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Landkreis Merzig-Wadern sieht Sirenenprobe im Kreis als Erfolg

Trotz kleinerer Schwierigkeiten : Landkreis sieht sich für den Ernstfall gerüstet

Vor zwei Wochen wurden die Sirenen im Grünen Kreis einer Generalprobe unterzogen. Der Landkreis zieht aus diesem Test ein positives Resümee, auch wenn es vereinzelte Schwierigkeiten gab.

Ein einminütiger gleichbleibender Dauerton, fünf Minuten später ein einminütiger auf- und abschwellender Dauerton gefolgt von einem weiteren gleichbleibenden Ton für eine Minute – diese Warnsignale ertönten am Samstag vor zwei Wochen im Kreis Merzig-Wadern zur Mittagszeit. Auch die Warn-Apps „NINA“ und „Katwarn“ wurden ausgelöst – oder zumindest sollten sie. Wie gut hat diese Übung funktioniert? Waren alle Signaltöne überall im Kreis zu hören? Welche Lehren kann man aus dieser Übung ziehen? Wir haben beim Landkreis nachgefragt.

Der Kreis betont in seiner Stellungnahme zunächst, dass die Auswertung der Sirenenprobe noch nicht abgeschlossen sei. Noch lägen nicht alle Rückmeldungen aus den Feuerwehren vor, auch habe man die bisher eingegangen Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von den Feuerwehren noch nicht umfassend bewerten können. Daher könne man nur eine vorläufige Auswertung vorstellen. „Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die allgemeine Ausgangslage im Kreis eine sehr gute ist“, erklärt der Kreis.

Der Landkreis Merzig-Wadern ist nach eigenen Angaben einer der wenigen Kreise, die das Sirenen-Alarmierungssystem flächendeckend erhalten und alle derzeit aktiven Sirenen bereits digitalisiert haben. In den nächsten Jahren sollen zusätzlich zu dem bereits bestehenden Sirenennetz – mit 132 aktiven stationären und drei mobilen Sirenen – weitere mobile sowie stationäre Sirenen angeschafft werden.

Laut Kreis ist „die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Warnung – das eigentliche Ziel der Sirenenprobe – insbesondere durch derartige Übungen zu erreichen“. Bisher seien einige Rückmeldungen aus der Bevölkerung eingegangen. Demzufolge könne festgestellt werden, dass dieses Ziel erreicht wurde. Das zweite Ziel – die Verbesserung der Abdeckung der Sirenen – könne noch nicht abschließend ausgewertet werden.

„Jedoch konnte der Landkreis feststellen, dass einige zuvor bekannte Abdeckungslücken durch die Feuerwehren und die Bevölkerung gemeldet und somit bestätigt wurden. Das Ziel der technischen Überprüfung wurde vollumfänglich erreicht“, erklärt der Kreis. Es konnten also nicht überall im Kreis alle Sirenentöne gehört werden. „Dies war aber – wie zuvor geschildert – zu erwarten.“

Der Kreis will nach eigenen Angaben die Abdeckung im Kreisgebiet in den kommenden Jahren verbessern: „Zum einen sollen neue Sirenen mit den Kommunen unter Nutzung der Förderprogramme des Landes und des Bundes errichtet werden und zum anderen sollen veraltete E57-Sirenen durch neue Sirenen mit den Kommunen unter Nutzung der Förderprogramme ausgetauscht werden.“ Was sind E57-Sirenen? Der Kreis erläutert: „Die sogenannten Einheitssirenen 1957 (E57) sind elektromechanische Sirenen, die aus einem Elektromotor und einem Rotor bestehen. Sie wurden zum Zivilschutz genutzt und finden heute noch durch die Feuerwehren und für die Warnung der Bevölkerung Verwendung.“ Moderne Sirenen könnten jedoch einen deutlich größeren Bereich abdecken. Außerdem sollen noch einsatzfähige E57-Sirenen reaktiviert werden. Das Resümee des Kreises lautet: „Festzuhalten ist, dass durch den Erhalt des Sirenennetzes gemeinsam mit den Kommunen eine gute, teils verbesserungswürdige Abdeckung des Kreisgebietes besteht.“

Die Warn-Apps sind laut Kreis bestimmungsgemäß ausgelöst worden. „Die wenigen Rückmeldungen aus der Bevölkerung beziehen sich allesamt auf eine Nichtauslösung“, heißt es vom Landkreis. Der Alarm sei in diesen Fällen nicht ausgelöst worden, weil die Geräte nicht richtig eingestellt waren – wenn etwa das Handy sich im Energiesparmodus befand oder Push-Dienste nicht aktiviert waren.

Der Kreis hatte bei der Ankündigung der Sirenenprobe auch dazu aufgerufen, dass sich jede Bürgerin und jeder Bürger melden solle, falls sie die Sirenen bei sich zu Hause nicht hören konnten. Laut Landkreis gab es einige solcher Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Diese Fälle müssten jedoch alle einzeln untersucht werden. „Hier kann ein Fehler oder Defekt im Sirenensteuerempfänger vorliegen. Dies muss durch eine Fachfirma geprüft werden. Diese Fehler lassen sich nur durch eine solche Sirenenprobe feststellen“, hält die Kreisverwaltung fest.

An unsere Redaktion hat sich Klaus Kirsch aus Hilbringen gewandt. Er hat den Probealarm nach eigenen Angaben vom Hilbringer Seitert aus verfolgt. „Von dort aus hört man die Sirenen von Hilbringen, Mechern, Ballern und Fitten sowie jene der Kernstadt normalerweise sehr gut“, schreibt er in einer Mail an unsere Redaktion. Bei dem Probealarm vom 4. Dezember sei zur angegebenen Zeit nur der einminütige Dauerton zu hören gewesen. „Danach kam nichts mehr, mithin auch nicht der Heulton des Kata­strophenalarms“, schreibt Kirsch ergänzend.