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Saarland: Pizza-Automat in Nennig wird stark frequentiert - 11 Sorten

Elf verschiedene Sorten : So funktioniert’s: Frische Pizza in drei Minuten aus dem Automaten in Nennig (mit Bildergalerie)

Neben dem Fremdenverkehrsbüro in Nennig hat Alex Despiegelaere einen Pizza-Automaten aufgestellt. Wir verraten, wie er funktioniert, was es gibt – und natürlich, ob sich eine Pizza aus dem Automaten wirklich lohnt.

Not macht erfinderisch: Corona animierte den belgischen Gastronomen Alex Despiegelaere aus Trier, neue Wege aus der Krise zu suchen. Mit täglich frischer Pizza aus dem Automaten schuf er sich ein zweites wirtschaftliches Standbein und eine echte Alternative vom inzwischen doch stark schwankenden Tagesgeschäft der Gastronomie.

Mit seiner Frau Isabel – die Spanierin ist gelernter Hotelkauffrau – betreibt der 55-jährige Belgier, der aus dem Hotelmanagement kommt, seit einigen Jahren in Palzem mit den „Moselterrassen“ direkt am Moselsteig ein kleines, aber feines Hotel-Restaurant.

Als coronabedingt die Gäste ausblieben und es auch immer schwieriger wurde, entsprechendes Personal zu bekommen, entdeckte der Belgier die Pizza-Automaten eines französischen Herstellers. Der 55-Jährige investierte mutig in diese innovative Technik.

Gesagt – getan: Ein Pizza-Automat wurde im Nennig unmittelbar neben dem Fremdenverkehrsbüro installiert, ein zweiter, etwas kleinerer in Temmels. Und dieser neue Service einer frischen heißen Pizza in nur drei Minuten schlug ein wie eine Bombe – und das bislang ganz ohne Werbung.

Und die Funktionsweise ist denkbar einfach. Der Kunde sucht sich auf einem Display seine gewünschte Pizza aus, zahlt bar oder per Karte und schon schiebt der Automat eine frische Pizza samt Karton in den Backofen.

Spätestens drei Minuten später – die Zeit ist abhängig von der Sorte beziehungsweise der Dicke des Belags – geht eine Klappe auf und eine essfertige Pizza kommt samt Karton und einen kleinen beigelegten Holzmesserchen aus dem Ausgabefach heraus. Zugegeben – das Messerchen ist mehr ein Spielzeug für die Puppenstube, aber der Duft der frischen gebackenen Pizza während ihrer kurzen Zubereitungszeit stimuliert die Geschmacksnerven zusätzlich.

„Elf verschiedenen Sorten stehen zur Verfügung, alle täglich frisch und eigenhändig zubereitet“, betont der Betreiber. „Natürlich könnte man den Automaten nur mit tiefgefrorenen industriellen Fertigpizzen betreiben, aber wir legen großen Wert auf beste Qualität“, betont Alex Despiegelaere. „Wie auch bei uns im Restaurant wird alles frisch zubereitet“, versichert er und freut sich, dass seine beiden Pizza-Automaten auf so gute Resonanz stoßen. Und auch die Bewertungen im Internet sind überaus positiv.

In Kürze will der Belgier für seine Automaten einen weiteren zusätzlichen Service anbieten. Dann kann man über eine spezielle App schon von zu Hause aus die gewünschte Pizza bestellen, über PayPal bezahlen und bis zu acht Stunden später abholen. Per Code aktiviert man dann am Automaten seine Bestellung, die dann drei Minuten später frisch zubereitet aus dem Automaten kommt. „So kann man sicherstellen, dass man auch wirklich die Pizza bekommt, die man am liebsten essen möchte“, sagt Alex Despiegelaere. Einen kleinen Haken hat dieser Service jedoch; wenn man die Zeit verpasst, geht man leer aus. Dann hat man keine Pizza und bekommt auch das Geld nicht zurück. Moderne Computertechnik sorgt inzwischen dafür, dass auch kein neidischer Zeitgenosse mit seinen böswilligen Bestellungen den Automaten für Stunden blockieren kann.

 Der Pizza-Automat in Nennig liefert in drei Minuten eine fertig gebackene Pizza.
Der Pizza-Automat in Nennig liefert in drei Minuten eine fertig gebackene Pizza. Foto: Ruppenthal
 Alex Despiegelaere ist der Betreiber des Automaten.
Alex Despiegelaere ist der Betreiber des Automaten. Foto: Ruppenthal

Die Zahlen sprechen für sich, wie Despiegelaere betont. So hatte der Pizza-Markt in Deutschland 2018 einen Umsatz von 220 Millionen Euro erwirtschaftet. 2019 wurden über 362 000 Tonnen tiefgekühlte Pizzen in Deutschland verkauft. In Europa führt Frankreich das Ranking vor Italien und Deutschland an. Und Weltmeister im Pro-Kopf-Verbrauch von Pizza sind die USA mit jährlich 13 Kilo.

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