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Verkehrsunfall in Merzig beschäftigt die Menschen in den sozialen Medien

Reaktionen in den sozialen Medien : Tragischer Unfall beschäftigt die Menschen in Merzig

In den sozialen Medien diskutieren Bürger aus Merzig über die Situation an der neuen Kreuzung zwischen Kaufland und Stadthalle.

Schrecklich. Grauenvoll. Fürchterlich. Mit Worten wie diesen kommentieren viele Menschen in den sozialen Medien den Unfall, der sich am Dienstagnachmittag an der neuen Kreuzung in Merzig ereignet hat. Viele sprechen in ihren Kommentaren der Familie des Fahrradfahrers, der dabei ums Leben gekommen ist, ihr Beileid aus. Andere schließen auch den Lkw-Fahrer, der den Mann mit dem Auflieger seines Wagens erfasst hatte, in ihre Gedanken ein.

Der Unfall hatte sich am Dienstagnachmittag gegen 15.30 Uhr ereignet. Wie die Polizei in Merzig schildert, hatten sowohl der 54-jährige Lkw-Fahrer als auch der 75-jährige Pedelec-Fahrer aus Merzig an ihren jeweiligen roten Ampeln haltgemacht – der Lkw-Fahrer von der Hilbringer Brücke kommend auf der Rechtsabbieger-Spur, der Radfahrer unmittelbar daneben auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg. Als die Ampeln auf Grün wechselten, beschleunigte der Fahrradfahrer demnach sofort, um die Rieffstraße über die Fußgänger- und Radfahrerspur in Richtung Landratsamt zu überqueren.

Gleichzeitig bog laut Polizei der Lkw-Fahrer ab und übersah dabei den Mann. Die Zugmaschine passierte den Fahrradfahrer, der wieder angehalten hatte, noch knapp. Aufgrund des geringer werdenden Abbiegeradius wurden Fahrrad und Fahrer aber Augenblicke später von der rechten Seite des Aufliegers erfasst, zu Boden gerissen und überrollt.

Der Radfahrer wurde bei dem Unfall so schwer verletzt, dass er trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen erlag. Wie die Polizei weiter mitteilt, erlitt der Lkw-Fahrer einen Schock und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Um die Ursache des Unfalls zu klären, wurde ein Gutachter beauftragt.

Wie genau es zu diesem Unfall kam, beschäftigt zahlreiche Menschen in den sozialen Medien. Auf Facebook geht es vielen insbesondere um zwei Fragen: Wird sich an der Schaltung der Ampeln an der Kreuzung etwas ändern? Und hätte dieser Unfall auch an einem Kreisverkehr passieren können?

Die zweite Frage stellt sich wohl deshalb vielen, weil sich zuvor an der Stelle zwischen Stadthalle und Kaufland ein Kreisverkehr befand. Dieser wurde in den vergangenen Monaten in einer aufwändigen Maßnahme zurück- und in eine Kreuzung umgebaut. Erst am Montag war der neue Knotenpunkt für den Verkehr freigegeben worden. Bereits im Vorfeld der Maßnahme wurde der Umbau kontrovers diskutiert und nicht von allen Merziger Bürgern positiv aufgefasst.

Mit Blick auf den tragischen Unfall am Dienstag weisen nun viele darauf hin, dass an einem Kreisverkehr ein solcher Unfall gar nicht möglich gewesen sei: Für die Fußgänger gebe es Zebrastreifen, an denen andere Verkehrsteilnehmer anhalten müssten. Andere verteidigen die Kreuzung. Zwar sei ein Unfall wie dieser tatsächlich nur an Kreuzungen mit dieser Art von Ampelschaltung möglich – doch generell könnten Unfälle genauso an jeder anderen Stelle passieren.

Was viele an der Verkehrsführung bemängeln, ist die Tatsache, dass nach rechts abbiegende Fahrzeuge sowie Fußgänger und Radfahrer, die die Straße überqueren wollen, gleichzeitig grünes Licht erhalten. Wie es an Kreuzungen mit dieser Regelung üblich ist, haben die Verkehrsteilnehmer, die die Straße überqueren, Vorrang vor denjenigen, die abbiegen. Ein blinkendes Licht weist die Verkehrsteilnehmer auf diese Regelung hin. Diese Grünphase für beide Parteien hat am Dienstag dazu geführt, dass der Lkw-Fahrer und der Radfahrer gleichzeitig losgefahren sind – Vorrang hätte der Radfahrer gehabt.

Dass die beiden Ampeln gleichzeitig auf Grün springen, hält Angelika Conrad, Sprecherin der Ortsgruppe Merzig des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), für einen kritischen Punkt an der Kreuzung. Von Schuldzuweisungen sieht sie aber ab und betont vielmehr: „Mein Wunsch wäre es, sich an einen Tisch zu setzen, auch Radfahrer dazu einzuladen und zu schauen: Wo kann man Änderungen vornehmen, um die Verkehrsführung sicherer zu machen?“

Ob nun die Verkehrsführung an der Stelle noch einmal angepasst wird, kann der zuständige Landesbetrieb für Straßenbau nach eigenen Angaben derzeit noch nicht sagen. Dies könne erst geprüft und analysiert werden, sobald der Unfallhergang durch Gutachter und Polizei geklärt sei. Auch die Stadt Merzig sagt, dass das weitere Vorgehen von den Ergebnissen der Untersuchung abhänge. Bürgermeister Marcus Hoffeld ist nach eigenen Worten bestürzt über den Vorfall und spricht den Angehörigen des Opfers sein aufrichtiges Beileid aus. Und somit teilt er die Gedanken und Gefühle vieler Menschen in der Kreisstadt und in den sozialen Medien.