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Tanja Schmitt aus Rimlingen steht für Arte vor der Kamera in Sachen Löwenzahn

Feines aus de Region bei „Ebbes von hei“ : Wenn Specksahnesoße den Löwenzahn krönt

Tanja Schmitt bedient sich auf Feld und Wiese und zaubert daraus leckere saarländische Spezialitäten, wie auf Arte zu sehen ist.

So schnell kann sie nichts aus der Ruhe bringen – und auch keine Fernsehkamera. Zweimal hat Tanja Schmitt aus Rimlingen mit ihren Rezepten bereits im SR-Fernsehen dafür gesorgt, dass ein Corona-Blues gar nicht erst aufkam. Bei „Wir sind Spitze“ landete die gelernte Krankenschwester, die Ehemann Frank im Familienbetrieb unterstützt, auf Platz zwei.

Am vergangenen Samstag, 18. Dezember, warb die zweifache Mutter auf dem deutsch-französischen Kulturkanal Arte für den Genuss, den die Saarländer nicht missen möchten – Bettsäächer. Gleich zweimal machte Frederike Schlumbohn, Autorin des Beitrages „Zu Tisch im Saarland“, im Sommer mit ihrem Team in dem Losheimer Ortsteil Station, um so mancherlei Interessantes von dieser „Wunderpflanze“ zu erfahren. Und die gewiefte Unternehmerin, die sich mit ihrem Genuss-Manufaktur-Programm „Natürlich selbst gemacht“ längst einen Namen gemacht hat, bleibt den Fernsehmachern nichts schuldig und weiht sie in die Geheimnisse von typisch Saarländischem ein.

So begleitet eine Fernsehkamera Tanja Schmitt und ihren Ebbes-von-hei-Partner Mathias Paul aus Piesbach bei einem Kontrollgang über eines der Felder, die der Landwirt für Löwenzahn vorhält. „Das Saarland ist das einzige Bundesland, in dem die Pflanze nicht nur wild geerntet, sondern auch kultiviert angebaut wird“, nennt die Rimlingerin eine Besonderheit. Fast auf Tuchfühlung schwenkt die Kamera ein, als sie den traditionellen Löwenzahnsalat mit krossen Speckwürfeln krönt.

„Eine Freundin hatte mich empfohlen“, nennt sie den Grund, warum Arte auf sie aufmerksam wurde. Löwenzahnflammkuchen, Smoothies, Löwenzahnaufstriche oder Lyoner mit Löwenzahn: Viele Rezepte gibt sie in den 33 Minuten preis. „So manch lange Drehtage haben wir dafür hinter uns gebracht. Oft neun Stunden und mehr hat es gedauert, bis ein Dreh im Kasten war“, verrät sie. Wie oft sie einen Flammkuchen, garniert mit Löwenzahn, aus ihrem Backofen holen und der Kamera zeigen musste, vermag sie nicht zu zählen. „An diesem Samstag haben wir zehn Stunden gearbeitet“, sagt die Frau, die Ehemann Frank in seiner Elektrobaufirma zur Hand geht.

 Leckeres im Räucherschrank, begutachtet und für gut befunden von Tanja Schmitt.
Leckeres im Räucherschrank, begutachtet und für gut befunden von Tanja Schmitt. Foto: Werner Krewer

Zwar wird dem Löwenzahn die Hauptrolle in dieser Sendung zugeschrieben, jedoch werden Traditionen wie regionale Kartoffelgerichte oder die Jagd und das anschließende Räuchern und Pökeln von Wildfleisch nicht vergessen. Und was typisch Saarländisches darf nicht fehlen: das Schwenken. Das genießen Familie und Freunde auf den Wiesen rund um Rimlingen. Ob Autorin, Kameramann oder Tontechniker: Von dem sympathischen Team gerät sie ins Schwärmen, ebenso von der Arbeit, bis der Film im Kasten war. Auch hat sie nach ihrer Darstellung jede Menge gelernt, beispielsweise Dinge wegzuräumen, die nicht auf das Bild gehören.

„Eigentlich wollte ich nur ein paar Gläser machen – für den Hausgebrauch“, gesteht sie. „Mittlerweile bin ich bei fünf- bis sechstausend Gläsern pro Jahr angekommen.“ Angefangen habe alles 2016. „Damals haben mich meine Freunde dazu angeregt, bei der Landpartie, einem großen Herbstmarkt auf dem Losheimer Carl-Dewes-Platz, einen Stand zu belegen. Der Erfolg habe sie beflügelt, den Weg weiterzugehen.

„Ich sammele alles, was in Garten, Wald und Feld wächst, und verarbeite es“, erzählt sie. So werden aus Hagebutten, Schlehen, Löwenzahnblüten, Beeren und Steinobst Brotaufstriche. Neue Kombinationen werden ausprobiert – etwa Himbeeren mit Kakao, Äpfel mit Feigen und Kürbis oder beschwipste Birne. Zur Weihnachtszeit, in der sie von Ehemann Frank und ihren beiden Töchtern unterstützt wird, kommen die Noten Bratapfel, Spekulatius und Schokolade hinzu. Sie weckt Mirabellen ein, verarbeitet das Gemüse aus ihrem Garten zu Säften, bekommt Honig von ihren eigenen Bienen, mischt Feigen- und Honig-Bier-Senf und produziert Chutneys. Auch Lippenbalsam auf Honigbasis gehört nach ihrer Darstellung zum Angebot.

„Ich werfe kaum etwas weg. Aus Hagebuttenkernen koche ich Tee und das Innere von Kirschen und Trauben verarbeite ich zu Säckchen und Kissen“, zählt sie auf. Den Grundstein für ihr Interesse und ihre Arbeit haben ihre Großeltern gelegt, erzählt Schmitt. „Viele Rezepte habe ich von meiner Großmutter übernommen, habe sie nachgekocht und weiterentwickelt“, sagt sie.

Der Film ist 33 Minuten lang und ist in der Arte-Mediathek abrufbar:

www.arte.tv/de/videos/098091-F/zu-tisch

Alle Teile der Serie, die bisher erschienen sind, zum Nachlesen im Internet:

www.saarbruecker-zeitung.de/
feines-aus-der-region