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Berthold Kreuser spielt mit dem HSV Merzig/Hilbringen beim TuS Brotdorf

Handball : Premiere nach 27 Jahren im Spitz-auf-Knopf-Spiel

Berthold Kreuser steht vor seinem ersten Derby als Damen-Trainer. Er muss mit dem HSV Merzig/Hilbringen zum TuS Brotdorf.

Auch nach 27 Jahren als Handball-Trainer erlebt Berthold Kreuser noch Premieren. An diesem Sonntag wird er zum ersten Mal bei einem Derby mit einer Damenmannschaft an der Seitenlinie stehen, wenn der HSV Merzig/Hilbringen den TuS Brotdorf in der Saarlandliga herausfordert. Anwurf ist um 15 Uhr in der Brotdorfer Seffersbachhalle. „Als ich dort Trainer war, waren wir noch ein Verein. Deswegen habe ich noch nicht das Derby-Feeling“, meint Kreuser, der von 2005 bis 2010 die Herren-Spielgemeinschaft HF Untere Saar trainierte. Er habe aber wahrgenommen: „Bei den Spielerinnen ist das anders. Sie freuen sich, für sie ist das ein Highlight. Sowohl körperlich wie auch in der Sprache merkt man, dass sie wirklich heiß sind auf dieses Derby.“

Seit Sommer 2020 ist der Routinier Trainer des Saarlandligisten. Es ist seine zweite Station als Verantwortlicher einer Frauenmannschaft nach einem einjährigen Engagement beim luxemburgischen Erstligisten HB Museldall. Die Idee, im Damenbereich tätig zu werden, ist deutlich älter. „Als ich 2007 meine A-Lizenz gemacht hatte, habe ich bei einer Frauenmannschaft in Norwegen hospitiert. Da hatte ich schon gesagt, ich möchte eine Frauenmannschaft trainieren“, blickt der Übungsleiter zurück und erörtert: „Jugendtrainer und Herrentrainer hatte ich gemacht. Ich wollte einfach alle Facetten erleben. Das hatte sich aber nie ergeben.“ Bis eines Tages Jörg Waerder, den Kreuser in seiner Zeit bei der HG Saarlouis trainierte, anrief. Der jetzige Herrenwart lotste seinen ehemaligen Trainer zum HSV Merzig/Hilbringen.

In den zweieinhalb Jahren als Damentrainer hat Kreuser gewisse Unterschiede im Arbeiten mit Damen erkannt. „Der Ball ist kleiner“, sagt er und muss lachen, ergänzt aber umgehend ernst gemeinte Vergleiche: „Schnelligkeit und Kraft sind geringer, das Spiel ist daher anders aufgebaut. Es ist nicht so, dass Spiele über eine Rückraumschützin von zehn Metern entschieden werden. Da muss anders gearbeitet werden.“

Auch im mentalen Bereich gebe es Differenzen. „Die Mädels haben eine unheimliche Erwartungshaltung an sich selbst und setzen sich mehr unter Druck, was ich in der Menge bei Herren nicht erlebt habe. Sie möchten klar gesagt bekommen, was sie falsch machen und sagen, was ihnen nicht gefällt“, berichtet Kreuser von seinen Erfahrungen. Gerade „der Kopf“ wird in der Begegnung am Sonntag eine wichtige Rolle spielen. Der HSV Merzig/Hilbringen  steht auf dem geteilten siebten Tabellenplatz, der TuS Brotdorf ist Elfter. Beide Mannschaften haben vier Punkte und wollen in der Tabelle Boden gutmachen. Kreuser prognostiziert: „Brotdorf hat beide Heimspiele gewonnen, ist sehr heimstark. Es wird Emotionen geben, auch von außen. Und dieses Derby-Gefühl, das meine Mannschaft hat, hat Brotdorf auch. Das wird mit Sicherheit so ein Spitz-auf-Knopf-Spiel.“