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Handball-Saarlandliga: HSV Merzig-Hilbringen verliert in Diefflen

Handball-Saarlandliga : „Gegen Ende ist immer der Kessel leer“

Mit viel Lob vom Gegner, aber wieder einmal ohne Punkte – so kehrte Handball-Saarlandligist HSV Merzig-Hilbringen vom Derby in Diefflen heim.

Anspruch und Wirklichkeit gehen beim Handball-Saarlandligisten HSV Merzig/Hilbringen derzeit weit auseinander. Mit Ambitionen auf einen vorderen Tabellenplatz in die Saison gestartet, setzte es am Samstag mit dem 31:33 im Derby beim HC Dillingen/Diefflen die nächste Niederlage. Die personelle Lage beim Club aus der Viezstadt bleibt angespannt. Der HC Dillingen/Diefflen hingegen konnte sich endgültig in der Verfolgergruppe etablieren.

In der Sporthalle Diefflen, wo rund 50 Zuschauer den Lokal-Kampf verfolgten, machte sich die dünne Personaldecke der Wölfe aus Merzig erneut bemerkbar. Sogar Neu-Trainer Jörg Waerder, der den zurückgetretenen Marco Recktenwald ersetzte (wir berichteten), streifte sich wieder das Trikot über. Mit ihm kam der HSV immerhin auf neun Feldspieler. Gegner HC Dillingen/Diefflen stand personell etwas besser da – auch wenn Spielmacher Valentin Poro nach rund 20 Minuten nach einem Kopftreffer nicht mehr weitermachen konnte.Auf 13:9 hatten sich die Gastgeber bis dahin abgesetzt.

„Es war definitiv ein sehr spannendes Spiel. Ein richtiges Hin und Her“, meinte Dillingen/Diefflens Rechtsaußen Marco Tosetto. Denn die frühe Führung seiner Mannschaft war nur vorübergehend. „Wir haben bis zum Ende, wie bei jedem Spiel, gekämpft“, würdigte HSV-Spieler Sascha Becker den Willen seiner Mannschaft, deren bester Torschütze er war (acht Treffer).

Bis zum 27:27 (51. Minute) hielt die Merziger Rumpftruppe die Begegnung offen, dann gingen ihr die Kräfte aus. „Am Ende hat es leider nicht gereicht, denn da war schon mehr drin“, haderte Becker: „Das Problem war einfach, dass wir in der Abwehr viel zu viele Tore kassieren.“ Den 31 Treffern des HSV standen am Ende 33 der Gastgeber gegenüber. „In den letzten zehn Minuten ist bei uns immer der Kessel leer. Wir haben zu unruhig gespielt, was auch mit der Konzentration und Energie zu tun hat. Wenn du immer durchspielen musst, bist du am Ende einfach fertig“, klagte der Linkshänder.

Beim HC Dillingen/Diefflen atmeten die Spieler nach der Partie tief durch. „Es gab einige Momente, in denen das Spiel hätte umschlagen können“, zollte Tosetto, der für den HC mit fünf Toren hinter Felix Faller (9) und Andreas Altmeyer (8) die drittmeisten Treffer erzielte, der kämpferischen Leistung der Gäste Respekt. Am Ende bewies seine Mannschaft aber das größere Stehvermögen. „Genau als es ganz eng wurde, haben wir einen kühlen Kopf bewahrt, keine hastigen Fehler gemacht, die Spielzüge auf den Punkt gespielt. Unsere Abschlussquote hat gepasst – und somit haben wir letztlich auch Tore erzielt“, hob der 20-Jährige hervor.

Für den HSV Merzig/Hilbringen, der seit dem zweiten Spiel auf seinen dritten Saisonsieg wartet und mit fünf Punkten nur noch Zehnter ist, steht am Samstag gegen den Tabellensiebten TV Merchweiler eine wichtige Begegnung an. Becker sagt: „Es bringt nichts, wenn man sich an dem einen Spiel aufhält. Wir müssen in eigener Halle zeigen, dass wir mehr können.“ Anwurf in der Thielsparkhalle ist um 18 Uhr. Der HC Dillingen/Diefflen, der am Wochenende spielfrei hat, wird auf dem vierten Tabellenplatz überwintern.

Derweil ist der HSG Fraulautern-Überherrn gelungen, was bis dato noch keiner Mannschaft gelungen war: Sie fügte der HSG TVA/ATSV Saarbrücken die erste Saisonniederlage zu. Vom Anpfiff weg beherrschte die Mannschaft von Trainer Christian Jung den Tabellenzweiten in der heimischen Adolf-Collet-Halle in Überherrn. Über 7:2 und 16:10 zur Pause gewannen die Gastgeber am Samstag mit 33:24. Sie sind nun mit zehn Punkten Sechster. An diesem Freitag um 20.15 Uhr trifft die HSG Fraulautern-Überherrn in der Saarlouiser Stadtgartenhalle auf den Tabellenneunten  HG Saarlouis II, der am Sonntag beim TV Merchweiler mit 23:31 verlor.

Der TuS Brotdorf unterlag am Samstag bei der HSG Dudweiler-Fischbach mit 26:34 und geht als Tabellenzwölfter und Vorletzter in die Weihnachtspause.