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Vor 40 Jahren starb Ex-Pfarrer und Heimatforscher Nikolaus Groß in Losheim

Erinnerung in Losheim : Vor 40 Jahren starb der Pfarrer und Heimatforscher Nikolaus Groß

Von 1937 bis zu seinem Ruhestand 1968 war Nikolaus Groß Pfarrer in Losheim. Auch als Heimatforscher war er in seiner Wahlheimat aktiv.

Er hat in vielerlei Hinsicht Spuren hinterlassen in seiner Heimat: Am 18. September 1981 verstarb der Pastor i. R. und Archäologe Nikolaus Groß in seiner Wahlheimat Hausbach. Darauf macht Hubert Schommer, Vorsitzender des Heimatvereins Losheim, gegenüber unserer Redaktion aufmerksam. Im Losheimer Ortsteil hatte Groß seinen Lebensabend verbracht, nachdem er am 1. Mai 1968 in den Ruhestand getreten war – nachdem er drei Jahrzehnte lang in Losheim gewirkt hatte.

Nikolaus Groß wurde am 1. Januar 1938 als neuer Seelsorger in Losheim eingeführt. Zuvor war er seit 3. Dezember 1927 als Pastor in der Pfarrei Seesbach/Kirn im Soonwald tätig gewesen. Dort begann er bereits mit seinen archäologischen Arbeiten an der Fliehburg.

Er wurde am 10. März 1893 in Neipel im Kreis St. Wendel geboren. Am Gymnasium St. Wendel legte er 1914 das Abitur ab, am 8. August 1920 wurde er im Hohen Dom zu Trier zum Priester geweiht.

Der Trierer Bischof hatte ihn bereits am 30. November 1937 zum neuen Pfarrer in Losheim ernannt. Sein erster Kaplan im Hochwald war Johann Hecker aus Saarbrücken, der nach der Pensionierung von Pastor Wiltz schon drei Monate lang die Pfarrei verwaltet hatte. Am 24. Januar 1940 wurde Kaplan Hecker auf Drängen von Pastor Groß zum ersten Vikar der selbständigen Vikarie Niederlosheim ernannt.

Der Neubau der durch den Zweiten Weltkrieg zerstörten Pfarrkirche in Losheim gab ihm die Möglichkeit, den Untergrund der Kirche zu untersuchen. Viele wertvolle Funde kamen dabei ans Tageslicht. So legte er die Fundamente der spätgotischen und romanischen Kirche frei.

Eine seiner Hauptarbeiten im Jahre 1948 waren die Ausgrabungen im Zuge des Wiederaufbaus der Kirche. Seit dieser Zeit gehörte Losheim zu den überörtlich wichtigen vor- und frühgeschichtlichen Plätzen. In späteren Jahren galt sein besonderes Interesse der näheren und weiteren Umgebung seines Heimatortes.

Im Jahre 1963 gelang es ihm, zwei spätbronzezeitliche Grabhügel nachzuweisen. Die selbst ausgegrabenen Funde stellte er dem Landesmuseum zur Verfügung. Diese Funde wiesen nach, dass das Hunsrückvorland bereits in der frühen Urnenfelderzeit besiedelt war. In den folgenden Jahren stellte Pfarrer Groß fortlaufend dem Landesmuseum Funde und Fundberichte zur Verfügung.

Anlässlich seines 25-jährigen Ortsjubiläums wurde er 1963 für seine besonderen Verdienste zum Ehrenbürger der Gemeinde Losheim ernannt. Von 1938 bis 1968 betreute er als Seelsorger die Pfarrei Losheim. Bei seiner Verabschiedung am 28. April 1968 erhielt er aus der Hand des Ministerpräsidenten Dr. Franz-Josef Röder das Bundesverdienstkreuz. Er starb am 18. September 1981, nachdem er ein Jahr zuvor noch das diamantene Priesterjubiläum feiern konnte.

 Im Januar 1963 feierte Pastor Groß in Losheim sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Auf dem Weg zur Kirche wurde er begleitet von Pastor Hecker (links), Pater Schnell und der Donatus-Bruderschaft.
Im Januar 1963 feierte Pastor Groß in Losheim sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Auf dem Weg zur Kirche wurde er begleitet von Pastor Hecker (links), Pater Schnell und der Donatus-Bruderschaft.

Vom 7. bis 21. November 1998 erinnerte der Heimatverein Losheim im Rahmen einer Ausstellung im Saalbau Losheim unter dem Titel „Den Ahnen auf der Spur“ an das Leben und Wirken des Pfarrers, Heimatforschers und Archäologen Nikolaus Groß. In einem Geschichtsheft sind sein Leben und sein Wirken niedergeschrieben.