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Grüne scheitern mit Forderung nach Waldschutzgebiet

Merzig : Grüne scheitern mit Forderung nach Waldschutzgebiet

Ein Waldschutzgebiet für Merzig, wie es die Grünen vorschlugen, wird es nicht geben. Das hat die Mehrheit des Stadtrates beschlossen. Grünen-Fraktionschef Klaus Borger hatte gefordert, größere Flächen als Waldschutzgebiete und Naturentwicklungsflächen auszuweisen.

Als Beispiele nannte er Flächen im Scheidwald und im Merchinger Wald. Sie sollen nach seiner Vorstellung als Entwicklungsflächen der Biodiversität und als Wald-Natur-Erlebnis-Gebiete dienen. Zudem sollten weitere Flächen als Kernzonen ausgewiesen werden und komplett aus einer Nutzung herausgenommen werden. Das Ziel: eine völlig ungestörte natürliche Entwicklung.

Als Begründung für seine Forderungen nannte er die Rüge der EU-Kommission. Sie habe das Saarland dafür kritisiert, dass von der Zwei-Prozent-Vorgabe für Wildnisgebiete erst knapp 50 Prozent erreicht seien. Auch führte er die dramatische Entwicklung in den Wäldern als Argument heran.

Das Bemühen der Stadt Merzig, durch die Aufkündigung des Naturlandzertifikates wegen der besonderen Umstände bei der Behandlung des Mühlentales die bisherigen Referenzflächen in Naturwald-Entwicklungsflächen zu überführen, bietet nach seiner Ansicht Möglichkeiten, mehr für Waldschutz zu tun. Auch sehe er dies als Chance, die weitere Organisation für die Betreuung des Stadtwaldes anzupassen, sagte Borger. Die Richtlinie von zehn Prozent, die internationale Organisation Forest Stewardship Council (FSC) genannt habe, sei eine Mindestvorgabe.

Nach seiner Darstellung gehen die aktuellen Überlegungen den Grünen nicht weit genug und erfüllen ihres Erachtens auch nicht die optimalen Voraussetzungen des Sinns von Vergleichsflächen zur Beurteilung und Anpassung waldbaulicher Strategien. Neben größerflächigen Waldschutzgebieten forderte der Grünen-Fraktionsvorsitzende größere Naturentwicklungsflächen – „ein weiterer Schritt, um mehr für den Schutz unserer kranken Walder zu tun“. wie er sagte.

Waldbewirtschaftung muss nach Ansicht von CDU-Fraktionschef Jürgen Auweiler im Einklang mit der Bevölkerung und deren Nutzungs- und Erholungsvorstellungen stehen. Er verwies darauf, dass die Produktion von Holz hierzulande wichtig sei und man den Rohstoff nicht importiere müsse – eine Aussage, die Linken-Fraktionschef Frank Hackenberger auf den Plan rief. Holz werde im großen Maße exportiert, sagte er und verwies auf den touristischen Wert des Waldes. SPD-Fraktionsmitglied Manfred Klein sprach von einer guten Waldwirtschaft, die mit den Ortsräten abgestimmt sei.