ist auch das Inhaltsverzeichnis zu Beginn des Heftes. Hier wird das Saarland in die fünf großen Kapitel „Saarlouis“ (dem lustigerweise Völklingen mit der Hütte zugeschlagen wird), „Saarbrücken“, „Bliesgau“, „Norden“ und „Saarschleife“ eingeteilt. Es gibt Tipps von Perl bis Schwarzenacker, von Nohfelden bis Kleinblittersdorf. Logisch, dass die Landeshauptstadt mit mehr als 20 Seiten den Löwenanteil absahnt. Interessant für Saarländerinnen und Saarländer ist die Karte auf der folgenden Doppelseite. Hier sind mit Ziffern alle Orte und Adressen eingetragen. Man kann also auf einem Blick nach Tipps in einer bestimmten Stadt oder seinem direkten Umkreis suchen. Dabei unterscheidet die Redaktion zwischen entdecken, essen und trinken, einkaufen, feiern und übernachten.

Klar empfehlen die Saarland-Scouts dabei auch die großen Wahrzeichen und allseits bekannten Publikumsmagneten. Also Völklinger Hütte, Bostalsee, Abteikirche Tholey mit den Chorfenstern von Gerhard Richter und Saarschleife quer durchs Land sowie Saarländisches Staatstheater, Nauwieser Viertel und Deutsch-Französischen Garten in der Landeshauptstadt. Beim genauen Blättern finden aber auch Ortskundige interessante Tipps und Adressen, von denen sie vielleicht oder bestimmt schon gehört, die sie aber noch nie angesteuert haben. So haben beispielsweise das Welttraum-Atelier mit Planetarium und Werbe-Kapsel des Films „Apollo 13“ in Nohfelden und die liebliche Barock- und Renaissance-Altstadt von Ottweiler ihren Weg in die 200 Saarland-Tipps gefunden. Ebenso die Saarbrücker Gewürzmanufaktur Rimoco und das grenznahe Kohleschaubergwerk Parc Explor im französischen Petite-Rosselle. Manchmal werden sich Ortskundige aber auch etwas wundern, wenn ein Restaurant empfohlen wird, in dem man zuletzt eben nicht so empfehlenswert gegessen hat. Die „Kenn-ich-schon“-Krux der Ansässigen wird da zum lohnenden Wissensvorteil.

 Beim Süßen sind die Macarons von Quanah Schott in Saarbrücken dem Merian-Scout-Team eine Empfehlung wert.
Beim Süßen sind die Macarons von Quanah Schott in Saarbrücken dem Merian-Scout-Team eine Empfehlung wert. Foto: Markus Bassler

Alles in Allem beschreibt das Merian-Scout-Team das Saarland als „Deutschlands Musterkind in Sachen Strukturwandel“, weil Eisenhütten, Stollen und Bergwerke einen neuen Sinn bekommen hätten, und als „eine grüne Region im Herzen Europas und definitiv eine Größe für sich“. Oder wie Winzerin Katharina Schmitt aus Perl sagt: „Es ist immer wichtig, die eigene Region bewusst wahrzunehmen.“ Dieses Heft kann den Blick dafür definitiv schärfen und, wenn sich Besuch von außerhalb ankündigt, gegen die Ortsblindheit der Gewöhnung als gute Unterstützung aus dem Regal gezogen werden. Die zahlreichen und sehr guten Fotos helfen auch bei der Entscheidung, ob das Ziel dem Gusto der Reisenden entspricht.

Merian-Heft „Scout 200 x Saarland“, Jahreszeiten Verlag, 114 Seiten, 6 Euro.