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Nach tödlichem Unfall an neuer Ampelkreuzung in Merzig soll dort die Sicherheit erhöht werden

Nach tödlichem Unfall : Ampelkreuzung in Merzig soll sicherer werden

In einem Gespräch am Montag wurden Ideen gesammelt, wie die Situation für alle Verkehrsteilnehmer verbessert werden könnte.

Nach dem tödlichen Unfall an der neuen Ampelkreuzung im Bereich Hilbringer Brücke/Stadthalle/Kaufland dringt die Stadt Merzig auf Nachbesserungen an der baulichen Gestaltung der Ampelkreuzung sowie an der Ampelregelung. Das ist das Ergebnis eines Treffens, das auf Initiative der Kreisstadt am Montagmorgen im Merziger Rathaus stattgefunden hatte. Mit am Tisch saßen dabei Vertreter des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), der Polizei, des Landkreises Merzig-Wadern und des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Der ADFC hatte sich am Wochenende mit einer Reihe von Verbesserungsvorschlägen in die Diskussion um Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Radfahrer in die Diskussion um die Konsequenzen aus dem Unfall von vergangener Woche eingebracht (die SZ berichtete).

Am vergangenen Dienstag, nur einen Tag nach Freigabe der neuen Ampelkreuzung, war dort ein 75 Jahre alter Radfahrer von einem in die Rieffstraße abbiegenden Sattelschlepper erfasst und tödlich verletzt worden. Sowohl der Lkw als auch der Radfahrer hatten durch die Ampel freie Fahrt signalisiert bekommen. Allerdings müssen Fahrzeuge, die an dieser Stelle nach rechts abbiegen, Fußgängern und Radfahrern, die die Straße überqueren wollen, den Vorrang gewähren. Der Unfall hatte eine breite öffentliche Debatte über die Verkehrssicherheit an der neuen Ampelkreuzung ausgelöst, in deren Verlauf den Verantwortlichen beim Landesbetrieb und auch bei der Stadt vorgeworfen war, Planungsfehler begangen zu haben. Dies wies der Landesbetrieb am Montag auf SZ-Anfrage zurück: Es sei festzuhalten, „dass der Knotenpunkt entsprechend der gültigen Vorgaben und Richtlinien regelkonform geplant und gebaut wurde“, erklärte LfS-Sprecher Christian Altmann.

Weiterhin ungeklärt sei der genau Hergang des Unglücks, die polizeilichen Ermittlungen hierzu sind nach SZ-Informationen noch nicht abgeschlossen. Von Seiten der Stadt hieß es am Montag nach dem Treffen im Rathaus: „Auch wenn die abschließenden Ergebnisse der Unfalluntersuchung noch nicht vorliegen, wurden bei dem Termin bereits Maßnahmen besprochen, um trotz des richtlinienkonformen Umbaus des ehemaligen Kreisels die neue Verkehrsführung insbesondere für Fußgänger und Radfahrer schnellstens bestmöglich anzupassen und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu stärken“. Dies stehe für alle Beteiligten an oberster Stelle.

Folgende Maßnahmen wurden nach Mitteilung aus dem Rathaus „von allen Beteiligten bei diesem Termin intensiv diskutiert“ und sollen nach Prüfung durch die zuständigen Behörden beim Landkreis Merzig-Wadern und dem Landesbetrieb für Straßenbau zeitnah umgesetzt werden: (1.) Die Ampelphasen für Fußgänger und Radfahrer sollen nochmals geprüft und verlängert werden. (2.) Die Haltelinien im Bereich der Rieffstraße und in der Straße Zur Stadthalle sollen zurückversetzt werden, um den einbiegenden Lkw einen größeren Radius zu gewähren. Auf dieses Problem hatte insbesondere die Merziger Bürgerinitiative (BI) „Unsere Stadt – unsere Zukunft“ aufmerksam gemacht, die an der Kreuzung von der Rieffstraße aus Videos von einbiegenden Lastwagen gemacht hatte. Auf diesen Aufnahmen ist zu sehen, dass viele der Sattelschlepper einen Teil der Spur für Linksabbieger nutzen müssen, um um die Kurve zu kommen.

Weiter nennt die Stadt folgende Maßnahmen: (3.) Ein zusätzliches Blinklicht, welches den Rechtsabbieger in die Rieffstraße auf kreuzende Fußgänger hinweist, soll installiert werden. (4.) Das „regelwidrige Queren der Lothringer Straße im Bereich der Bahnunterführung“ solle mittels baulicher Maßnahmen unterbunden werden. Mit dem Umbau des Kaufland-Kreisels in eine Ampelkreuzung ist vor der Bahnunterführung ein Fußgängerüberweg weggefallen. An dieser Stelle können Radfahrer und Fußgänger nicht mehr zum Beispiel von der Rieffstraße aus die Straße überqueren, um etwa zu dem Parkplatz gegenüber der Stadthalle zu gelangen. Diese neue Regelung führt offenkundig zu Irritationen bei eben diesen Verkehrsteilnehmern, die noch die alte Regelung gewohnt sind. So kommt es, dass wiederholt Fußgänger und Radfahrer dennoch über die Straße gehen, wenn für den Verkehr die Ampeln auf Rot stehen.

Auch im weiteren Umfeld der Ampelkreuzung selbst schlägt die Stadt Veränderungen vor. So etwa (5.): Die Radwegeführung aus Richtung Hilbringen kommend soll angepasst und für alle Verkehrsteilnehmer besser ablesbar werden. Zudem (6.): Von Hilbringen kommenden Radfahrern soll die regelkonforme Möglichkeit eingeräumt werden, den gemeinsamen Fuß- und Radweg auf beiden Seiten der Hilbringer Brücke (gegenläufig) nutzen zu können. Auf eine andere problematische Stelle bezieht sich (7.): Der gesicherte Überweg für Fußgänger und Radfahrer an der Abfahrt von der Hilbringer Brücke beziehungsweise der Auffahrt von der L 174 zur Hilbringer Brücke soll wieder eingerichtet werden.

Auch hinter der Bahnunterführung in Richtung Landratsamt ist laut Stadt eine Änderung angeregt worden, nämlich (8.): „Eine Geschwindigkeitsreduzierung zwischen der Kreuzung und dem Bereich Landratsamt sowie die Einsehbarkeit der Fußgängerfurt wird darüber hinaus geprüft.“

Der Landesbetrieb für Straßenbau habe laut Stadt im Rahmen des Termins zugesagt, „dies kurzfristig zu prüfen und Maßnahmen im Zusammenspiel mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Landkreises im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben umzusetzen“.

Der Landesbetrieb wiederum teilte mit, die bei dem Treffen gemachten Vorschläge „werden allesamt auf Machbarkeit und Regelkonformität überprüft“. Hierbei sei, „wie auch bereits im Planungsprozess“, die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs maßgebend. Das weitere Vorgehen werde zwischen den beteiligten Behörden abgestimmt und, sobald entscheidungsreife Ergebnisse vorliegen, festgelegt. „Die erforderlichen Termine hierzu werden kurzfristig festgelegt“, so der LfS.

Die Kreisstadt Merzig bittet in ihrer Stellungnahme gegenüber der SZ „weiterhin um Verständnis, dass wir aus Respekt vor allen am Unfall Beteiligten nicht über die Unfallursachen spekulieren möchten, sondern die abschließenden Untersuchungsergebnisse abwarten“. Abschließend heißt es: „Bürgermeister Marcus Hoffeld spricht den Angehörigen des Unfallopfers sein aufrichtiges Mitgefühl aus und ist sehr betroffen durch den Vorfall.“