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Bachemer Grotte soll in neuem Glanz erstrahlen

Arbeit am Kleinod : Umfeld der Bachemer Mariengrotte soll neugestaltet werden

Nach einem Fall von Kinderlähmung in der Familie Hein wurde die Mariengrotte 1960 mithilfe von vielen Bürgern gestaltet. Die Statue kam aus Belgien.

Die Bachemer Grotte ist ein Stück Dorfgeschichte. Dieser Ort, den die Bachemer Bevölkerung liebevoll „die Grotte“ nennt, wurde aus Dankbarkeit errichtet. Ein Fall von Kinderlähmung in der Familie Hein veranlasste den Großvater zu dem Versprechen, eine Gebetsstätte zu schaffen, wenn das Enkelkind die Krankheit überlebt. Sein Gebet wurde erhört, und so entstand dieser Ort mithilfe von vielen Bachemer Bürgern.

Die Marienstatue in der Grotte ist ein Abbild der Jungfrau der Armen aus dem belgischen Wallfahrtsort Banneux und wurde laut Aussage von einem Mann gestiftet, der aus dem Zweiten Weltkrieg heil nach Hause kam. Briefe aus dem Jahr 1957 belegen, dass man eine Anfrage bezüglich einer Marienstatue an die Internationale Gebetsvereinigung Banneux stellte, die für die Betreuung der deutschsprachigen Pilger zuständig war.

Im Jahr 1958 erfolgte in Bachem eine Sammlung für die Errichtung der Grotte, bei der ein Betrag von 54 430 französischen Francs zusammenkam. Bachem gehörte damals noch zum Saargebiet, in dem der französische Franc Zahlungsmittel war.

Familie Peter Bies stellte das Grundstück für die Gebetsstätte zur Verfügung und schloss einen Pachtvertrag auf 99 Jahre. Dieser Vertrag läuft laut Unterlagen bis zum 31. Dezember 2058. Um Kosten einzusparen, waren alle Bachem Bürger aufgerufen, beim Bau mitzuhelfen.

Als im Jahr 1960 die Bauarbeiten abgeschlossen waren, wurde die Marienstatue in Belgien bestellt und am 10. Mai 1960 in Bachem angeliefert. Grotte und Statue wurden von Pastor Speicher eingeweiht. Nach mehreren Renovierungen in den vergangenen Jahrzehnten steht nun eine Umgestaltung des Geländes an. Pfarrgemeinde, Heimatverein und Frauengemeinschaft werden mithilfe von Mitteln aus dem Regionalbudget, einem Förderprojekt der Leader-Region Merzig-Wadern, und in Eigenleistung das Gelände um die Grotte neu gestalten.

Es soll eine neue Treppenanlage entstehen, Schul- und Kindergartenkinder werden einen Kräutergarten anlegen. Infotafeln sowie neue Bänke und Tische vervollständigen das Projekt. Sind die Arbeiten abgeschlossen, erstrahlt das Bachemer Kleinod wieder in neuem Glanz.