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Wandern auf dem Moselsteig

Wandern auf der dritten Etappe des Moselsteigs : Steile Felswände und weite Felder

Vom Niederrhein hat es Mauritius te Dorsthorst in unsere Gefilde verschlagen. Nun erkundet der begeisterte Wanderer auf ausgewählten Premiumwegen das Saarland und die Umgebung – Schritt für Schritt.

Bei unserer Ankunft in Nittel hängen düstere Wolken am Himmel und verkünden den ankommenden Regen. Aber die Hoffnung, dass wir uns schnellen Schrittes in ein Waldstück begeben, wo wir einigermaßen vom drohenden Nass geschützt sein werden, macht uns Mut, weiter zu ziehen. Vom Bahnhof aus ist der Zuweg zur insgesamt 22,5 Kilometer langen Wanderung gut ausgeschildert. Nachdem wir den kurzen Weg durch den Ort hinter uns gelassen haben, kommen wir zur Kreuzung, bei der es rechts herum zur Etappe zwei des Moselsteiges nach Palzem geht und links herum nach Konz. Wir halten uns links und gelangen schnell zum Ortsrand und zu den Weinreben, wo der eigentliche Steig beginnt.

Die Etappe drei ist nach Angaben der Internetseite des Moselsteiges (www.moselsteig.de) eine mittelschwere Wanderung, auf der insgesamt 570 Höhenmeter überwunden werden. Sie verläuft dabei über weite Teile entlang der Mosel. Für die Strecke sind etwa sechseinhalb Stunden vorgesehen. Wir haben für die Wanderung mit Pausen etwas unter sechs Stunden benötigt.

 Auf dem Weg zwischen Nittel und Konz können Wanderer ihre Blicke immer wieder über weite Feldlandschaften schweifen lassen.
Auf dem Weg zwischen Nittel und Konz können Wanderer ihre Blicke immer wieder über weite Feldlandschaften schweifen lassen. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Am eigentlichen Wanderweg angelangt, sehen wir zunächst die massive Kalksteinwand, die von den Weinbergen im Tal und den Bäumen am Hangrücken umrahmt wird. Unser Weg führt parallel zu diesem Felsmassiv, während sich zu unserer Linken das spektakuläre Moseltal ausbreitet. Selbst bei schlechtem Wetter, wie am Tag unserer Begehung, macht dieser Anblick einiges daher. Nachdem wir unseren Weg zwischen den Weinreben fortgesetzt haben, folgt der erste Anstieg, der uns auf den Kamm der Kalksteinwand führt. Auch wenn der schmale Wanderweg durch dichtes Gestrüpp führt, welches unsere Sicht einschränkt, muss berücksichtigt werden, dass zwischen Weg und Abhang nur etwa drei bis fünf Meter liegen. Wir schlängeln uns weiter bergauf zum ersten Weitblick über Nittel und Mosel, bevor uns der Weg zu ausgedehnten Feldlandschaften bringt, auf denen unzählige Mohn- und Kornblumen wachsen. Wir sind gerade einmal eine halbe Stunde unterwegs und die anfangs nur drohenden Wolken ziehen nun mit Starkregen und sogar etwas Hagel über uns hinweg. Leider geht unser Weg noch etwa zweieinhalb Kilometer über die Feldwege, die uns keinen Unterschlupf bieten. Immerhin folgt auf das Unwetter Sonne und so trocknet unsere Kleidung schnell.

 Schon kurz nach dem Ortsausgang von Nittel ragt diese Felsformation hervor.
Schon kurz nach dem Ortsausgang von Nittel ragt diese Felsformation hervor. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Über Feldwege, die von kleineren Waldpassagen unterbrochen sind, gelangen wir zu Weinreben, die sich über die Hügellandschaft erstrecken. Von hier aus kommen wir auch in ein Waldgebiet, was zwischen Temmels und Fellerich gelegen ist. Hier gehen wir parallel zum Albach, der uns über ein längeres Stück begleitet und etwas Abwechslung zur weiten Feldlandschaft bietet. Dabei verläuft dieser längere Abschnitt durchgängig auf breit ausgebauten Wegen und hat zudem keine wirkliche Steigung parat, wodurch sich die vielen Kilometer dieser Etappe gut und recht zügig gehen lassen. Auch der nächste Weitblick lässt auf sich warten. Der folgt erst kurz hinter Wasserliesch und somit beinahe am Ende der Wanderung.

Einen Wermutstropfen hat die dritte Etappe des Moselsteiges allerdings schon: Nachdem wir den herrlichen Ausblick genossen haben, der sich an einer kleinen Kapelle oberhalb von Wasserliesch ergibt, führt der Weg recht schnell bergab und nachdem wir das Waldgebiet hinter uns lassen, folgen die letzten zwei bis drei Kilometer neben zum Teil der Landstraße und zum Teil den Bahngleisen. Und somit ist der letzte Abschnitt, der uns direkt nach Konz führt, nicht wirklich schön und auch von der Idylle des restlichen Weges ist nichts mehr zu spüren. Von hier aus gelangen wir zum Bahnhof in Konz. Hier gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten, die wir allerdings nicht wahrgenommen haben.

 Nicht nur Weinreben säumen den Weg auf der dritten Etappe des Moselsteigs. Auch dieser blühende Rosenstrauch ziert den Wegesrand.
Nicht nur Weinreben säumen den Weg auf der dritten Etappe des Moselsteigs. Auch dieser blühende Rosenstrauch ziert den Wegesrand. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Die Etappe drei des Moselsteiges ist an sich eine wunderschöne und abwechslungsreiche Wanderung, die sich hervorragend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln planen und erreichen lässt, denn die beiden Orte befinden sich auf der Zugstrecke zwischen Perl und Trier. Auch spielt die Gehrichtung bei diesem Weg keine sonderlich große Rolle. Denn in beiden Orten besteht die Gelegenheit, nach der Wanderung einzukehren. Auch besteht die Möglichkeit, sich den letzten Abschnitt der Wanderung, der von Wasserliesch nach Konz führt, zu sparen, da auch sich in Wasserliesch eine Bahnhaltestelle befindet.

Wandern auf dem Moselsteig
Foto: SZ/Steffen, Michael

Leider hat uns bei dieser Wanderung nicht Liam, der Deutsche Schäferhund begleitet, allerdings eignet sich der Weg auch, um ihn mit Hund zu gehen. Besonders der Bachlauf, der sich etwa in der Mitte des Weges befindet, bietet für Vierbeiner eine gute Gelegenheit, sich etwas abzukühlen. Ich bin auf dieser Wanderung insgesamt 29 822 Schritte gegangen.