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Schülerin vom GaS Merzig wird Dritte bei Fremdsprachenwettbewerb

Dritter Platz geht nach Merzig : Topfit in Englisch, Französisch und Spanisch

Premiere für das Gymnasium am Stefansberg: Amélie Daub belegte beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen den dritten Platz auf Bundesebene.

„Das hatte von unserer Schule noch nie jemand geschafft. Deshalb war es für mich eine ganz besondere Ehre“, sagt Amélie Daub, Schülerin der Klassenstufe 12 am Gymnasium am Stefansberg (GaS) in Merzig über ihren Erfolg im Bundeswettbewerb Fremdsprachen. Denn obwohl das GaS in den letzten Jahren viele Erfolge im Fremdsprachenwettbewerb der Mittelstufe vorzuweisen hatte, hat es noch nie eine Schülerin geschafft, in dem sehr anspruchsvollen Oberstufenwettbewerb das Bundesfinale zu erreichen. Amélie war bereits im Mittelstufenwettbewerb mehrfach Preisträgerin in verschiedenen Kategorien, aber in diesem Jahr hat sie es geschafft, ins Finale des Bundesfremdsprachenwettbewerbs in der Kategorie SOLO Plus der Klassen 10 bis 13 einzuziehen.

Daher war die 17-Jährige trotz ihrer Wettbewerbs-Erfahrung durchaus nervös, aber auch voller Vorfreude. Der Weg dorthin war extrem anspruchsvoll: „In der ersten Runde musste ich ein Video zu einem englischen Sprichwort drehen und in einer Audio-Datei in Französisch beschreiben, welche Schwierigkeiten beim Dreh entstanden“, erzählt die Merziger Schülerin. Nachdem die erste Hürde genommen war, mussten in der nächsten Runde schriftliche Aufgaben bearbeitet werden, die nach Meinung von Schulleiter Albert Ehl, der Amélie bei dem Wettbewerb betreut hat, „auf und zum Teil über dem Abiturniveau liegen.“

Aus ganz Deutschland und den deutschen Auslandsschulen haben sich nur 45 Schüler fürs Bundesfinale qualifiziert, das in diesem Jahr in Wuppertal stattfand und sich über drei Tage erstreckte. Entsprechend groß war Amélies Respekt: „Es waren viele Muttersprachler dabei, aber auch Schüler, die im Ausland gelebt haben, und einige, die schon an der Uni ihr Fremdsprachenstudium begonnen haben. Das hat mich am Anfang schon beeindruckt.“ Entsprechend gespannt ging die Merziger Gymnasiastin in die anstehenden Prüfungen: „Die Stimmung schien zunächst recht elitär, ganz anders, als ich das von meiner Schule oder anderen Wettbewerben kannte.“ Da aber auch Aufgaben in Gruppen zu erledigen waren, war das Eis schnell gebrochen und Amélie merkte schnell, dass sie durchaus mithalten konnte.

In Gruppen wurden kleine Theaterstücke oder Filme gemeinsam erarbeitet und am letzten Tag präsentiert. Zunächst standen aber Einzelprüfungen in allen drei Wettbewerbssprachen – zu Englisch und Französisch kam Spanisch in der Finalrunde dazu – auf dem Programm. Anschließend gab es eine Gesprächsrunde, in der die Teilnehmer das Thema „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“ (Albert Einstein) in verschiedenen Sprachen gleichzeitig diskutierten. Amélie: „Dabei war es selbstverständlich, während der Sprechbeiträge die Sprache zu ändern. Ich habe zum Beispiel einen Satz in Englisch begonnen, in Französisch weiter gesprochen und in Spanisch beendet.“

Die Finalistin aus Merzig hat in der Schule neben Englisch und Französisch auch Spanisch gelernt. Wie sie brachten fast drei Viertel der Teilnehmer drei oder sogar vier Sprachen in den Wettbewerb ein: „Es waren viele verschiedene Sprachen vertreten, zum Beispiel auch Chinesisch oder Portugiesisch.“ Entsprechend hoch war das Niveau, das Bernhard Sicking, der Leiter des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen, ausdrücklich lobte: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in allen drei geforderten Disziplinen beeindruckend: Fremdsprachen, Sachkenntnisse und Kommunikation.“

Am Ende wurden die Ergebnisse der einzelnen Prüfungen zusammengezählt und Amélie konnte kaum glauben, was sie jetzt hörte. Obwohl sie – im Gegensatz zu den meisten anderen – ihre Fremdsprachen ausschließlich in der Schule gelernt hat, belegte sie einen hervorragenden dritten Platz – und war plötzlich beinahe sprachlos: „Damit bin ich super zufrieden. Nach meinen Eindrücken zu Beginn des Finales hätte ich das nie für möglich gehalten.“ Auch Schulleiter und Englischlehrer Albert Ehl, der zur Preisverleihung extra nach Wuppertal gereist war, war sehr stolz auf seine Schülerin: „Amélie hat sich diese große Auszeichnung mit Talent und Fleiß wirklich verdient. Sie war mit den Erst- und Zweitplatzierten durchaus auf Augenhöhe.“

Zeit zum Durchatmen blieb der Schülerin nach den Anstrengungen aber kaum. Nur eine Woche später fuhr sie zum „Tag der Talente“ nach Berlin, zu dem das Bundesbildungsministerium jedes Jahr junge Menschen einlädt, um auf ihre Begabung aufmerksam zu machen. Dieses Jahr trafen sich mehr als 300 Preisträger von bundesweiten Wettbewerben in Berlin. Grund für Amélies Einladung war aber nicht ihr Erfolg beim Fremdsprachenwettbewerb, sondern ihr Erfolg beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Hier hatte sie zusammen mit Mitschülern aus ihrer Klassenstufe mit einem Beitrag zum Thema „Grenzerfahrungen“ den ersten Platz auf Landesebene erreicht. Für das Multitalent war die Zeit in der Berlin deutlich entspannender als die in Wuppertal: „Es war sehr interessant, auch mal in andere Bereiche reinzuschnuppern. Von Mathe und Naturwissenschaften über Sprachen und Literatur bis hin zu Musik, Tanz, Theater und Film war alles dabei“, schwärmt Amélie von ihrem Abstecher nach Berlin.

Neben der Präsentation der Wettbewerbe und dem „Markt der Möglichkeiten“, bei dem verschiedene Stipendien vorgestellt wurden, konnten die Teilnehmer auch an unterschiedlichen Workshops teilnehmen. Da Amélie möglicherweise Medizin studieren will, hatte sie sich für das Thema „Gesundheitsapps testen und bewerten“ entschieden. Abends gab es noch eine „Silent Disco“: „Jeder bekam einen Kopfhörer, der über Bluetooth mit dem Mischpult des DJs verbunden war. So hatte jeder die gleiche Musik auf den Ohren. Wenn man die Kopfhörer ausgezogen hat, hat man zwar jeden tanzen sehen, aber es war ganz still, das war echt witzig“, war die Merziger Schülerin begeistert. Zum Abschluss lernten die Schüler auch die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek kennen.

Inzwischen hat die 17-Jährige aber der Schulalltag wieder eingeholt. Neben all den Wettbewerben und Preisverleihungen muss sie nämlich auch noch ihre Kursarbeiten schreiben. Schließlich stehen im nächsten Frühjahr ihre Abiturprüfungen an. Zunächst hat sie aber noch einen anderen Termin auf ihrem Kalender. Ende Oktober wurde sie im Rahmen der „Bestenfeier“ des Gymnasiums am Stefansberg mit vielen anderen, die außergewöhnliche Leistungen erbracht haben, geehrt und für ihre besonderen Leistungen mit dem Sonderpreis der Stadt Merzig ausgezeichnet.