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Wanderung auf der König-Johann-Runde des Moselsteigs bei Freudenburg

Wandern auf der König-Johann-Runde : Bei Freudenburg auf den Spuren König Johanns von Böhmen unterwegs

Vom Niederrhein hat es Mauritius te Dorsthorst in unsere Gefilde verschlagen. Nun erkundet der begeisterte Wanderer das Saarland und die nähere Umgebung – Schritt für Schritt.

Bei unserer Ankunft in Freudenburg, dem Startpunkt unserer Wanderung, strahlt die Sonne und mit etwa 20 Grad haben wir einen idealen Tag zum Wandern erwischt. Die König-Johann-Runde, ein Seitensprung des Moselsteigs, befindet sich kurz vor der saarländischen Landesgrenze und lässt sich ganzjährig begehen. Mein letzter Besuch dieser Runde war im Oktober, bei Regen und Wind. Doch bei stahlblauem Himmel machen die etwa zwölf Kilometer direkt mehr Spaß.

Auf dem Wanderweg werden nach Informationen auf der Internetseite des Moselsteigs (www.moselsteig.de) 320 Höhenmeter überwunden. Dabei liegt der höchste Punkt der Wanderung auf 440 Metern. Allgemein wird laut Angaben der Internetseite weniger die Technik, sprich die Trittfestigkeit, sondern mehr die Kondition gefordert.

 Über die Jahre hat das Geäst einen Bogen geformt. Vor allem in den sonnigen Sommermonaten ist dieser Streckenabschnitt angenehm schattig.
Über die Jahre hat das Geäst einen Bogen geformt. Vor allem in den sonnigen Sommermonaten ist dieser Streckenabschnitt angenehm schattig. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Gerade das letzte Viertel der Strecke sollte hier angeführt werden, denn über einen Abschnitt von etwa drei Kilometern folgt ein Anstieg von fast 300 Höhenmetern. Der restliche Weg ist überwiegend sehr entspannt zu gehen. Für die Wanderung haben wir mit Pause und vielen Foto-Stopps keine drei Stunden benötigt, was uns insgesamt auch realistischer erscheint, als die von der Internetseite des Moselsteigs angegebenen vier Stunden.

Vom Parkplatz aus führt ein Zuweg direkt zum Weiherplatz, dem Startpunkt des Wanderweges, und von dort geht es schnellen Schrittes zur Stadtmauer, wo sich auch ein alter Brunnen befindet. Hier führt eine Treppe zur Außenseite der alten Befestigungsmauer und zu einem Weg, der uns nach kurzer Zeit zur alten Burgruine bringt. Von hier erstreckt sich der Blick ins Leuktal. Die Burg wurde zwischen 1330 und 1337 von König Johann von Böhmen, Graf von Luxemburg, erbaut und war Bestandteil eines größeren Burgschutzsystems zwischen Trier und Luxemburg. Ab hier geht es leicht bergab zu einem kleinen Bachlauf, über den eine Holzbrücke führt. Nachdem wir kurz bergauf gehen müssen, gelangen wir zu einem Wasserfall. Der Weg verläuft parallel zum Wasserfall nach unten. Nach einer länger gezogenen Kurve gelangen wir zum herrschaftlich wirkenden Landgut Untere Stegmühle und von dort führt der Weg entlang der Leuk in Richtung des Ewigbachtälchens, wo wir kurz unsere Füße abkühlen und ein wenig pausieren, bevor wir unsere Wanderung fortsetzen.

 Zahlreiche Brücken ebnen Wanderern auf der König-Johann-Runde den Weg entlang der Bachläufe. Unter anderem werden auf der Runde der Freudenburger Bach, der Wenigbach, die Leuk sowie der Ewigbach passiert.
Zahlreiche Brücken ebnen Wanderern auf der König-Johann-Runde den Weg entlang der Bachläufe. Unter anderem werden auf der Runde der Freudenburger Bach, der Wenigbach, die Leuk sowie der Ewigbach passiert. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Die Leuk begleitet uns noch ein kurzes Stück. Auf dem Weg finden sich auch eindrucksvolle Felsformationen, wie der Pilzfelsen und der Felsen vor Kollesleuken. Ebenso gehen wir an der Herrenmühle vorbei, bevor wir nach einem schmalen Pfad an einem Bachlauf vorbei die Ortschaft Kollesleuken erreichen. Hier gibt es am Mühlenplatz eine Hütte mit Sitzmöglichkeit, wo sich Wanderer kurz stärken können. Wir lassen den Ort hinter uns und begeben uns in das nächste Waldgebiet. Eine Bachquerung aus Holz führt uns zu einer kleinen Steigung, die uns zu einem Teil des Maria-Croon-Wegs bringt. Der Name leitet sich von der Heimatschriftstellerin ab, die zwischen 1891 und 1983 gelebt hat und in der Nähe geboren wurde sowie auch ihre Ruhestätte gefunden hat. Der Wald wechselt hier von einem überwiegenden Laubwald, wie wir ihn in der ersten Hälfte des Weges erlebt haben, zum Nadelwald. Nach einem kurzen Abstieg haben wir einen schönen Blick auf die Mühle von Trassem.

Ab hier beginnt der langanhaltende Anstieg der Wanderung. Zunächst geht es überwiegend durch ein Waldgebiet bergauf. Nachdem wir die Lichtung des Waldes erreichen, queren wir kurz ein Feld und eine Straße. Weiter bergauf gelangen wir zu einem Gebüsch, in das eine Höhle eingearbeitet wurde, durch die der Wanderweg führt. Leider sind die einzelnen Sträucher, die die Begrenzung dieser Höhle darstellen, bei unserer Begehung im April noch nicht in voller Blüte, aber es lässt sich erahnen, wie schön dieser Abschnitt ist, wenn im Sommer alles blüht.

Wanderung auf der König-Johann-Runde des Moselsteigs bei Freudenburg
Foto: SZ/Müller, Astrid

Dieser Weg schlängelt sich weiter bergauf, bis wir den Scheitelpunkt erreicht haben. Ab hier geht es für uns nur noch bergab. Zunächst haben wir noch einen schönen Weitblick über Freudenburg und die umliegende Landschaft, bevor wir schließlich zum alten jüdischen Friedhof gelangen und damit beinahe unseren Zielpunkt der Wanderung, den Parkplatz, erreichen.

Die Wanderung der König-Johann-Runde lohnt sich eigentlich immer. Der Weg ist durchweg gut begehbar und breit ausgebaut. Wirklich schwierige Passagen finden sich nicht, allerdings ist die Steigung am Ende der Wanderung durchaus anspruchsvoll, weil sie sich länger zieht. Trotzdem teilen wir nicht die Meinung der Internetseite des Moselsteigs, dass es sich um eine schwere Wanderung handele, da der Weg weder besonders lang ist, noch eine erhöhte Trittfestigkeit erfordert. Aber das macht den Weg nicht weniger schön.

 Der Finder eines sogenannten Happy Stone darf ihn behalten. Im Gegenzug sollte dann aber ein neuer bemalt und versteckt werden.
Der Finder eines sogenannten Happy Stone darf ihn behalten. Im Gegenzug sollte dann aber ein neuer bemalt und versteckt werden. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Generell bietet sich dieser Seitensprung des Moselsteigs an, um ihn mit Hund zu gehen. Bei dieser Wanderung hatten wir zwar Liam, den Deutschen Schäferhund, der uns häufig begleitet, nicht dabei. Aber wir sind Teile des Wanderweges bereits mit ihm gegangen und besonders den Abschnitt am Ewigbachtal hat ihm besonders viel Freude bereitet, weil er hier gut ins Wasser gehen und im kühlen Nass spielen konnte.

Auf dieser Wanderung bin ich 17 317 Schritte gegangen. Dabei sind wir mit dem Auto angereist. Eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist laut Informationen des Moselsteigs möglich. Ab Saarburg, was von Merzig aus mit der Bahn erreichbar ist, soll ein Bus der Linie 203 in regelmäßigen Abständen nach Freudenburg fahren.

www.moselsteig.de