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Stadt Merzig schließt neue Vereinbarung für Veranstaltungen im Zeltpalast

Neues Vertragswerk : Entscheidung im Stadtrat: So geht es im kommenden Jahr mit dem Merziger Zeltpalast weiter

Der Stadtrat hat beschlossen, Kulturmacher Joachim Arnold im Zeltpalast im nächsten Jahr 100 000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Zwar hat die Kreisstadt schon seit einigen Jahren die Kulturveranstaltungen im Zeltpalast mit jährlich 130 000 Euro gefördert. Doch zum einen läuft der hierzu geschlossene Kooperationsvertrag mit Musik & Theater Saar zum Jahresende aus. Zum anderen hat es mittlerweile einige Umstrukturierungen bei dem Zeltpalast-Betreiber gegeben, wie die Verwaltung in der Ratssitzung informierte. Der Zeltpalast selbst, für den der Pachtvertrag für das Areal im Sport- und Freizeitpark noch bis 2026 läuft, wird zukünftig von der „Zeltpalast Merzig Betriebs-GmbH“ betrieben. Für das künstlerische Angebot im Zeltpalast zeichnet hingegen in Zukunft eine eigene Produktionsgesellschaft, die Arnold Circus Productions GmbH (ACP), verantwortlich. Diese ACP wird neuer Vertragspartner der Stadt.

Die jetzt vom Stadtrat mehrheitlich gebilligte Kooperationsvereinbarung für 2022 sieht vor, dass die ACP 100 000 Euro im Jahr an Zuschuss erhält und sich im Gegenzug dazu verpflichtet, ein Programm „aus mindestens 20 einzelnen und unterschiedlichen Veranstaltungen im Zeltpalast und/oder auf dem Zeltpalastgelände (Open Air)“ auf die Beine zu stellen. Das Spektrum der Programmangebote soll „Konzerte aller Gattungen und Stile, Zirkus und Vorstellungen aller Genres der Darstellenden Künste (zum Beispiel Oper, Musical, Kabarett, Comedy, Tanz)“ umfassen, heißt es weiter in der Vereinbarung. Die Kreisstadt trete dabei nicht als Mitveranstalter auf und übernehme folglich auch keine Haftung. „Sie erhält auch keine verbrauchbaren Vorteile“, heißt es weiter. Das Jahresprogramm für 2022 soll dem für Kultur zuständigen Ausschuss des Stadtrates bis zum 31. März vorgestellt werden.

Die Verwaltung betont in ihrer Beschlussvorlage an den Rat: „Die Kreisstadt Merzig hat ein großes Interesse an der weiteren Durchführung eines künstlerischen Programms im Zeltpalast“ und wolle daher „die Durchführung von Veranstaltungen an diesem außergewöhnlichen Spielort“ unterstützen.

Doch nicht alle im Rat waren mit der vorgelegten Kooperationserklärung einverstanden. Frank Hackenberger (Linkspartei) monierte: „Wir betrachten den Zuschuss als fragwürdig und risikobehaftet.“ Zwar sei man sich in den politischen Gremien einig gewesen, dass man die Kultur in Merzig fördern wolle. Aber dass zum Beispiel in der Vereinbarung festgelegt sei, dass die Stadt „keine verbrauchbaren Vorteile“ erhalten solle, sei für ihn nicht nachvollziehbar: „Warum ist zum Beispiel der Stadt nicht die unentgeltliche Nutzung des Zeltpalastes etwa für Kinderveranstaltungen möglich?“ Auch enthalte die Vereinbarung keine explizite Regelung für den Fall einer einseitigen Nichterfüllung des Vertrages.

Auch die Grünen-Fraktion sah die neue Übereinkunft kritisch: „Der bisherige Kooperationsvertrag hat sehr eindeutig Rechte und Pflichten geregelt“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Klaus Borger. Jetzt solle es hingegen „eine sehr allgemeine Vereinbarung, die voller Unverbindlichkeiten steht“, geben. Zudem sei unklar, für welche Art von Veranstaltungen das Geld ausgegeben werden soll: „Wir beraten heute über eine Summe, die wir zur Verfügung stellen, nicht über ein Programm.“ Deshalb werde die Grünen-Fraktion sich bei der Abstimmung enthalten.

Hermann Schuh (Freie Wähler Merzig) hingegen begrüßte die Ausweitung des neuen Programms und auch den neuen Vertrag. Dass der zunächst nur über ein Jahr geschlossen werde, sei positiv zu sehen. „Das gibt uns die Möglichkeit, aus den Erfahrungen zu lernen.“ Zudem setze er großes Vertrauen in den Kooperationspartner: „Joachim Arnold hat uns in der Vergangenheit noch nie enttäuscht, das gebe ich zu bedenken.“

Bürgermeister Marcus Hoffeld wies darauf hin, dass es in dem Vertrag sehr wohl dezidierte Festlegungen gebe, und zwar hinsichtlich der Mindestzahl an Veranstaltungen, die auf dem Zeltpalast-Areal stattfinden sollen. Zudem sei in der Vereinbarung vorgegeben, dass die Veranstaltungen nicht ausschließlich oder überwiegend einem bestimmten Genre (zum Beispiel Musical) zuzuordnen sein sollen, sondern dass es eine größere Bandbreite der Genres geben solle. Darum werbe er dafür, der Vereinbarung zuzustimmen. Die deutliche Mehrheit des Rates kam dieser Bitte nach.